{"id":1981,"date":"2013-09-09T11:27:31","date_gmt":"2013-09-09T09:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1981"},"modified":"2013-09-11T18:37:09","modified_gmt":"2013-09-11T16:37:09","slug":"filmvorfuhrung-und-voku-40-jahre-putsch-in-chile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1981","title":{"rendered":"Filmvorf\u00fchrung und Vok\u00fc: 40 Jahre Putsch in Chile"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1999\" style=\"border: 1px solid black; margin: 1px;\" alt=\"chile\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/chile-211x300.jpg\" width=\"160\" height=\"229\" \/><br \/>\n<em> &#8222;C &#8211; I &#8211; A \/ Chile ist amerikanisch.&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>\u201eJetzt hat die Armee nicht mehr l\u00e4nger stillgehalten. Drei Jahre Marxismus sind ihr genug.\u201c Bild-Zeitung am 12.09.1973.<\/p>\n<p><strong>Filmvorf\u00fchrung und Vok\u00fc: 40 Jahre Putsch in Chile | Sonntag, 22.September | 20 Uhr | Linkes Zentrum Freiburg \u00a1adelante!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1993\">Hintergrundtext von uns<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1997\">Ank\u00fcndigungstext<\/a><\/p>\n<p><em>Am 11. September 1973 putschte das chilenische Milit\u00e4r unter Augusto Pinochet gegen Chiles sozialistische Regierung unter Salvador Allende.<\/em><br \/>\n<em> Ma\u00dfgebliche Unterst\u00fctzung erhielten die Putschisten bei der Vorbereitung sowie in der Folge durch die USA. Pr\u00e4sident Allende, der drei Jahre zuvor gew\u00e4hlt wurde, hatte in dieser Zeit umfassende Sozialisierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Die blutige Milit\u00e4rdiktatur dauerte an bis in das Jahr 1990. In dieser Zeit wurde Chile zu einem Labor des Neoliberalismus. Sozialisierungen wurden r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. Es erfolgten R\u00fcckverk\u00e4ufe an multinationale Konzerne.<\/em><\/p>\n<p>Aus Anlass des 40. Jahrestags des Milit\u00e4rputsches zeigen wir die Dokumentation <a href=\"http:\/\/www.cinerebelde.org\/las-grandes-alamedas-p-40.html?language=de\">&#8222;Las grandes alamedas&#8220;<\/a> (Colectivo Presente, Chile\/Deutschland, 2004). Der Film erz\u00e4hlt eine andere Geschichte als die allzu h\u00e4ufig vom wirtschaftlichen und sozialen Vorzeigemodell Lateinamerikas intonierte: Sie f\u00fchrt von der Diktatur Pinochets direkt zum heutigen\u00a0 entfesselten Neoliberalismus. 30 Jahre nach dem Putsch ist das Land weiterhin von Armut gepr\u00e4gt und durch privatisierte \u00f6ffentliche Sektoren ersch\u00fcttert. Durch die pers\u00f6nlichen, kritisch reflektierenden Erz\u00e4hlungen der verschiedenen Protagonisten begibt sich der Film zugleich auf die Spur des fr\u00fcheren und heutigen Widerstands.<br \/>\nDanach bleibt bei unglaublich guter Musik und kalten Getr\u00e4nken in gem\u00fctlicher Runde Zeit, gemeinsam \u00fcber die in dem Film aufgeworfenen Fragen zu diskutieren.<br \/>\nDie VoK\u00fc findet nat\u00fcrlich trotzdem statt, so dass der Abend ab 20 Uhr mit einem leckeren Essen eingeleitet wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;C &#8211; I &#8211; A \/ Chile ist amerikanisch.&#8220;<br \/>\nWas passierte am 11. September 1973?<\/p>\n<p>\u201eJetzt hat die Armee nicht mehr l\u00e4nger stillgehalten. Drei Jahre<br \/>\nMarxismus sind ihr genug.\u201c Bild-Zeitung am 12.09.1973<\/p>\n<p>Der 11. September ist ein geschichtstr\u00e4chtiger Tag: Vor 40 Jahren, am 11. September 1973, putschte das chilenische Milit\u00e4r gegen den drei Jahre zuvor gew\u00e4hlten sozialistischen Pr\u00e4sident des s\u00fcdamerikanischen Landes, Salvador Allende, dessen Regierung durch das Linksb\u00fcndnises Unidad Popular getragen wurde. Das Milit\u00e4r besetzte seit den fr\u00fchen Morgenstunden strategisch wichtige Punkte, die Luftwaffe bombardierte regierungstreue Fernsehstationen sowie Stadtviertel der Hauptstadt Santiago de Chile, in denen mehrheitlich Aktivisten und Sympathisanten<br \/>\nder Unidad Popular wohnten. Nachdem das Milit\u00e4r in den Mittagsstunden den Pr\u00e4sidentenpalastes bombardiert hatte und gegen 14 Uhr mit der Erst\u00fcrmung begann, soll Pr\u00e4sident Allende, der die Aufforderung, au\u00dfer Landes zu fliegen, entschieden abgelehnt hatte, schlie\u00dflich Suizid begangen haben.<\/p>\n<p>In der Folge wurde unter Augusto Pinochet ein Milit\u00e4rregime<br \/>\ninstalliert, das bis ins Jahr 1990 Bestand haben sollte. Allein in<br \/>\nden ersten Monaten der Diktatur wurden Tausende Menschen durch das<br \/>\nRegime ermordet &#8211; die h\u00f6chsten Sch\u00e4tzungen stammen von Amnesty<br \/>\nInternational: Die Menschenrechtsorganisation spricht von bis zu 30000 Morden f\u00fcr diesen Zeitabschnitt. Selbst die Botschaft des Staates, welcher der wichtigste Garant der Putschisten war &#8211; der USA &#8211; spricht von 5000 Morden in diesen Monaten.<\/p>\n<p><strong>Der Pinochet-Putsch &#8211; ein Lehrst\u00fcck des Imperialismus<\/strong><\/p>\n<p>Die USA hatten den Putsch politisch und finanziell unterst\u00fctzt, v.a. durch verdeckte CIA-Operationen. Die sozialistische Linksregierung Allendes hatte seit ihrer Macht\u00fcbernahme eine vollst\u00e4ndige und entsch\u00e4digungslose Verstaatlichung der gro\u00dfen Kupferminen durchgef\u00fchrt, ebenso eine umfassende Agrarreform und eine teilweise Nationalisierung von gro\u00dfen Banken und Industriebetrieben. Allendes Politik richtete sich damit konkret gegen die imperialistische Einflussnahme der USA.<br \/>\nAm 11. September 1973 entbl\u00f6sten die USA schlie\u00dflich ihre h\u00e4ssliche Fratze. Hatten sie ihre &#8222;Einmischungen&#8220; etwa in Kuba noch mit der nichtlegalistischen Macht\u00fcbernahme der Revolutionsregierung gerechtfertigt, gingen sie im Fall Chiles ganz offen auch gegen eine solche sozialistische Regierung vor, die durch Wahlen \u00fcber demokratische Legitimation verf\u00fcgte. Und auch in den Folgejahren stand die USA hinter der verb\u00fcndeten Milit\u00e4rdiktatur. Allein im Jahr 1976 floss &#8211; aller internationaler Emp\u00f6rung \u00fcber die Grausamkeit des Pinochet-Regimes zum Trotz &#8211; eine direkte Hilfe der USA von 290 Millionen US-Dollar an die Putschisten.<\/p>\n<p><strong>Der Neoliberalismus betritt die B\u00fchne der Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Zu Diensten stand freilich auch die Politik von Diktator Pinochet: Mit dem Putsch 1973 begann ein tiefgreifender Umbau der \u00f6konomischen und gesellschaftlichen Struktur. Ein vollst\u00e4ndiger R\u00fcckbau der Errungenschaften der Allende-\u00c4ra wurde vollzogen. Die umfassenden Privatisierungsma\u00dfnahmen und die vollkommene Liberalisierung des Marktes haben in Chile nicht nur zu hohen Wachstumsraten gef\u00fchrt, wie gerne von der westlichen Presse und \u0084so genannten Wirtschaftsexperten\u0093 hervorgehoben wird, sondern diese initiierten gleicherma\u00dfen einen praktischen Ausverkauf des Landes zur\u00fcck an multinationale Konzerne.<br \/>\nChile war dabei zugleich Versuchslabor. Die Z\u00fcge eines Kompromisses tragende \u00c4ra des New Deal und Keynesianismus der kapitalistischen \u00d6konomien, die ihrerseits Folge der katastrophalen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise war, wurde zuerst in Chile von der \u00c4ra des Neoliberalismus abgel\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Die Rolle Deutschlands:<\/strong><\/p>\n<p>Der bundesdeutsche Auslandsgeheimdienst BND war in der Sache bestens informiert: Er wurde bereits einige Tage zuvor durch die CIA von dem geplanten Putsch in Kenntnis gesetzt. Angeblich soll der BND es jedoch unterlassen haben, den SPD-Bundeskanzler Willy Brandt zu unterrichten. Unterrichtet &#8211; allerdings unbeabsichtigt &#8211; wurde hingegen die DDR. Dank Alfred Spuhler, einem im BND platzierten Spion des DDR-Geheimdienstes MfS, gelangte die Information in das andere Deutschland. Eine Warnung der DDR an Allende kam leider zu sp\u00e4t.<br \/>\nIn der Folgezeit wurden zahlreiche politisch verfolgte Linke mit Hilfe der Stasi aus Chile ausgeschleust und in die DDR gebracht, wo sie Asyl erhielten. Prominentestes Beispiel ist Carlos Altamirano, der Generalsekret\u00e4r der Sozialistischen Partei Chiles. Die DDR nahm insgesamt an die 6000 Fl\u00fcchtlinge auf, verurteilte den Putsch und zog kurz darauf ihren Botschafter in Chile ab.<br \/>\nObwohl auch in der Bundesrepublik etwa 3000 vor der Diktatur gefl\u00fcchtete Chilenen Asyl fanden, war der Tonfall auf der kapitalistischen Seite des Eisernen Vorhangs naturgem\u00e4\u00df ein anderer: CSU-Scharfmacher Franz-Josef Strau\u00df kommentierte die Ereignisse folgenderma\u00dfen: &#8222;Angesichts des Chaos, das in Chile geherrscht hat, erh\u00e4lt das Wort Ordnung f\u00fcr die Chilenen pl\u00f6tzlich wieder einen s\u00fc\u00dfen Klang.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Gedenken wir am 11. September den Opfern des reaktion\u00e4ren Putsch in Chile!<\/strong><br \/>\n<strong> Hoch die Internationale Solidarit\u00e4t!<\/strong><\/p>\n<p>Wir zeigen am Sonntag, 22. September 2013 im Linken Zentrum Freiburg Adelante, Gl\u00fcmerstra\u00dfe 2, 79102 Freiburg i. Br. die Dokumentation &#8222;Las grandes alamedas&#8220; (Colectivo Presente, Chile\/Deutschland, 2004). Der Film erz\u00e4hlt eine andere Geschichte als die allzu h\u00e4ufig vom wirtschaftlichen und sozialen Vorzeigemodell Lateinamerikas intonierte:<br \/>\nSie f\u00fchrt von der Diktatur Pinochets direkt zum heutigen entfesselten Neoliberalismus. 30 Jahre nach dem Putsch ist das Land weiterhin von Armut gepr\u00e4gt und durch privatisierte \u00f6ffentliche Sektoren ersch\u00fcttert.<br \/>\nDurch die pers\u00f6nlichen, kritisch reflektierenden Erz\u00e4hlungen der verschiedenen Protagonisten begibt sich der Film zugleich auf die Spur des fr\u00fcheren und heutigen Widerstands.<\/p>\n<p>WAS: Filmvorf\u00fchrung &#8222;Las grandes alamedas&#8220; (Colectivo Presente, Chile\/<br \/>\nDeutschland, 2004)<br \/>\nWANN: Sonntag, 22.09.2013; 20 Uhr<br \/>\nWO: Adelante. Linkes Zentrum Freiburg, Gl\u00fcmerstra\u00dfe 2, 79102 Freiburg i.<br \/>\nBr.<\/p>\n<p><em>\u201eMit Sicherheit ist dies die letzte Gelegenheit, mich an Sie zu wenden. (&#8230;) Mir bleibt nichts anderes, als den Arbeitern zu sagen: Ich werde nicht aufgeben! In diesem historischen Moment werde ich die Treue zum Volk mit meinem Leben bezahlen. (&#8230;) Sie haben die Macht, sie k\u00f6nnen uns \u00fcberw\u00e4ltigen, aber sie k\u00f6nnen die gesellschaftlichen Prozesse nicht durch Verbrechen und nicht durch Gewalt aufhalten. Die Geschichte geh\u00f6rt uns und sie wird durch die V\u00f6lker geschrieben. Arbeiter meiner Heimat:<\/em><br \/>\n<em> Ich m\u00f6chte Ihnen f\u00fcr Ihre Treue danken. (&#8230;) Es lebe Chile! Es lebe das Volk! Es leben die Arbeiter! Dies sind meine letzten Worte und ich bin sicher, dass mein Opfer nicht umsonst sein wird, ich bin sicher, dass es wenigstens ein symbolisches Zeichen ist gegen den Betrug, die Feigheit und den Verrat.\u201c <\/em>(Salvador Allendes letzte Worte an das chilenische Volk wenige Stunden vor seinem Tod)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;C &#8211; I &#8211; A \/ Chile ist amerikanisch.&#8220; \u201eJetzt hat die Armee nicht mehr l\u00e4nger stillgehalten. Drei Jahre Marxismus sind ihr genug.\u201c Bild-Zeitung am 12.09.1973. Filmvorf\u00fchrung und Vok\u00fc: 40 Jahre Putsch in Chile | Sonntag, 22.September | 20 Uhr | Linkes Zentrum Freiburg \u00a1adelante! Hintergrundtext von uns | Ank\u00fcndigungstext Am 11. 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