{"id":238,"date":"2010-01-04T01:17:28","date_gmt":"2010-01-03T23:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/alfr.blogsport.de\/2010\/01\/04\/raus-gegen-die-nato-kriegskonferenz-2010\/"},"modified":"2010-01-04T01:17:28","modified_gmt":"2010-01-03T23:17:28","slug":"raus-gegen-die-nato-kriegskonferenz-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=238","title":{"rendered":"Raus gegen die NATO-Kriegskonferenz 2010"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/Bilder\/siko2010.png\" align=\"left\" alt=\"Krieg dem Krieg \u00fcberall! Bringt die NATO jetzt zu Fall!\" \/>Wir unterst\u00fctzen den Aufruf des AK Internationalismus zu den <a href=\"http:\/\/www.autistici.org\/g8\/deu\/siko\/\">Protesten<\/a> gegen die diesj\u00e4hrige NATO-Kriegskonferenz am 6. Februar 2010 in M\u00fcnchen. Mit einer kraftvollen internationalistischen Demonstration wollen wir ein Zeichen setzen gegen Kapitalismus, Krise und Krieg. Der Kampf um die Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung ist die beste Antikriegsbewegung. Einen weiteren Aufruf findet ihr <a href=\"http:\/\/sicherheitskonferenz.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Gegen Krieg und Krise!<br \/>\nRaus gegen die NATO-Kriegskonferenz 2010!<\/strong><\/p>\n<p>Vom 5. bis 7. Februar treffen bei der \u201eSicherheitskonferenz\u201c in M\u00fcnchen die Verteidigungsminister der NATO-Staaten, die Gener\u00e4le und R\u00fcstungslobbyisten zusammen, um ihren t\u00f6dlichen Gesch\u00e4ften nachzugehen. Auch dieses Jahr werden wir massenhaft auf die Stra\u00dfe gehen: <strong>Gegen Krieg, Krise und Kapitalismus!<\/strong><\/p>\n<p><strong>06.02. 2010:<\/strong><br \/>\nInternationale Gro\u00dfdemonstration<br \/>\n12 Uhr Marienplatz, M\u00fcnchen<br \/>\nRaus gegen die Kriegskonferenz! Rein in den internationalistischen Block!<!--more--><\/p>\n<p>Bundeswehr und NATO-Truppen raus aus Afghanistan, raus aus Somalia und aus allen L\u00e4ndern, wo sie sonst ihr Unwesen treiben! Schluss mit milit\u00e4rischer und zivil-milit\u00e4rischer \u201eKonfliktpr\u00e4vention\u201c, Migrationskontrolle und Aufstandsbek\u00e4mpfung nach \u201einnen\u201c und \u201eau\u00dfen\u201c! Bundeswehr, NATO, EU-Interventionstruppen und alle Milit\u00e4r- und Repressionsapparate geh\u00f6ren aufgel\u00f6st! Kriegsger\u00e4t geh\u00f6rt verschrottet, und wenn wir daf\u00fcr selbst Hand anlegen m\u00fcssen!<\/p>\n<p>Wir rufen auf zu Widerstand gegen Militarisierung und Krieg \u2013 bei der SIKO, aber auch an Milit\u00e4rstandorten, R\u00fcstungsproduktionsst\u00e4tten und Rekrutierungsorten der Bundeswehr, wie Schulen, Unis und Arbeits\u00e4mtern!<\/p>\n<p>Kapitalismus produziert immer Armut, Ausschlu\u00df und Krisen und l\u00e4sst sich nur mit Repression und Krieg aufrechterhalten. Darum ist der internationalistische Kampf um die Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung die beste Antikriegsbewegung!<\/p>\n<p><strong>Krieg und Krise \u2013 zwei Seiten kapitalistischer Herrschaft<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die Siko als j\u00e4hrlich wiederkehrende Routine erscheinen k\u00f6nnte, sind die Vorzeichen, unter denen die Konferenz dieses Jahr stattfindet, von ganz besonderer Natur: Seit im Herbst 2008 jene Spekulationsblase geplatzt ist, die die kapitalistische Verwertungsdynamik der letzten Jahre in Gang hielt, steckt der globale Kapitalismus in der tiefsten Krise der letzten Jahrzehnte. Gerade in der Krise werden die sozialen Gegens\u00e4tze zwischen denen, die Produktionsmittel, Reicht\u00fcmer und Ressourcen kontrollieren und denen, die t\u00e4glich um ihr \u00dcberleben k\u00e4mpfen m\u00fcssen, weiter zugespitzt. Mehr Menschen als jemals zuvor in der Geschichte hungern und immer mehr Menschen werden nach kapitalistischer Logik zu gef\u00e4hrlichen \u201e\u00dcberfl\u00fcssigen\u201c erkl\u00e4rt, die es niederzuhalten gilt.<\/p>\n<p>Im Kontext der Krise nimmt auch die globale Konkurrenz um knapper werdende Ressourcen und Absatzm\u00e4rkte zu und damit die Militarisierung der Weltpolitik, die die westlichen Staaten mit Hilfe ihrer Armeen und der NATO vorantreiben. Die weltweite Sicherung von Energiezufuhr, M\u00e4rkten und Rohstofflieferungen werden sowohl in den verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr als auch in den Strategiepapieren der NATO explizit als Kriegsgr\u00fcnde benannt.<\/p>\n<p>Somalia: \u201ePiratenjagd\u201c auf den Transportwegen der globalen Warenzirkulation<br \/>\nIm Rahmen der \u201eEurop\u00e4ischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik\u201c, begleitet vom Presserummel um dramatische Seefahrerstories am Horn von Afrika, hat sich Deutschland dazu erm\u00e4chtigt, in somalischen Hoheitsgew\u00e4ssern Kriegsschiffe auf die Jagd nach Pirat_innen zu schicken. Das hei\u00dft: Leute, die der \u201ePiraterie\u201c verd\u00e4chtigt werden, werden festgenommen, ihrer Boote beraubt und gegebenenfalls auch mit scharfen Waffen beschossen; die somalische K\u00fcste sowie H\u00e4fen benachbarter afrikanischer Staaten geraten zunehmend unter die Kontrolle europ\u00e4ischer und US-amerikanischer Milit\u00e4rs. Gesch\u00fctzt werden damit einerseits die Fischfangflotten der Industriestaaten, die seit Jahren das Meer vor der afrikanischen K\u00fcste leer fischen und somalische Fischer_innen ihrer Existenzgrundlagen beraubt haben. Dar\u00fcber hinaus wird eine der weltweit meistbefahrenen Schifffahrtsrouten f\u00fcr \u00d6l und andere begehrte Handelsg\u00fcter gesichert \u2013 gegen Leute aus einem der \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt, die sich durch Kapern von Schiffen und L\u00f6segeldforderungen zumindest einen Bruchteil der Reicht\u00fcmer abzweigen, die vor ihrer K\u00fcste vorbeischippern. Und f\u00fcr die EU-Staaten ist die Pirateriebek\u00e4mpfung ein willkommener Anlass, sich als maritime Global Player zu etablieren und ihre milit\u00e4rische Pr\u00e4senz in einer geostrategisch wichtigen Weltregion deutlich auszubauen.<\/p>\n<p><strong>Bundeswehr, NATO und EU-Milit\u00e4r raus aus Somalia, Kenia und Dschibouti!<\/p>\n<p>Afghanistan: Kriegsverbrechen am Hindukusch<\/strong><\/p>\n<p>Mit wachsender Beteiligung deutscher Soldat_innen eskalieren die NATO-Staaten seit 2001 den Krieg um Afghanistan. Tausende Afghan_innen haben durch diesen Krieg ihr Leben verloren, die Opferzahlen sind Jahr f\u00fcr Jahr stetig angestiegen. Inzwischen wurde der Krieg auch auf Pakistan ausgeweitet, wo u.a. das US-Milit\u00e4r \u201egezielte T\u00f6tungen\u201c von verd\u00e4chtigen mit Drohnen durchf\u00fchrt. L\u00e4ngst hat die zunehmende Zahl von Vergewaltigungen und Selbstt\u00f6tungen von Frauen die Propaganda L\u00fcgen gestraft, dieser Krieg h\u00e4tte irgendetwas mit Frauenbefreiung zu tun. Bisheriger blutiger H\u00f6hepunkt der deutschen Kriegsbeteiligung war das Massaker von Kundus, bei dem mindestens 142 Menschen auf Befehl des deutschen Oberst Klein ermordet wurden. W\u00e4hrend die deutsche Regierung L\u00fcgen verbreitet, um die Tatsache zu verschleiern, dass ein deutscher Offizier zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die Ermordung von \u00fcber hundert Menschen befohlen hat, geht Guttenberg noch einen Schritt weiter: Er versucht, die \u00d6ffentlichkeit auf einen \u201eechten\u201c Krieg einzuschw\u00f6ren, bei dem die M\u00f6rder in Uniform volle R\u00fcckendeckung und Schutz vor Strafverfolgung genie\u00dfen. F\u00fcr die Zeit nach dem Abzug der eigenen Truppen arbeiten die NATO-Staaten daran, Afghanistan zu einem autorit\u00e4ren pro-westlichen Milit\u00e4rstaat unter der F\u00fchrung des Wahlf\u00e4lschers Karsai und einer Riege gekaufter Warlords aufzur\u00fcsten, wof\u00fcr die EU-Mission \u201eEUPOL\u201c mit 25%iger deutscher Beteiligung afghanische Polizei ausbildet. Die NATO-Staaten f\u00fchren in Afghanistan Krieg um die Kontrolle \u00fcber ein verarmtes Land, wo 61% der Bev\u00f6lkerung unterern\u00e4hrt sind. Ein Land, in dem gleichzeitig f\u00fcr investierende westliche Konzerne durch neoliberale Wirtschaftsreformen im Rahmen der Besatzung eine der laut Bundesamt f\u00fcr Au\u00dfenwirtschaft \u201eoffensten Volkswirtschaften \u00fcberhaupt\u201c durchgesetzt wurde. Ziel der NATO-Staaten ist es dabei, sich durch Truppenpr\u00e4senz und Unterst\u00fctzung loyaler Regimes einen strategischen Vorteil bei der Kontrolle \u00fcber Rohstoffe und Transportwege in Zentralasien zu sichern.<\/p>\n<p><strong>Bundeswehr und NATO-Truppen raus aus Afghanistan! Kriegsverbrecher bestrafen!<\/p>\n<p>Repressive Befriedung und innere Militarisierung<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn der markante Anstieg des Welthungers und die Zuspitzung milit\u00e4rischer Konfrontationen zweifellos die dramatischten Folgen der Krise des kapitalistischen Systems sind, verschlechtern sich auch innerhalb der westlichen Industriestaaten die Lebensverh\u00e4ltnisse gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung. W\u00e4hrend viele Linke noch \u00fcber den epochalen Strukturbruch nachdachten und die (vermeintliche) Legitimationskrise des neoliberalen Kapitalismus als automatische Konsequenz des \u00f6konomischen Einbruchs sahen, gelang es der politischen Klasse durch umfassende keynesianistische Staatsintervention, die realen Folgen des Absturzes abzufedern und zu verz\u00f6gern. Nirgends in Europa au\u00dfer im peripheren Griechenland kam es zur erhofften Revolte gegen den in die Krise geratenen Kapitalismus.<\/p>\n<p>Heute wird deutlich, dass \u00f6konomische Krise und politische Krise nicht deckungsgleich sind: W\u00e4hrend der Kapitalismus seine \u00f6konomische Krise gr\u00f6\u00dftenteils selbst produziert, sind wir ganz und gar alleine daf\u00fcr verantwortlich, eine politische Krise auszul\u00f6sen, die Perspektiven auf ein besseres Ganzes er\u00f6ffnet.<br \/>\nDie Gegenseite wei\u00df freilich, dass die \u00f6konomische Krise schnell in eine politische Krise umschlagen kann. Die Technokraten des Bestehenden greifen auf das bew\u00e4hrte Instrumentarium zur\u00fcck \u2013 Spalten, Individualisieren, Paranoia sch\u00fcren: Spalten in Arbeitslose und Besch\u00e4ftigte, in Prek\u00e4re und (vermeintlich) sicher Besch\u00e4ftigte, in die \u201ePrivilegierten\u201c mit Tariflohn und jene mit untertariflicher Bezahlung. Spalten hei\u00dft aber nat\u00fcrlich auch ethnisieren und es ist kein Zufall, wenn in einem Atemzug gegen Migrant_innen, gegen \u2018den Islam\u2019 und gegen Langzeiterwerbslose gehetzt wird, wie es Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin exemplarisch vorexerziert hat. Die Individualisierung ist dabei ein Hauptziel der herrschenden Ideologie: Jede_r soll f\u00fcr sich alleine ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen und auftretende Probleme immer als seine\/ihre Probleme wahrnehmen, aber nicht als Ausdruck gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse. Spaltung und Individualisierung werden begleitet von einer immer wieder aufs neue angefachten Terrorparanoia, deren letzter lokaler H\u00f6hepunkt die Umgestaltung des Oktoberfests in eine Art gigantische Zivilschutz\u00fcbung mit hunderttausenden Beteiligten war. Denn wer Angst hat, k\u00e4mpft nicht, sondern h\u00e4lt das Maul.<br \/>\nWo die herrschende Ideologie der Spaltung, Individualisierung und der Paranoia aber nicht ausreicht, um die Zuspitzung von Widerspr\u00fcchen zu verhindern, und sich K\u00e4mpfe entwickeln, wird eine h\u00e4rtere Gangart eingeschlagen: Polizeiliche Repression und zunehmend auch der Einsatz der Armee im Inneren. W\u00e4hrend der Bundeswehreinsatz im Inneren in Deutschland momentan noch auf \u201ebesondere Anl\u00e4sse\u201c wie den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 oder das Bundeswehrgel\u00f6bnis in M\u00fcnchen 2009 begrenzt ist, geh\u00f6ren patroullierende Soldaten in italienischen St\u00e4dten inzwischen schon zum Alltag. Der Vertrag von Lissabon erlaubt ausdr\u00fccklich den Einsatz von Milit\u00e4r zur \u201eTerrorbek\u00e4mpfung\u201c im EU-Inland \u2013 mit einer Terrordefinition, die so weit gefasst ist, dass darunter auch ein politischer Generalstreik f\u00e4llt. Auch in Deutschland verschafft sich die Bundeswehr, bislang viel zu wenig beachtet von der \u00d6ffentlichkeit, zunehmenden gesellschaftlichen Einfluss durch Formen der sogenannte zivil-milit\u00e4rische Zusammenarbeit. So werden aktuell fl\u00e4chendeckend Verbindungskommandos der Bundeswehr aufgebaut, die in Landrats\u00e4mtern angesiedelt sind und im Falle von \u201eGro\u00dfschadensereignissen\u201c die Koordination zwischen Milit\u00e4r und zivilen Stellen gew\u00e4hrleisten sollen. Zu den Trainingsszenarien der Bundeswehr geh\u00f6rt auch das Vorgehen gegen protestierende Menschenmengen und gegen Streikende. Nicht zuletzt versucht die Bundeswehr mit Rekrutierungsauftritten in Schulen und Arbeits\u00e4mtern immer penetranter, junge Leuten mit dem Versprechen eines \u201ekrisensicherer\u201c Arbeitsplatzes als Kanonenfutter zu k\u00f6dern. Dazu passend nimmt die Bundeswehr \u00fcber den Einsatz von Jugendoffizieren in der Aus- und Fortbildung von LehrerInnen zunehmend Einfluss auf Inhalte des Schulunterrichts.<\/p>\n<p><strong>Bundeswehr raus aus Schulen, Unis und Arbeits\u00e4mtern!<\/p>\n<p>Ausnahmezust\u00e4nde und entgrenzte Kriege<\/strong><\/p>\n<p>Aber die Milit\u00e4rstrategen sind bei ihren Planungen der Realit\u00e4t wie immer einen Schritt voraus: Im NATO-Papier Urban Operations 2020 skizziert eine hochkar\u00e4tige Arbeitsgruppe aus sieben NATO-Staaten den Krieg der Zukunft als urbanen Krieg, in dem die Bebauung, Infrastruktur und Bev\u00f6lkerungsdichte traditionelle Taktiken an ihre Grenzen sto\u00dfen lassen. Es geht nicht mehr in erster Linie um den Kampf gegen eine feindliche Armee, sondern um \u201easymmetrische Bedrohungen\u201c, Aufst\u00e4nde und Chaos in der \u00c4ra un\u00fcbersichtlicher Megacities mit ausgepr\u00e4gten sozialen Konflikten. Ziel ist nicht mehr die einmalige Eroberung einer feindlichen Stadt durch hohe Feuerkraft, sondern die langfristige Kontrolle des Territoriums und der Bev\u00f6lkerung durch die Besetzung neuralgischer Punkte, den Einsatz \u201enicht-t\u00f6dlicher Waffen\u201c, die Schaffung von Informationshegemonie, zivil-milit\u00e4rische Zusammenarbeit, \u201ePr\u00e4zisionsluftschl\u00e4ge\u201c und die Isolation einzelner Knotenpunkte der \u201efeindlichen Kr\u00e4fte\u201c. Dass solche Strategien im \u201eHeimatschutz\u201c potentiell genauso anwendbar sind wie in eroberten L\u00e4ndern, belegen Parallelen zwischen dem \u201eZivilschutz\u201c in New Orleans nach dem Hurrican Catherina und den \u201eurban operations\u201c der US-Armee in Bagdad.<\/p>\n<p>Berlin ist nicht Badgad, aber der Fluchtpunkt der NATO-Strategie ist die Aufl\u00f6sung des Unterschieds zwischen milit\u00e4rischen und polizeilichen Aktionen und damit des Unterschieds zwischen Krieg nach au\u00dfen und Krieg nach innen. Soldaten sollen im Falle eines krisenbedingten Ausnahmezustands in den \u201eeigenen\u201c St\u00e4dten ebenso eingesetzt werden k\u00f6nnen wie in denen besetzter L\u00e4nder. Umgekehrt ist der Einsatz von Polizisten der NATO-Staaten in den eroberten Protektoraten schon g\u00e4ngige Praxis. In der gegenw\u00e4rtigen Situation erh\u00e4lt der Euphemismus der \u201eKrisenreaktionskr\u00e4fte\u201c als Bezeichnung f\u00fcr die schnelle Eingreiftruppe der NATO also einen neuen Beigeschmack: Die Krise ist jetzt auch in den Staaten des globalen Nordens Realit\u00e4t, die krisenbedingten Konflikte werden sich versch\u00e4rfen und die Herrschenden bereiten sich darauf vor, den Status quo durch den Einsatz aller Mittel zu verteidigen \u2013 ihr Repertoire reicht von der ideologischen Berieselung \u00fcber zunehmend repressive institutionelle Armuts- und Erwerbslosigkeitsverwaltung und polizeiliche Repression bis hin zur milit\u00e4rischen Kontrolle sozialer Brennpunkte im eigenen Land.<br \/>\n<strong><br \/>\nKein ruhiges Hinterland! Urban struggles statt Urban Operations!<\/p>\n<p>Die Krise des Bestehenden produzieren: Soziale Rechte erk\u00e4mpfen!<\/strong><\/p>\n<p>Die politische Krise des Kapitalismus entsteht aus der Verbindung der K\u00e4mpfe gegen die Zumutungen, die wir in unseren Lebensverh\u00e4ltnissen konkret erfahren. Diese K\u00e4mpfe zusammenzufassen und zu b\u00fcndeln ist der erste Schritt hin zu einer gemeinsamen und massenhaften Infragestellung der bestehenden Verh\u00e4ltnisse. F\u00fcr die Produktion dieser politischen Krise der bestehenden Verh\u00e4ltnisse sind die n\u00e4chsten Jahre ausschlaggebend, in denen das Platzen der Spekulationsblase immer h\u00e4rter auf die Realwirtschaft und die t\u00e4glichen Lebensverh\u00e4ltnisse der Bev\u00f6lkerungsmehrheit durchschlagen wird. Massenentlassungen, Einsparungen bei den sozialen Sicherungssystemen sowie Lohn- und Rentensenkungen sind absehbar oder stehen schon auf der Tagesordnung. Die Unzufriedenheit wird also wachsen, aber um daraus eine politische Krise des Kapitalismus zu machen, bedarf es einer Zuspitzung, die von Solidarit\u00e4t und Klassenbewusstsein getragen ist \u2013 von dem Verst\u00e4ndnis also, dass das kapitalistische Elend nicht Schicksal ist, sondern ein Prozess an dessen Reproduktion wir alle tagt\u00e4glich beteiligt sind und den wir deshalb ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, wenn wir gemeinsam k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Jahren werde die Milliarden, mit denen die Banken vor dem Kollaps bewahrt und die \u00dcberproduktionskrise der Autoindustrie kaschiert wurden, u.a. an jenen \u00f6ffentlichen Dienstleistungen eingespart werden, die unsere St\u00e4dte lebenswert machen: Schwimmb\u00e4der, Stadtbibliotheken, Jugendzentren und Kinderg\u00e4rten werden geschlossen werden; der \u00f6ffentliche Nahverkehr wird noch unerschwinglicher. Schulen und Unis werden von Sparma\u00dfnahmen ebenso betroffen sein. Zugleich wird das fallendes Lohnniveau der breiten Bev\u00f6lkerung und die Einfrierung der Arbeitslosengelds\u00e4tze Vieles f\u00fcr Viele unerschwinglich werden lassen. Jene Tendenzen, die wir alle bereits kennen, werden sich noch versch\u00e4rfen: Die Aufschickung der beliebten Stadtviertel; die Vertreibung derer, die der Yuppiesierung entgegenwirken, der Sprayer, die die schicken Fassade zutaggen, der Armen, die ihr Bier auf der Parkbank trinken, weil sie sich die Kneipe nicht leisten k\u00f6nnen, der Migrantenfamilien, denen das Geld f\u00fcr eine renovierte Altbauwohnung fehlt, oder alter Menschen, deren magere Rente kaum zum \u00dcberleben und erst recht nicht f\u00fcr die steigenden Mieten reicht. Aber auch die unmittelbarsten Auswirkungen der Krise, die Entlassungen und Werksschlie\u00dfungen finden nicht irgendwo, sondern konkret in unseren St\u00e4dten statt. Quelle schlie\u00dft in N\u00fcrnberg, Infineon hat in M\u00fcnchen entlassen, Karstadtfilialen machen \u00fcberall dicht.<br \/>\nEs gilt diese Facetten der Betroffenheit zu b\u00fcndeln und konkret sp\u00fcrbar zu machen, dass es sich um Auswirkungen ein und desselben Ausbeutungsverh\u00e4ltnisses handelt. Es gilt Parolen zu entwickeln, die diese Vielgestaltigkeit fassen und so Solidarisierungsprozesse ausl\u00f6sen, die es erm\u00f6glich, gemeinsam soziale Rechte zu erk\u00e4mpfen und gesellschaftlichen Reichtum anzueignen. Zugleich gilt es, die Konfliktstr\u00e4nge in unserem Alltag mit einer Perspektive internationaler Solidarit\u00e4t zu verbinden, die sich im Widerstand gegen die Akteure und Institutionen der globalen Pl\u00fcnderung und gegen ihre Kriege manifestiert.<\/p>\n<p><strong>Der gemeinsame Kampf um Befreiung ist die beste Antikriegsbewegung!<\/strong><\/p>\n<p>Wir gr\u00fc\u00dfen mit unserem Protest gegen die NATO-Kriegskonferenz die Berliner Genossen, die zu mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen verurteilt wurden, weil ihnen Aktionen gegen Bundeswehrlogistik und Kriegsger\u00e4t vorgeworfen werden. <strong>Freiheit f\u00fcr Axel, Florian und Oliver!<\/strong><\/p>\n<p><strong>In diesem Sinne: Auf nach M\u00fcnchen!<\/strong><\/p>\n<p>Wie jedes Jahr wird es in M\u00fcnchen am Protestwochenende ein Convergence Center geben:\u2028 Kafe Marat, ehem. Tr\u00f6pferlbad, Thalkirchnerstr. 104, 2. Aufgang U3\/U6 Goetheplatz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen den Aufruf des AK Internationalismus zu den Protesten gegen die diesj\u00e4hrige NATO-Kriegskonferenz am 6. Februar 2010 in M\u00fcnchen. Mit einer kraftvollen internationalistischen Demonstration wollen wir ein Zeichen setzen gegen Kapitalismus, Krise und Krieg. Der Kampf um die Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung ist die beste Antikriegsbewegung. Einen weiteren Aufruf findet ihr hier. 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