{"id":1118,"date":"2012-11-20T16:53:08","date_gmt":"2012-11-20T15:53:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1118"},"modified":"2012-11-20T16:53:08","modified_gmt":"2012-11-20T15:53:08","slug":"offener-brief-an-pfarrer-johannes-kienzler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1118","title":{"rendered":"Offener Brief an Pfarrer Johannes Kienzler"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?attachment_id=1119\" rel=\"attachment wp-att-1119\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1119\" style=\"margin: 5px;\" title=\"bundeswehr-littenweiler\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/bundeswehr-littenweiler-127x180.jpg\" alt=\"\" width=\"127\" height=\"180\" \/><\/a>Am 11.Dezember 2012 findet in Freiburg-Littenweiler in der Kirche St. Barbara ein sogenanntes Adventskonzert des Luftwaffenmusikkorps 2 der Bundeswehr statt. Der Arbeitskreis gegen Krieg &amp; Militarisierung (AKM) Freiburg hat aus diesem Anlass einen offenen Brief an den Pfarrer der Kirche geschickt. Wir unterst\u00fctzen den Brief und fordern den Hausherren darin auf, das Konzert abzusagen. Im folgenden dokumentieren wir das Schriftst\u00fcck.<\/p>\n<p>Freiburg,\u00a0 19.11.2012<\/p>\n<p>Pfarrer Johannes Kienzler<br \/>\nSudetenstra\u00dfe 20<br \/>\n79117 Freiburg Littenweiler<\/p>\n<p>Sehr geehrter Pfarrer Johannes Kienzler,<\/p>\n<p>am 11.12.12 soll in Ihrer Gemeinde St. Barbara in Freiburg- Littenweiler ein Adventskonzert des Luftwaffenmusikkorps 2 der Bundeswehr stattfinden. Ein Adventskonzert erweckt vielleicht den Eindruck einer kulturellen Bereicherung f\u00fcr die Gemeinde in der Vorweihnachtszeit, doch ein solches Bild ist in diesem Fall mehr als zynisch!<!--more (weiterlesen...)--><\/p>\n<p>Die Bundeswehr f\u00fchrt Krieg! Ob in Afghanistan, im Kosovo, oder vor der K\u00fcste Somalias. Bei diesen Eins\u00e4tzen geht es nicht um \u201eMenschenw\u00fcrde, Freiheit und Demokratie\u201c, wie so oft propagiert wird. Die Kriegseins\u00e4tze an denen die Bundeswehr beteiligt ist, bedeuten f\u00fcr die Menschen vor Ort eine Katastrophe. So ist seit Beginn des Krieges in Afghanistan die Zahl der in Armut lebenden Menschen drastisch gestiegen. Von einem Einsatz f\u00fcr Demokratie und Menschenrechte kann keine Rede sein, denn eine Marionettenregierung und die Zerst\u00f6rung der vor dem Krieg durchaus vorhandenen Frauenkampfbewegung sprechen eine deutliche Sprache! Auch findet dort mitnichten ein Krieg gegen den Opiumanbau statt, denn im Gegenteil: Immer mehr Menschen sind ihrer Lebensgrundlage beraubt und wenden sich diesem eintr\u00e4glichen Gesch\u00e4ft zu. Die steigende Unterern\u00e4hrung, der verschlechterte Zugang zu sanit\u00e4ren Einrichtungen und die gestiegene Arbeitslosigkeit sind weitere Indizien, warum Krieg schlichtweg inakzeptabel ist.<\/p>\n<p>Angebliche Hilfsma\u00dfnahmen wie Brunnen- und Schulenbau dienen vor diesem Hintergrund lediglich als Alibi zur Legitimierung der Eins\u00e4tze. In erster Linie wird deutsches Wirtschaftsinteresse verfolgt. So sicherten vergangene Kriegseins\u00e4tze z.B. in Afghanistan oder dem Sudan besseren Zugriff auf \u00f6rtliche M\u00e4rkte und Ressourcen, w\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerung stark unter ihnen leiden musste und demokratische Rechte weiter zur\u00fcckgingen. Auch die unz\u00e4hligen Einzelschicksale, verbunden mit dem Kriegsgeschehen, sprechen f\u00fcr sich. Die gr\u00f6\u00dften Profiteure scheinen die am Wiederaufbau des zerst\u00f6rten Landes beteiligten Firmen zu sein. Kriege dienen letztendlich der Durchsetzung von wirtschaftlichen Interessen auf brutalste Art und Weise und d\u00fcrfen nicht als \u201eHilfsma\u00dfnahmen\u201c verharmlost werden. Die Errichtung von Scheindemokratien und Marionettenregierungen wird dabei billigend in Kauf genommen oder sogar bewusst gef\u00f6rdert, ohne auf die wirklichen Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung zu achten. Bestes Beispiel ist Afghanistan: Der nach dem Einmarsch des Westens installierte Machthaber Hamid Karzai hat beispielsweise 2009 die Vergewaltigung in der Ehe von Strafverfolgung befreit und versucht aktiv seinem Familienclan die Macht zu sichern, indem er nun seinen Bruder auf das h\u00f6chste Regierungsamt hieven will.<\/p>\n<p>Auch das geplante Konzert am 11.12. ist Propaganda f\u00fcr laufende und zuk\u00fcnftige Kriege. \u00d6ffentliche Auftritte der Bundeswehr in Deutschland geh\u00f6ren immer mehr zum Alltagsbild. Bei \u00f6ffentlichen Gel\u00f6bnissen, Infost\u00e4nden auf Messen, bei der Werbung in den Medien, Jugendoffizieren in Schulen oder Konzerten von Musikkorps. Die Ziele sind immer die gleichen: Das Erreichen von potenziell neuen RekrutInnen und der Versuch Akzeptanz in der Gesellschaft zu erlangen, um die Kriegseins\u00e4tze im Ausland r\u00fcckwirkend zu legitimieren. Nicht umsonst bezeichnet sich das Luftwaffenmusikkorps 2 auf der eigenen Internetpr\u00e4senz als \u201eklingende Visitenkarte\u201c des deutschen Milit\u00e4rs. Daran wird auch deutlich, dass eine Trennung zwischen regul\u00e4rem Heer und den Musikkorps Unsinn ist. Diese sind ein ganz normaler Teil des Heers mit einer ganz besonderen Aufgabe: Kriegspropaganda! Und dass der Einsatz des Milit\u00e4rs f\u00fcr viele Menschen Hunger und Elend bedeutet, soll durch Veranstaltungen wie das geplante Adventskonzert vollkommen verschleiert werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist es ein Skandal, dass der Institution Bundeswehr in einer Kirche eine Plattform geboten wird, um in letzter Instanz f\u00fcr Krieg zu werben. Auch aus christlicher Sicht selbst muss das Konzert kritisiert werden. Das f\u00fcnfte Gebot besagt doch \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten!\u201c, oder verwechseln wir da etwas?<\/p>\n<p>Wir fordern Sie auf, das Konzert, das sehr wenig mit dem \u201eFest der Liebe\u201c zusammenpasst, abzusagen. Denn durch das Zulassen dieses unmenschlichen Konzerts leisten Sie, ob bewusst oder unbewusst, der Bundeswehr Hilfestellung sich in der Gesellschaft Akzeptanz zu verschaffen. Kriegspropaganda darf kein Raum geboten werden, f\u00fcr uns gilt die Losung:<\/p>\n<p>Nie wieder Krieg!<\/p>\n<p>Arbeitskreis gegen Krieg und Militarisierung (AKM) Freiburg<br \/>\n(www.akm-freiburg.tk)<\/p>\n<p>Weitere Unterst\u00fctzer:<\/p>\n<p>ALFR &#8211; Antifaschistische Linke Freiburg<br \/>\nAnarchistische Gruppe Freiburg<br \/>\nEA Freiburg<br \/>\nClaudia Meissner (Mitglied des runden Tischs \u201eSchulfrei f\u00fcr die Bundeswehr\u201c)<br \/>\nDie Linke Freiburg<br \/>\nFAU\u00a0 Freiburg<br \/>\nJusos Freiburg<br \/>\nLinke Liste &#8211; Solidarische Stadt<br \/>\nSchattenparker e.V.<br \/>\nSDAJ Freiburg<br \/>\nSJD &#8211; Die Falken Freiburg<br \/>\nUStA der PH Freiburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11.Dezember 2012 findet in Freiburg-Littenweiler in der Kirche St. Barbara ein sogenanntes Adventskonzert des Luftwaffenmusikkorps 2 der Bundeswehr statt. 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