{"id":1052,"date":"2012-11-09T12:54:28","date_gmt":"2012-11-09T11:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1052"},"modified":"2012-11-09T12:54:28","modified_gmt":"2012-11-09T11:54:28","slug":"rastatt-freiheit-fur-juki-fur-starke-antifaschistische-solidaritat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1052","title":{"rendered":"Rastatt: Freiheit f\u00fcr Juki &#8211; f\u00fcr starke antifaschistische Solidarit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?attachment_id=1053\" rel=\"attachment wp-att-1053\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1053\" style=\"margin: 5px;\" title=\"rh\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/rh-180x157.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"157\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/jukisoli.blogsport.de\">jukisoli.blogsport.de<\/a><br \/>\nF\u00fcr die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Juki \u2013 f\u00fcr antifaschistische Solidarit\u00e4t!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Worum geht es?<\/strong><\/p>\n<p>Im Zuge des traditionellen Gernsbacher Altstadtfests, welches vom 14. bis 16. September stattfand, kam es wie so oft in unserer Region zu geplanten \u00dcbergriffen seitens faschistisch gesinnter Jugendlicher auf subkulturelle Jugendliche und vermeintlich linke Personen. Hierbei wurden mehrere Leute zum Teil schwer verletzt. Im Laufe der Auseinandersetzung wurde Juki, ein alternativer Jugendlicher welcher w\u00e4hrend einer der Neonazi-Attacken schwerste Kopfverletzungen erlitt, von der Polizei festgenommen und mit dem Vorwurf des versuchten Totschlags konfrontiert.<!--more (weiterlesen...)--><\/p>\n<p><strong>Rechte Gewalt in der Region<\/strong><\/p>\n<p>Die neonazistischen Aggressoren haben sich gemeinsam an der S-Bahn-Haltestelle ?Gernsbach Mitte? verabredet, gesammelt und in Gr\u00fcppchen aufgeteilt, um aus diesen gezielt Personen anzugreifen.<\/p>\n<p>Dies ist nicht das erste Mal, dass solche Vorf\u00e4lle im Landkreis Rastatt auftreten. So sind weitere Ereignisse zu nennen, an denen sich Personen aus dem rechten Milieu zusammenrotteten und Jagd auf Menschen machten, die nicht in ihr beschr\u00e4nktes Weltbild passen.<\/p>\n<p>So kam es am 02. Juli 2012 in \u00d6tigheim bei Rastatt zu einer regelrechten Hetzjagd.<\/p>\n<p>Eine mit Baseballschl\u00e4gern und Pfefferspray bewaffnete Gruppe von Neonazis zog durch das Dorf um antifaschistische Aktivistinnen und Aktivisten zu jagen, die sich zu diesem Zeitpunkt in \u00d6tigheim aufhielten.<\/p>\n<p><strong>Bekannte Gesichter<\/strong><\/p>\n<p>Die oben genannten Aggressoren sind bekannte Neonazis, welche haupts\u00e4chlich in \u00d6tigheim \u2013 einem Dorf im n\u00f6rdlichen Landkreis Rastatts, wohnhaft sind. Mehrere von ihnen sind bereits mehrmals aufgrund von K\u00f6rperverletzungsdelikten auff\u00e4llig geworden. Auch Personen aus dem Murgtal, unter anderem Gernsbach, Loffenau und Forbach, sind an solchen \u00dcbergriffen beteiligt gewesen.<\/p>\n<p>Einzelne wurden zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt in der \u00d6ffentlichkeit von Antifaschistinnen und Antifaschisten aus der Region als Neonazis geoutet.<\/p>\n<p><strong>Was geschah am 14. September 2012?<\/strong><\/p>\n<p>Am 14. September trafen sich mehrere rechtsgesinnte und weithin rechtsoffene Jugendliche um gemeinsam zum Gernsbacher Altstadtfest zu fahren. Ziel war es, sich in kleinere schlagkr\u00e4ftige Gr\u00fcppchen aufzuteilen und anhand von fr\u00fcher gemachten Bildern, alternative und linke Jugendliche zu identifizieren und anzugreifen. Laut eines Informanten war es eine abgesprochene Sache der Neonazis \u201eAussteiger und Zecken zu verpr\u00fcgeln\u201c. Das ganze Vorhaben organisierte nach diesen Informationen Mario Jung, aktives Mitglied der Neonazi-Gruppe \u201eNationale Sozialisten Rastatt\u201c.<\/p>\n<p>Nachdem die gewaltt\u00e4tigen Jugendlichen sich an \u00fcbersichtlichen Orten auf dem Fest stationierten und die Festbesucher \u00fcberwachten, trafen sie an einem dieser Knotenpunkte auf eine Gruppe subkultureller Jugendlicher, unter der sich auch Juki befand. Diese Gruppe, bestehend aus Anh\u00e4ngern der Punk- und Skinheadszene war gerade am Rande des Altstadtfestes auf dem Weg zu einem Bekannten. Direkt vor dessen Haust\u00fcr kam es dann zu \u00dcbergriffen der Neonazis auf die Gruppe. Hierbei wurden mehrere Leute durch Faustschl\u00e4ge und Tritte leicht verletzt. Juki erlitt dadurch, dass er bis zur Bewusstlosigkeit mit dem Kopf gegen eine Hauswand geschlagen und im bewusstlosen Zustand weiter getreten wurde lebensgef\u00e4hrliche Kopfverletzungen. In einiger Entfernung zu der Auseinandersetzung kam es zeitgleich zu einem Messerangriff auf einen rechten Jugendlichen, welcher in einer der gewaltt\u00e4tigen Neonazi-Kleingruppen unterwegs war. Die Person namens Alessandro Jung, 18 Jahre alt und wohnhaft in \u00d6tigheim, ist bekennender Neonazi und genau wie sein Bruder Mario aktives Mitglied der \u201eNationalen Sozialisten Rastatt\u201c.<\/p>\n<p>Die \u201eNationalen Sozialisten Rastatt\u201c (kurz NS Rastatt), fallen in der Region vor allem durch Propagandaartikel wie z.B. Aufkleber oder Plakate auf. Au\u00dferdem besitzen sie eine Internetpr\u00e4senz, auf der sie geschichtsrevisionistische Inhalte publizieren, gegen Ausl\u00e4nder hetzen oder zu bundesweiten Neonazi-Demonstrationen mobilisieren. Unter anderem organisierten sie auch selbst Kundgebungen mit, in welchen sie <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/57744\">gefallene Soldaten der Wehrmacht glorifizieren und die Geschichte Hitlerdeutschlands verkl\u00e4ren<\/a>. Daneben wurden auch Rechtsrock-Konzerte im <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/26789\">\u201eR\u00f6ssle\u201c<\/a> mit Bands der \u201eBlood&amp;Honour-Bewegung\u201c (dtsch: Blut und Ehre; ein internationaler und in Deutschland verbotener Neonazi-Zusammenschluss) veranstaltet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/63296\">Mario und Alessandro Jung<\/a> sind treibende Kr\u00e4fte dieser aggressiven, faschistischen Gruppierung.<\/p>\n<p><strong>Grob fahrl\u00e4ssiges Handeln der Polizei<\/strong><\/p>\n<p>Ersch\u00fctternd neben dem Ausma\u00df der rechten Gewalt, welche sich an diesem Septemberwochenende auf ein neues Ma\u00df zuspitzte, ist auch das dilettantische Verhalten der regionalen Polizeibeamten und Justizbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Der bewusstlose Juki wurde per Krankenwagen in das Krankenhaus Forbach eingeliefert. Schon bei der Annahme des Schwerverletzten begannen die Polizeibeamten das Krankenhauspersonal zu verunsichern und zu ver\u00e4ngstigen. Mit Aussagen wie \u201eVorsicht! Er ist ein M\u00f6rder!\u201c und ihn ebenfalls als \u201eMesserstecher\u201c bezeichneten, ohne dass sie daf\u00fcr irgendwelche Anhaltspunkte hatten vorverurteilten sie den Jungen und beeinflussten das Klinikpersonal in einem solchen Ausma\u00dfe, dass diese dem deutlich maltr\u00e4tierten Jugendlichen nachts um 1 Uhr lediglich eine Alkoholvergiftung von 0,5 \u2030 attestierten.<\/p>\n<p>Des Weiteren haben Polizeibeamte den Bewusstlosen im Krankenbett entkleidet. Dies geschah ehe eine \u00e4rztliche Beurteilung des Patienten stattfand. Dass man eine Person mit schweren Kopfverletzungen nicht unn\u00f6tig bewegen soll und dadurch noch schwere Sch\u00e4den entstehen k\u00f6nnen, sollte Jedem bekannt sein.<\/p>\n<p>Juki wurde unmittelbar nachdem er morgens um 10 Uhr aus der Bewusstlosigkeit erwachte rechtsbelehrt und verh\u00f6rt. Dass er w\u00e4hrend des Verh\u00f6rs immer wieder ins Delirium fiel und unzusammenh\u00e4ngende Dinge brabbelte ignorierten die Beamten. Das 9 Stunden nach der Diagnose Alkoholintoxikation (0,5\u2030), Alkohol nicht mehr f\u00fcr den Zustand von Juki verantwortlich sein konnte ist wohl jedem Laien, aber anscheinend nicht der Polizei bewusst.<\/p>\n<p>Die \u00c4rzte entlie\u00dfen Juki am fr\u00fchen Abend in die Obhut des Staatsschutzes. Die Nacht musste er auf dem Gaggenauer Polizeirevier in einer gefliesten, schalldichten Zelle, an einer Hand fixiert auf einer Holzpritsche verbringen.<\/p>\n<p>Die Polizei ignorierte die entlastenden Aussagen von Jukis Begleitern und anderen Zeugen und f\u00fchrte ihn am Sonntag darauf einem Haftrichter vor, der sofort und nur aufgrund der Aussagen der bekannten Neonazis Untersuchungshaft anordnete. W\u00e4hrend der Haftpr\u00fcfung wurden Jukis Verwandte und Bekannte die vor dem Landgericht Baden-Baden warten mussten von Polizeibeamtinnen und \u2013beamten aus dem nahe gelegenen Polizeirevier kontrolliert, ihre Personalien aufgenommen sowie die Autokennzeichen der dort parkenden Autos aufgeschrieben. Juki brachte der Staatsschutz nach Offenburg in die JVA wo er trotz mehrmaligen Hinweisens auf seinen noch immer schlechten Zustand nicht ausreichend betreut wurde.<\/p>\n<p>Neun Tage sp\u00e4ter wurde der Haftbefehl ausgesetzt und Juki wurde unter Auflagen wieder frei gelassen. Seine Familie stellte sofort seinen schlechten Zustand fest und brachte ihn zum Arzt der ihn untersuchte und an einen Neurologen \u00fcberwies. Dieser stellte ein schweres Sch\u00e4del-Hirn-Trauma mit Hirnblutung fest, das aufgrund der mangelhaften Untersuchungen der \u00c4rzte im Forbacher Krankenhaus und nicht einhalten der neurologischen Richtlinien nicht entdeckt wurde. Ob die falsche Diagnose und fehlende Weiterbehandlung auf polizeilichen Druck oder aus Unverm\u00f6gen der \u00c4rzte zustande gekommen ist muss noch gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Die Auflagen der Haftaussetzung sind f\u00fcr Juki nur sehr schwer einzuhalten, da er nach 6 Wochen immer noch an den Folgen des Sch\u00e4del-Hirn-Traumas leidet. Eine Abmilderung der Auflagen wurde abgelehnt.<\/p>\n<p>Des Weiteren beinhaltet der ver\u00f6ffentlichte Polizeibericht keine neutrale Sichtweise des Geschehens. Sp\u00e4tere Berichte geben Informationen \u00fcber Juki preis, die ihn f\u00fcr die Leser und Leserinnen sofort identifizierbar machten. Diese Fahrl\u00e4ssigkeit des Datenschutzes stellt eine zus\u00e4tzliche Belastung und Gef\u00e4hrdung durch Nazis f\u00fcr das Opfer dar.<\/p>\n<p><strong>Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren \u2013 Solidarit\u00e4t mit den Opfern rechter Gewalt!<\/strong><\/p>\n<p>Rassistische Vorurteile und reaktion\u00e4re Denkweisen sind mittlerweile nicht nur in der so genannten \u201eMitte der Gesellschaft\u201c etabliert. In staatlichen Beh\u00f6rden, egal ob Justiz oder bei der Polizei, werden rechtsgesinnte T\u00e4ter Linken gegen\u00fcber bevorzugt behandelt. Beispiele daf\u00fcr, dass antifaschistische Aktivit\u00e4ten erstickt werden sollen zeigen sich unter anderem in den Prozessen gegen <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/55649\">Chris<\/a> und <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/66635\">Smily<\/a> aus Stuttgart, welche beide auf Grundlage schwammigster Beweise und Argumentationsgrundlagen zun\u00e4chst in U-Haft gesteckt und dann zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt wurden. <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/48075\">Florian Stech<\/a>, ein Neonazi, der im vergangenen Jahr fast einen mehrfachen Mord beging, in dem er mit seinem Auto in eine Gruppe von Antifaschistinnen und Antifaschisten raste, wurde weder Untersuchungshaft auferlegt noch der F\u00fchrerschein entzogen!<\/p>\n<p>Die Polizei, welche sich gerne als \u201eFreund und Helfer\u201c pr\u00e4sentiert hat es geschafft sich in der Region mehr und mehr selbst ihres selbsternannten Titels und ihrer Autorit\u00e4t zu berauben. Ein weiteres Beispiel f\u00fcr einen Vorfall im Landkreis Rastatt ist die Facebook-Dorfparty in Michelbach auf der linke und alternative Jugendliche von Neonazis bel\u00e4stigt, mit Flaschen und Steinen beworfen sowie abfotografiert wurden. Als daraufhin ein Eingreifen der vor Ort anwesenden Polizisten gefordert wurde, sahen es diese nicht einmal nach Aufforderung f\u00fcr notwendig an zu intervenieren. \u00dcbrigens sollen die dort gemachten Bilder als Vorlagen zur Identifikation der Leute auf dem Altstadtfest gedient haben.<\/p>\n<p>Solche Vorf\u00e4lle zeigen, dass es erforderlich ist Nazis entschlossen entgegen zu treten und sich dabei nicht auf staatliche Beh\u00f6rden zu verlassen. Die Neonazis in der Region sind im Aufwind. Es liegt an engagierten und mutigen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern des Landkreises sich aktiv gegen rassistische Umtriebe stark zu machen und den Nazis den Wind aus den Segeln zu nehmen!<\/p>\n<p>\u00dcber 180 Neonazi-Morde deutschlandweit seit 1990 und Wahlergebnisse von fast 5% f\u00fcr die NPD in einigen Wahllokalen des Murgtals darf es nicht l\u00e4nger geben. Organisieren wir gemeinsam den antifaschistischen Widerstand gegen die braune Brut!<\/p>\n<p><strong>Wir fordern die Einstellung des Verfahrens gegen Juki!<\/strong><br \/>\n<strong>Solidarisiert euch mit den Opfern rechter Gewalt!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>jukisoli.blogsport.de F\u00fcr die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Juki \u2013 f\u00fcr antifaschistische Solidarit\u00e4t! Worum geht es? Im Zuge des traditionellen Gernsbacher Altstadtfests, welches vom 14. bis 16. 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