{"id":281,"date":"2010-01-20T15:24:02","date_gmt":"2010-01-20T13:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/alfr.blogsport.de\/2010\/01\/17\/demonstration-in-freiburg-gegen-die-bundeswehr-im-klassenzimmer-ein-erfolg\/"},"modified":"2014-11-05T00:09:30","modified_gmt":"2014-11-04T23:09:30","slug":"demonstration-in-freiburg-gegen-die-bundeswehr-im-klassenzimmer-ein-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=281","title":{"rendered":"Antimilitaristische Demonstration in Freiburg gegen die \u201eBundeswehr im Klassenzimmer\u201c ein Erfolg"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"Bundeswehr wegtreten!\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/Bilder\/2010-01-23-demo-bw-start.jpg\" align=\"left\" \/>Am Samstag, den 23. Januar 2010, demonstrierten in Freiburg ca. 500 Menschen gegen das Kooperationsabkommen zwischen den <a href=\"http:\/\/sdajbochum.twoday.net\/stories\/bundeswehr-macht-schule\/\">Jugendoffizieren<\/a> der Bundeswehr und dem Kultusministerium Baden-W\u00fcrttemberg. Dieses Abkommen wurde im Dezember 2009 unterzeichnet und soll nun den Werbefeldzug des deutschen Milit\u00e4rs auf die Schulen des Landes ausdehnen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund haben Aktivistinnen und Aktivisten aus dem <a href=\"http:\/\/www.bildungsstreik2009-freiburg.de\/\">Freiburger Bildungsstreikb\u00fcndnis<\/a> die Demonstration <a href=\"http:\/\/jugendoffizier.wordpress.com\/\">&#8222;Bundeswehr raus aus dem Klassenzimmer&#8220;<\/a> organisiert und eine <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/01-14\/063.php?sstr=bundeswehr\">inhaltliche Debatte<\/a> angesto\u00dfen. Ein breites B\u00fcndnis, das von Studerendenvertretungen \u00fcber Linkspartei, DKP, Gewerkschaften bis zu uns reichte, stellte klar, dass der Kampf gegen die <a href=\"http:\/\/alfr.blogsport.de\/category\/antimilitarismus-regional\/\">Militarisierung<\/a> der Gesellschaft ganz oben auf der Tagesordnung der linken und fortschrittlichen Kr\u00e4fte steht. Der Krieg in Afghanistan, die aggressive Werbestrategie der Bundeswehr zur Rekrutierung von Kanonenfutter im Innern sowie ein weltpolitisches Klima der Aggression und der Militarisierung zeigt die Notwendigkeit unseres gemeinsamen Kampfes gegen Faschismus und Krieg. Die Pl\u00e4ne des Milit\u00e4rs m\u00fcssen durchkreuzt, seine Vorhaben sabotiert werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Klassenkampf statt Vaterland!\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/Bilder\/bundeswehr-roter-block.jpg\" align=\"right\" \/>Auf der Demonstration selbst wurde, wie nur selten in Freiburg, eine Au\u00dfenwirkung geschaffen, die unsere Kritik den Passanten vermittelbar machte. Zum einen wurde dies m\u00f6glich, da sich die Polizei zur\u00fcckhielt und, wie wir es auch in Zukunft erwarten, den Stra\u00dfenverkehr regelte. Zum anderen lag das aber auch an mehreren \u00fcberwiegend sehr guten Redebeitr\u00e4gen, inhaltlich hochwertigen Flugbl\u00e4ttern und kreativen Agit-Prop-Aktionen. Ein Dutzend rote Fahnen und ausgew\u00e4hlte Parolen mit Bezug zum Thema lie\u00dfen auch den klassenk\u00e4mpferischen Teil der Demo gut aussehen. Davon w\u00fcnschen wir uns nat\u00fcrlich auch in Zukunft mehr in Freiburg.<\/p>\n<p>Alles in allem war diese <a href=\"http:\/\/alfr.blogsport.de\/2010\/01\/18\/demo-am-23-januar-2010-in-freiburg-bundeswehr-raus-aus-dem-klassenzimmer\/\">bundesweit erste Demo<\/a> gegen die Kooperationsvereinbarungen ein wichtiger Schritt. Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, dass die Bundeswehr ungehindert f\u00fcr ihr m\u00f6rderisches Handwerk werben kann und junge Menschen an Schulen f\u00fcr die kommenden milit\u00e4rischen Interventionen k\u00f6dert. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund der m\u00f6rderischen deutschen Geschichte, die sich niemals wiederholen darf.<\/p>\n<p><strong>Krieg dem Krieg!<br \/>\nHoch die internationale Solidarit\u00e4t!<br \/>\nF\u00fcr eine revolution\u00e4re Perspektive!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehr Infos:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/freiburger-buendnis-bundeswehr-raus-aus-dem-klassenzimmer\">Bescheidener Vorbericht der b\u00fcrgerlichen Presse<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.rdl.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=4862&amp;Itemid=145\">Vorbericht auf Radio Dreyeckland<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/16127\">Demobericht auf Indymedia Linksunten<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/44766622@N08\/sets\/72157623144306473\/\">Bilderstrecke von der Demo<\/a><\/p>\n<p><strong>Im Folgenden dokumentieren wir unseren Redebeitrag auf der Demo:<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Liebe Demonstrationsteilnehmer, liebe Passanten,<br \/>\nwir demonstrieren hier heute gegen das Kooperationsabkommen zwischen der Bundeswehr und dem Kultusministerium Baden-W\u00fcrttemberg. Zu der Bedeutung dieses Kooperationsabkommens ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Was wir daraus noch einmal hervorheben m\u00f6chten ist folgender Wortlaut:<\/p>\n<p>Ich zitiere aus dem Abkommen:<\/p>\n<p>\u201eJugendoffiziere informieren im schulischen Kontext Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcber die zur Friedenssicherung m\u00f6glichen und\/oder notwendigen Instrumente der Politik. Dabei werden Informationen zur globalen Konfliktverh\u00fctung und Krisenbew\u00e4ltigung genauso wie Informationen zu nationalen Interessen einzubeziehen sein.\u201c<\/p>\n<p>Wir fragen euch: Was zur H\u00f6lle sind nationale Interessen?<\/p>\n<p>Juristen w\u00fcrden jetzt sagen: \u201eNationale Interessen sind ein unbestimmter Rechtsbegriff, der n\u00e4her ausgef\u00fchrt werden muss.\u201c<\/p>\n<p>Wir sagen: Nationale Interessen sind grober Unfug. Die Nation ist ein irrationales Konstrukt der herrschenden Klasse. Die Menschen die diesem Konstrukt zugerechnet werden, haben nicht die gleichen Interessen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Menschen in diesem Lande ist gegen den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr und f\u00fcr einen sofortigen Abzug der dort stationierten Truppen. Trotzdem bahnen sich eine weitere Mandatsverl\u00e4ngerung und eine Aufstockung des deutschen Kontingentes durch den Bundestag an.<\/p>\n<p>Aber was sagt denn \u00fcberhaupt die Bundeswehr zu dem hei\u00dfen Eisen \u201eNationale Interessen\u201c? In den sogenannten Verteidigungspolitischen Richtlinien der Truppe wird folgendes zum nationalen Interesse erhoben:<\/p>\n<p>\u201cDie Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu M\u00e4rkten und Rohstoffen in aller Welt&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Na Klasse! Der Zyniker w\u00fcrde hier jetzt noch anmerken, dass die Bundeswehr noch das Erw\u00e4hnen vom neuen Lebensraum im Osten vergessen hat, aber den lassen wir jetzt lieber nicht zu Wort kommen.<\/p>\n<p>Aber was sind denn meine Interessen? \u201eUngehinderter Zugang zu Rohstoffquellen und Absatzm\u00e4rkten&#8220; h\u00f6rt sich doch zu sehr nach einem Statement der sogenannten Arbeitgeberverb\u00e4nde an.<\/p>\n<p>Wir von der Antifaschistischen Linken Freiburg m\u00f6chten in einer herrschaftsfreien Welt ohne Chefs und ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen leben. Da das in den n\u00e4chsten 14 Tagen wohl nicht zu erreichen ist, haben wir eine noch etwas bescheidenere Variante anzubieten:<\/p>\n<p>&#8211; Wir wollen die Welt verstehen k\u00f6nnen, also bestm\u00f6glichen Zugang zu Wissen und Bildung haben!<br \/>\n&#8211; Wir wollen in sozial gesicherten Verh\u00e4ltnissen leben!<br \/>\n&#8211; Wir wollen nicht nur malochen sondern auch mal sch\u00f6n ausspannen und uns den sch\u00f6nen Dingen des Lebens zuwenden!<br \/>\n&#8211; Wir wollen nicht von der Ausbeutung von anderen Menschen profitieren!<br \/>\n&#8211; Wir wollen in einer Welt ohne Kriege und ohne Faschismus leben!<\/p>\n<p>Leider ist diese Welt weit davon entfernt, diesen Bed\u00fcrfnissen zu entsprechen. Und die Bundeswehr ist ein wesentlicher Bestandteil des Problems. Sie steht eindeutig auf der andere Seite der Barrikade.<\/p>\n<p>Auch in Freiburg hat die Bundeswehr Br\u00fcckenk\u00f6pfe errichtet, von denen aus sie alles daran setzt die Gesellschaft nachhaltig zu militarisieren.<\/p>\n<p>&#8211; Sie h\u00e4ngt auf Ausbildungsmessen und auf der Badenmesse ab.<br \/>\n&#8211; Sie arbeitet auf den verschiedensten Ebenen mit der Uni zusammen.<br \/>\n&#8211; Sie betreibt ein Kreiswehrersatzamt in der Stadt und hat dort auch zwei Jugendoffiziere sitzen.<br \/>\n&#8211; Sie ist mindestens viermal im Jahr in der Arbeitsagentur und nimmt an der Reihe &#8222;Berufe in Uniform&#8220; teil.<br \/>\n&#8211; Nicht zuletzt vergeht kaum ein Tag, an dem einem in der Stadt nicht irgendein halbstarker Wehrdienstleistender in Uniform begegnet.<\/p>\n<p>Lasst uns gemeinsam alles daran setzen, die Bundeswehr im \u201eFrontabschnitt Freiburg\u201c zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und ihnen ihre \u00d6ffentlichkeitsarbeit unm\u00f6glich zu machen! Die M\u00f6glichkeiten des Widerstandes sind breit gef\u00e4chert. Je bunter unser Protest ist, desto weniger k\u00f6nnen sich die Uniformierten darauf einstellen. Die Vielfalt der Aktionen sollten wir als St\u00e4rke begreifen.<\/p>\n<p>Wenn Uniformtr\u00e4ger auf der Stra\u00dfe angep\u00f6belt werden, ist das in Ordnung. Wenn Menschen sich mit Transparenten vor die ARGE stellen ist das gut. Wenn Werbematerial der Bundeswehr entsorgt oder verf\u00e4lscht wird, ist das auch gut. Wenn Veranstaltungen von Milit\u00e4rs an Schulen und Unis blockiert werden ist das gro\u00dfartig.<\/p>\n<p>Und:<\/p>\n<p>Wenn sich Menschen in diesem Land dazu entschlie\u00dfen, den Krieg in Afghanistan und die Militarisierung der Gesellschaft zu sabotieren, dann ist das viel eher in meinem Interesse, als wenn mir Leute wei\u00dfmachen, ich sollte meine Haut f\u00fcr Rohstoffe und Absatzm\u00e4rkte riskieren.<\/p>\n<p>In diesem Sinne:<\/p>\n<p>Krieg dem Krieg!<br \/>\nHoch die internationale Solidarit\u00e4t!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag, den 23. Januar 2010, demonstrierten in Freiburg ca. 500 Menschen gegen das Kooperationsabkommen zwischen den Jugendoffizieren der Bundeswehr und dem Kultusministerium Baden-W\u00fcrttemberg. Dieses Abkommen wurde im Dezember 2009 unterzeichnet und soll nun den Werbefeldzug des deutschen Milit\u00e4rs auf die Schulen des Landes ausdehnen. 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