{"id":1337,"date":"2013-02-03T09:12:58","date_gmt":"2013-02-03T08:12:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1337"},"modified":"2013-02-03T09:12:58","modified_gmt":"2013-02-03T08:12:58","slug":"kein-naziaufmarsch-am-23-februar-in-pforzheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1337","title":{"rendered":"Kein Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim!"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/bawue-pforzheim.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-1338\" style=\"margin: 5px;\" alt=\"bawue-pforzheim\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/bawue-pforzheim-300x77.jpg\" width=\"240\" height=\"62\" \/><\/a>Wir dokumentieren an dieser Stelle den Aufruf antifaschistischer Gruppen aus Baden-W\u00fcrttemberg zu den Protesten gegen den Nazi-Aufzug am 23. Februar 2013 in Pforheim:<\/em><\/p>\n<p><strong>23. Februar: Naziaufmarsch, st\u00e4dtisches Gedenken, Antifaschistische Aktion<\/strong><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 durch die englische Luftwaffe soll dort dieses Jahr am Jahrestag der Bombardierung wieder ein faschistisches Gedenken stattfinden. Seit 1994 organisiert der Pforzheimer Verein &#8222;Freundeskreis ein Herz f\u00fcr Deutschland&#8220; auf dem Wartberg j\u00e4hrlich eine Fackelmahnwache zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung. Der Naziaufmarsch wird j\u00e4hrlich von bis zu 150 TeilnehmerInnen aus dem gesamten s\u00fcddeutschen Raum besucht. Dagegen richtet sich seit 2002 antifaschistischer Protest, damals gelang es auch, bisher das einzige Mal die faschistische Mahnwache zu verhindern. Parallel veranstaltet die Stadt eigene Gedenkfeierlichkeiten, seit 2003 ist der 23. Februar offizieller Gedenktag in Pforzheim. An mehreren Orten in der Stadt finden sich Gedenktafeln und Stehlen zur Erinnerung an das Bombardement. Lediglich 2012 veranstaltete ein von der Stadt mitinitiiertes B\u00fcndnis eine Kundgebung. Dieses sprach sich gegen &#8222;extremistisches Gedankengut&#8220; aus und f\u00fcgte konsequenterweise ausdr\u00fccklich hinzu &#8222;egal ob von rechts oder links&#8220;.<!--more (weiterlesen...)--><\/p>\n<p><strong>St\u00e4dtisches Gedenken und Verdrehung der Geschichte von Rechts<\/strong><\/p>\n<p>Faschisten greifen die Bombardierung deutscher St\u00e4dte immer wieder auf, dadurch, dass sie den Fokus ausschlie\u00dflich auf die deutschen Opfer richten und Tatsachen, wie den von Deutschland losgetretenen Krieg, den Vernichtungsfeldzug im Osten und den industrielle Massenmord an Millionen Menschen ausblenden und bewusst verschweigen, wird das &#8222;deutsche Volk&#8220; zum Opfer ausl\u00e4ndischer Aggression erkl\u00e4rt. So werden das f\u00fcr die faschistische Ideologie essentielle Konstrukt eines Volkes als Schicksalsgemeinschaft heraufbeschworen und die Folgen und Verbrechen des Faschismus relativiert.<\/p>\n<p>Die Mahnwache der Faschisten in Pforzheim beginnt j\u00e4hrlich um 19.47 Uhr, der Uhrzeit der Bombardierung. Wie der damalige Luftangriff dauert auch die Kundgebug 20 Minuten. Dies und die verwendeten Fackeln zeigen: Es geht ihnen um eine feierliche und pathetische Inszenierung ihres Aufmarsches. In den Publikationen des &#8222;Freundeskreis ein Herz f\u00fcr Deutschland&#8220; wird auf offen faschistische Parolen verzichtet. Durch die Eigenbezeichnung als &#8222;nationalkonservativ&#8220; versucht dieser, genauso wie durch sein biederes Auftreten, trotz seiner offensichtlichen inhaltlichen und personellen \u00dcberschneidung mit der faschistischen Bewegung offen f\u00fcr das rechte b\u00fcrgerliche Lager zu sein.<\/p>\n<p>Ankn\u00fcpfungspunkte finden die Faschisten beim offiziellen Gedenken der Stadt. Dieses konzentriert sich fast ausschlie\u00dflich auf die Bombardierung Pforzheims, beispielsweise wird auf einer von der Stadt aufgestellten Gedenktafel \u00fcber die Zeit von 1900 bis 1945 lediglich geschrieben, dass sich die feinmechanische Industrie entwickelte. Von der Umstellung dieser auf R\u00fcstungsproduktion, von der Macht\u00fcbertragung an die Nazi-Faschisten oder dem von Deutschland losgetreten Weltkrieg ist keine Rede. In dem letztj\u00e4hrigen Aufruf, des von der Stadt mitinitiierten B\u00fcndnis &#8222;Pforzheim Nazifrei&#8220;, wird nicht auf Weltkrieg, Faschismus und die Rolle Pforzheims in dieser Zeit eingegangen. Begr\u00fcndet wird die Ablehnung des Nazi-Gedenkens lediglich durch die Feststellung, dass es sich dabei um &#8222;Extremisten&#8220; handele.<\/p>\n<p>Dieser b\u00fcrgerliche Protest ist eine Farce. Ein nachhaltiges Vorgehen gegen Rechts setzt eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Ideologie des Faschismus voraus. Mehr noch: Wer den Opfern der Bombardierung Pforzheims gedenkt und dabei die zw\u00f6lf Jahre Geschichte davor vollkommen ausblendet, schafft Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die Faschisten.<\/p>\n<p>Skandal\u00f6s ist auch die Politik der Stadt Pforzheim, die in den vergangenen Jahren keinen Versuch unterlie\u00df, den Pforzheimer Antifaschistinnen und Antifaschisten Kn\u00fcppel zwischen die Beine zu werfen. So verbot die Stadt in der j\u00fcngsten Vergangenheit immer wieder antifaschistische Demonstrationen, Konzerte, Ausstellungen und Bildungsveranstaltungen oder \u00fcbte auf das st\u00e4dtische Jugendzentrum solch immensen Druck aus, dass dieses antifaschistische Veranstaltungen absagte. In Erinnerung ist au\u00dferdem das uns\u00e4gliche Vorgehen der Stadt, antifaschistische Demonstrationen und Kundgebungen mit Anmeldegeb\u00fchren zu belegen.<\/p>\n<p>Was also davon zu halten ist, wenn sich die Stadt Pforzheim inzwischen alibim\u00e4\u00dfig gegen die Mahnwache der Faschisten und sogenanntem Extremismus ausspricht, m\u00fcsste offensichtlich sein: Wer von &#8222;Extremismus&#8220; spricht, setzt die Faschisten und ihre Gegner gleich und meint damit zudem eigentlich die Linken. Es war schon immer so, dass wer behauptet, zwischen den St\u00fchlen zu sitzen, mindestens zur H\u00e4lfte auf dem rechten sitzt. Zumal im Fall der Stadt Pforzheim, die den Faschisten tats\u00e4chlich Sch\u00fctzenhilfe gibt, indem sie mit einer solchen Beharrlichkeit und \u00fcber Jahre hinweg gegen genau die Leute vorgeht, die dem faschistischen Treiben in ihrer Stadt entgegentreten wollen.<\/p>\n<p><strong>Antifaschistische Intervention!<\/strong><\/p>\n<p>Wir rufen dazu auf, am 23. Februar 2013, den Rechten in Pforzheim mit vielf\u00e4ltigen Mitteln und kreativen Aktionen entgegenzutreten. Denn ebenso wichtig, wie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Faschismus, ist es, den Nazis nicht die &#8222;Stra\u00dfe&#8220; zu \u00fcberlassen und ihnen offensiv entgegenzutreten.<\/p>\n<p>Den Erfolg antifaschistischen Protests jedoch allein daran zu bewerten, ob ein Naziaufmarsch stattfinden konnte oder nicht, greift zu kurz. Denn wenn Antifaschistinnen und Antifaschisten gegen Nazis auf die Stra\u00dfe gehen, sehen sie sich einem hochger\u00fcsteten und repressiv agierenden Polizeiapparat gegen\u00fcber, der es oftmals nahezu unm\u00f6glich macht die Aufm\u00e4rsche der Faschisten zu stoppen. Deswegen ist es notwendig, unsere Aktionsformen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auf der Stra\u00dfe m\u00fcssen sich verschiedene Formen des zivilen Ungehorsam, wie Blockaden und direkte Aktionen, gegen Nazis erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p><strong>Kein Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim!<br \/>\nDie Antifaschistische Aktion aufbauen!<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Kasten:<\/em><strong> Fl\u00e4chenbombardements und imperialistischer Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Zehn Wochen vor der Kapitulation des faschistischen Deutschlands fand der Bombenangriff der britischen &#8222;Royal Airforce&#8220; auf Pforzheim statt. Ein Gro\u00dfteil der in der Stadt ans\u00e4ssigen Industrie war in Kleinbetrieben organisiert und in Wohngebiete integriert. W\u00e4hrend des Krieges wurden dort haupts\u00e4chlich Z\u00fcnder f\u00fcr Bomben und Granaten hergestellt. Stra\u00dfen- und Schienenwege, die durch die Stadt f\u00fchrten, dienten damals auch dem Transport von Truppen und R\u00fcstungsg\u00fctern. Durch das Bombardement mit Spreng- und Brandbomben wurde fast die gesamte Innenstadt zerst\u00f6rt, etwa 17.600 Menschen fielen diesem Angriff zum Opfer, darunter gr\u00f6\u00dftenteils ZivilistInnen. Gr\u00f6\u00dfere Industrieanlagen au\u00dferhalb der Stadt blieben allerdings verschont.<\/p>\n<p>Die Bombardierung Pforzheims war, ebenso wie die Bombardierung zahlreicher anderer deutscher St\u00e4dte durch die &#8222;Royal Airforce&#8220;, Teil einer englischen Milit\u00e4rstrategie, die sich auf n\u00e4chtliche Fl\u00e4chenbombardements auf Stadtzentren konzentrierte, anstatt gezielte Angriffe auf industrielle und milit\u00e4rische Infrastruktur zu forcieren. Die Betonung der angeblich &#8222;moralischen Schw\u00e4chung der Bev\u00f6lkerung&#8220; (<i>moral bombing<\/i>) durch diese Kriegshandlungen kann keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach deren Hintergrund sein. Vielmehr muss auch in diesem Krieg nach den dahinterstehenden \u00f6konomischen und geostrategischen Interessen der beteiligten M\u00e4chte gefragt werden &#8211; insbesondere wenn dabei eine sozialistische Kraft, wie die Sowjetunion, im Spiel ist, die der grundlegenden Ausrichung imperialistischer Staaten, wie Gro\u00dfbritannien oder den USA, fundamental entgegensteht. Das englische Interesse nach einer offensichtlichen aber ineffektiven Kriegsf\u00fchrung mit viel Zerst\u00f6rung und wenig kriegsrelevanten Ergebnissen zur m\u00f6glichst langen Aufreibung der Sowjetunion deutet dabei in eine \u00e4hnliche Richtung, wie die enorm versp\u00e4tete Bildung einer zweiten Front durch die USA.<\/p>\n<p>Das Vorgehen der Westalliierten im zweiten Weltkrieg ist weder als &#8222;moralische Heldentat&#8220;, noch als &#8222;boshafter Vernichtungsschlag&#8220; zu verstehen. Es l\u00e4sst sich ausschlie\u00dflich im Rahmen einer Analyse des damaligen Interessengemenge aller beteiligten imperialistischen Staaten verstehen. Fest steht: Die Fl\u00e4chenbombardements im Kampf gegen das faschistische Deutschland, waren eine Reaktion auf den vom deutschen Kapital begonnenen Vernichtungskrieg, sind aber mitnichten ein Kriegsereignis, auf das wir uns heute als Linke und AntifaschistInnen positiv berufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><i>Antifaschistische Demonstration: 15.30h, Pforzheim Hbf<br \/>\nAnschlie\u00dfend Aktionen gegen die Nazimahnwache!<\/i><\/strong><\/p>\n<p><strong>Antifaschistische Linke Achern-B\u00fchl<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/alba.blogsport.de\/\">www.alba.blogsport.de<\/a> \/\/ Gemeinsame Anreise<br \/>\n<strong>Antifaschistische Linke Freiburg<\/strong> \/\/\u00a0 <a href=\"..\/\">www.antifaschistische-linke.de<\/a> \/\/ 12.45h Freiburg Hbf -Gleis 2 (Abfahrt 13.07h)<br \/>\n<strong>Antifaschistische Aktion Heilbronn<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/antifaheilbronn.blogsport.de\/\">www.antifaheilbronn.blogsport.de<\/a> \/\/ Gemeinsame Anreise<br \/>\n<strong>Antifaschistische Aktion L\u00f6rrach<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/www.afaloe.blogsport.de\/\">www.afaloe.blogsport.de<\/a> \/\/ Gemeinsame Anreise<br \/>\n<strong>Antifaschistische Jugend Mannheim \/ Ludwigshafen<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/www.ajlm.blogsport.de\/\">www.ajlm.blogsport.de<\/a> \/\/ Gemeinsame Busfahrt<br \/>\n<strong>Antifaschistische Aktion (Aufbau) Rastatt \/ Baden-Baden<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/aarb.blogsport.de\/\">www.aarb.blogsport.de<\/a> \/\/ \u00a0Gemeinsame Anreise<br \/>\n<strong>Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/antifastuttgart.blogsport.eu\/\">www.antifa-stuttgart.tk<\/a> \/\/ 14.45h Stuttgart Hbf &#8211; Gleis 7<br \/>\n<strong>Antifaschistische Aktion (Aufbau) T\u00fcbingen<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/antifaaufbautue.blogsport.de\/\">www.antifaaufbautue.blogsport.de<\/a> \/\/ 13.15h T\u00fcbingen Bf, 13.30h Reutlingen Bf<br \/>\n<strong>Antifaschistische Aktion [O] Villingen-Schwenningen<\/strong> \/\/ <a href=\"http:\/\/antifavs.noblogs.org\/\">www.antifavs.noblogs.org<\/a> \/\/ Gemeinsame Anreise<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir dokumentieren an dieser Stelle den Aufruf antifaschistischer Gruppen aus Baden-W\u00fcrttemberg zu den Protesten gegen den Nazi-Aufzug am 23. 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