{"id":2816,"date":"2014-03-08T02:50:08","date_gmt":"2014-03-08T01:50:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=2816"},"modified":"2014-03-12T16:26:44","modified_gmt":"2014-03-12T15:26:44","slug":"auf-ein-neues-auswertung-des-1-mai-2013-in-freiburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=2816","title":{"rendered":"Auf ein Neues &#8211; Auswertung des 1. Mai 2013 in Freiburg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344348.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" style=\"margin-left: 10px; margin-right: 10px;\" alt=\"344348\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344348.jpg\" width=\"282\" height=\"228\" \/><\/a><em>Im Folgenden m\u00f6chten wir unsere Reflexion und Auswertung des 1. Mai 2013 in Freiburg ver\u00f6ffentlichen und damit unsere Mobilisierung 2014 starten.<\/em><\/p>\n<p>Wir leben in bewegungsarmen Zeiten. Die Schw\u00e4che der Linken ist seit Jahren offensichtlich. Eine starke, kontinuierlich arbeitende antikapitalistische Bewegung, die in der Lage w\u00e4re, sich gesellschaftlich Geh\u00f6r zu verschaffen und auf \u00f6ffentliche Debatten einzuwirken, besteht lediglich in Ans\u00e4tzen. Der Kapitalismus als Wirtschaftssystem, der Siegeszug des Neoliberalismus in s\u00e4mtlichen Lebensbereichen werden als alternativlos dargestellt und auch von denjenigen weitgehend als unver\u00e4nderbar hingenommen, die eigentlich ein objektives Interesse an Ver\u00e4nderungen haben. Auch erste Schritte in die richtige Richtung, wie die <a title=\"Blockupy\" href=\"http:\/\/blockupy.org\">Blockupy<\/a>-Krisenproteste, sind in dieser Situation bislang nur ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. Trotz der gegenw\u00e4rtigen Schw\u00e4che der Linken erachten wir es f\u00fcr notwendig, den Kampftag der Arbeiterklasse zum Anlass zu nehmen, unerm\u00fcdlich eine radikale Kritik am herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu formulieren.<\/p>\n<p>In Freiburg findet am 1. Mai traditionell die gewerkschaftliche Maidemonstration mit anschlie\u00dfender Kundgebung auf dem St\u00fchlinger Kirchplatz statt. Unabh\u00e4ngig davon finden sich seit vielen Jahren allerlei feierlustige Leute aus der autonomen Linken, der alternativen Szene, aus der Anwohnerschaft, Studierende und dar\u00fcber hinaus auf dem Stra\u00dfenfest im Freiburger Stadtteil Gr\u00fcn zusammen. Konzerte von lokalen Punkrockbands, Volksk\u00fcche, Salsa und Techno verwandeln ein halbes Stadtviertel zu einer herausragenden Party.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren haben wir oftmals zu Protesten gegen Naziaufm\u00e4rsche mobilisiert. 2013 war jedoch fr\u00fchzeitig klar, dass <!--more-->wir in Freiburg Akzente setzen k\u00f6nnen, da kein faschistischer Gro\u00dfaufmarsch in n\u00e4chster N\u00e4he anstehen w\u00fcrde. So entschlossen wir uns, gemeinsam mit Anderen zu einem antikapitalistischen Block auf der <a title=\"1. Mai Demo 2013 DGB Freiburg \" href=\"suedbaden.dgb.de\/themen\/++co++31e60aaa-9d0c-11e2-b998-00188b4dc422\">DGB-Demo<\/a>. Daher will dieser Text zum einen unsere, bzw. die Arbeit des B\u00fcndnisses zum Antikapitalistischen Block auf der Demonstration des<a href=\"http:\/\/suedbaden.dgb.de\/\"> DGB<\/a> reflektieren und in dem Zusammenhang nat\u00fcrlich auch auf das von uns im M\u00e4rz vergangenen Jahres verfasste <a title=\"Positionspapier der ALFR zum 1. Mai 2013 in Freiburg\" href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1410\">\u201ePositionspapier zum Ersten Mai in Freiburg<\/a>\u201c eingehen. Eine Auseinandersetzung mit dem Antwortpapier <a title=\"Antwort der Gruppe Viel zu Viel Arbeit auf das Positionspaier\" href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/trd0513\/t010513.html\">\u201eIdentit\u00e4r vs. Reaktion\u00e4r vs. ALFR\u201c<\/a>\u00a0 der Gruppe Viel zu viel Arbeit wird an anderer Stelle erfolgen.<\/p>\n<p>Antifaschistische Linke Freiburg, 06.03.2014<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>1. Das Vorspiel: Inhaltlicher Austausch?<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2013 trafen sich auf Einladung des <a href=\"http:\/\/kontrollverlust.blogsport.de\/\">Linksradikalen B\u00fcndnis Kontrollverlust<\/a> Vertreter verschiedener Gruppen und Einzelpersonen in der KTS zur Vorbereitung eines \u201eRevolution\u00e4ren 1.Mai in Freiburg\u201c. Wenn auch zur\u00fcckhaltend, so folgten wir doch dieser Einladung, da diese explizit ergebnisoffen formuliert war und so die M\u00f6glichkeit bestand, \u00fcber einen inhaltlichen Austausch zu einer gemeinsamen Praxis am 1. Mai zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt stand f\u00fcr uns bereits fest, dass wir am 1. Mai einen antikapitalistischen Block auf der DGB-Demo organisieren werden, was wir von Anfang an entsprechend kommunizierten. Nachdem das erste Treffen noch recht breit besucht war, lichteten sich die Reihen schnell. Einige Gruppen &#8211; beileibe nicht nur wir \u2013 \u00e4u\u00dferten ihre Kritik an einer m\u00f6glichen \u201eSzeneselbstdarstellungs-Demo\u201c recht fr\u00fch und machten deutlich, dass es keine Option w\u00e4re, am 1. Mai derart zu agieren. Der gemeinsame Nenner des verbleibenden B\u00fcndnisses war inhaltlich haupts\u00e4chlich von einem diffusen Abgrenzungsbed\u00fcrfnis zum DGB gepr\u00e4gt, was unter anderem an einzelnen Stimmen, welche die St\u00f6rung der DGB-Kundgebung forderten, deutlich wurde.<\/p>\n<p>Nach dem zweiten Vorbereitungstreffen erkl\u00e4rten wir, dass wir uns nicht weiter an diesen Treffen beteiligen w\u00fcrden. Wir k\u00fcndigten an, dies inhaltlich zu begr\u00fcnden, und ver\u00f6ffentlichten daher ein Diskussionspapier auf unserer Homepage und verteilten es auf unserem letzten B\u00fcndnistreffen direkt an die beteiligten Gruppen. Unter einem Crosspost auf Indymedia Linksunten begann eine am\u00fcsante bis absurde \u201eDiskussion\u201c, die von umfangreicher Einflussnahme des Linksunten-Moderatorteams gepr\u00e4gt war.<\/p>\n<p>Zur Einordnung unseres Positionspapiers: Wir beabsichtigten, innerhalb der \u201eSzene\u201c eine inhaltliche Auseinandersetzung \u00fcber die Art und Weise revolution\u00e4rer Praxis am 1. Mai in Freiburg in Gang zu bringen und in diesem Zusammenhang insbesondere den Fokus auf Perspektiven linker Politik zu richten. Dementsprechend hat es uns gefreut, dass die Gruppe Viel zu viel Arbeit auf unser Papier reagiert hat.<\/p>\n<p>Die Unterstellung in der Antwort von Viel zu viel Arbeit, es ginge uns um eine Ehrenrettung des DGB, bleibt zwar eine Unterstellung, trifft jedoch auf seine Art den Kern des Dissens um unser Papier. Was uns an der geforderten \u201eFundamentalkritik am DGB\u201c st\u00f6rt, ist, dass sie unserer Auffassung nach eben nicht der Notwendigkeit zu entspringen scheint, eine sachliche, die revolution\u00e4re Linke weiterbringende Kritik an den DGB-Gewerkschaften zu formulieren, sondern zuerst einem Bed\u00fcrfnis, sich zum Zwecke der Selbstbeweihr\u00e4ucherung der vorgeblichen eigenen Radikalit\u00e4t zu vergewissern.<\/p>\n<p>Wir wollen festhalten, dass die Antwort von Viel zu viel Arbeit zwar teilweise etwas besserwisserisch im Tonfall, aber daf\u00fcr das einzige war, was an konstruktiven Debattenbeitr\u00e4gen zu h\u00f6ren war. Trotzdem haben wir das Gef\u00fchl, uns an dieser Stelle gerade gegen\u00fcber den Angriffen, die uns nach der Ver\u00f6ffentlichung unseres Papiers aus der \u201eSzene\u201c entgegenschlugen, rechtfertigen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Unserer Auffassung nach entspringt das Abgrenzungsbed\u00fcrfnis der vermeintlichen Linksradikalen, allem gegen\u00fcber was nach Reformismus riecht, dem Fehlen einer tats\u00e4chlichen linksradikalen Organisierung. Um diesen Mangel zu beheben, wird in die \u201eSzene\u201c eine gemeinsame Weltanschauung, gar eine Bewegung hineininterpretiert, die de facto gar nicht vorhanden ist. Der Versuch, sich mit einem vorgeblich besonders radikalen Auftreten und durch eine identit\u00e4tsstiftende Demonstration der eigenen St\u00e4rke zu versichern, erscheint entsprechend widerspr\u00fcchlich, wenn die Selbstbezogenheit nicht \u00fcberwunden wird. Szeneidentit\u00e4t kann in unseren Augen kein Ersatz f\u00fcr politische Organisation sein. Sich mit einer revolution\u00e4ren 1.Mai-Demo der eigenen Handlungsf\u00e4higkeit bewusst zu werden, verlangt zun\u00e4chst das Eingest\u00e4ndnis, dass diese in der Freiburger Linken eher schwach ist. Daraus k\u00f6nnen Handlungen abgeleitet werden, um in die Gesellschaft zu wirken, beispielsweise indem relevante Themen aufgegriffen und links(radikal) besetzt werden. Ein Ansatz, den die Initiatoren erfolgreicher 1.Mai Demonstrationen in anderen St\u00e4dten bereits begriffen haben.<!--more--><\/p>\n<p>Indem wir die \u201eSzene\u201c als Konstruktion kritisieren, die in den allt\u00e4glichen gesellschaftlichen K\u00e4mpfen jedweder realer Handlungsf\u00e4higkeit entbehrt, wollen wir nicht diejenigen angreifen, die auch innerhalb der \u201eSzene\u201c seit Jahren, teilweise Jahrzehnten Politik machen und sich dem Einsatz f\u00fcr eine andere, bessere Gesellschaftsordnung verpflichtet f\u00fchlen. Wir sehen es lediglich als notwendig an, immer wieder zu betonen, dass tats\u00e4chliche gesellschaftliche Ver\u00e4nderung nur durch massenhafte Organisierung entstehen kann. Eine kontinuierliche kollektive Praxis, gemeinsame politische Prinzipien und ein Mindestma\u00df an Klarheit bez\u00fcglich einer geteilten Gesellschaftsanalyse sind ebenso unerl\u00e4sslich wie schwer zu erreichen. Deshalb ist es unser Anliegen, die Relevanz einer breit gef\u00fchrten Debatte \u00fcber die Fragen inhaltlicher Basis, m\u00f6glicher Organisierungsformen und Interventionsm\u00f6glichkeiten immer wieder ins Bewusstsein zu rufen.<\/p>\n<p>Beispielsweise das blo\u00dfe Festhalten an einem autonomen Ritual, wie etwa dem unangemeldeten Stra\u00dfenfest im Gr\u00fcn \u2013 so unterst\u00fctzenswert dieses auch ist &#8211; halten wir f\u00fcr nicht ausreichend. Zentrales Ziel einer (radikalen) Linken muss es sein, Bewegung zu schaffen. Und diese Bewegung schaffen wir ganz sicher nicht, wenn wir uns stets um uns selbst drehen. Deswegen richtet sich das Papier auch gegen die oben beschriebene gef\u00fchlte\u00a0 Szenezusammengeh\u00f6rigkeit und das dort vorherrschende Politikverst\u00e4ndnis, das sich aus der Ablehnung von allem, was als \u201eb\u00fcrgerlich\u201c gebrandmarkt wird, n\u00e4hrt. Weder wollen wir Menschen vorschreiben, wie sie zu leben haben, noch haben wir Interesse an szeneinternen Beschimpfungen &#8211; im Gegenteil sind wir uns dar\u00fcber im Klaren, dass wir uns selbst zu gewichtigen Teilen innerhalb dieser \u201eSzene\u201c bewegen. Was uns dabei aber wichtig bleibt, ist die \u201eSzene\u201c und ihren Charakter zu benennen und zu analysieren. Erst das er\u00f6ffnet uns die M\u00f6glichkeit, tats\u00e4chlich auszubrechen und aus ihr heraus zu agieren. Unsere Forderung, die sich daraus ableitet, ist zugegeben auch erstmal eine Phrase, die es mit unserer allt\u00e4glichen politischen Praxis zu f\u00fcllen gilt: \u201eIn Klassen, nicht in Szenen zu denken!\u201c.<\/p>\n<p>Ein R\u00fcckzug in die lifestylebasierenden Szenennischen, so gem\u00fctlich diese in Freiburg auch sein m\u00f6gen, kann darauf keine Antwort sein. Dennoch wollen wir auch in diese hineinwirken, ansprechbar sein und inhaltliche Debatten ansto\u00dfen. Wir denken, dass uns dies zumindest teilweise mit der gegenw\u00e4rtigen Diskussion gelungen ist.<\/p>\n<p>Dass wir uns bei der Auseinandersetzung mit den Inhalten der im B\u00fcndnis verbliebenen bzw. der es inhaltlich pr\u00e4genden Gruppen nun derart an der <a href=\"http:\/\/www.fau.org\/ortsgruppen\/freiburg\/\">FAU<\/a> abgearbeitet haben, reflektieren wir zwar kritisch, da sie f\u00fcr den Kern der im Papier formulierten Kritik tats\u00e4chlich der falsche Adressat ist, h\u00e4ngt jedoch auch damit zusammen, dass die FAU im Gegensatz zu Anderen einen greifbaren Standpunkt bezieht. Um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: Wir sch\u00e4tzen an der FAU, dass sie einen konsequent klassenk\u00e4mpferischen Ansatz propagiert. Nichtsdestotrotz halten wir an der von uns formulierten Kritik inhaltlich fest. Die Auffassung der Anarchosyndikalisten, dass die revolution\u00e4re Organisierung zwangsl\u00e4ufig \u00fcber die Form der Gewerkschaft zu erfolgen habe, teilen wir in ihrer nicht. So brauchen wir unsere Positionierung zu einer Gewerkschaft auch nicht aus der Beantwortung der Frage ihres reformistischen oder revolution\u00e4ren Charakters ableiten. Eine Haltung, die ihrerseits jedwedes taktisches Verh\u00e4ltnis und jede Strategie notwendigerweise verbietet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>2. Mobilisierung und Antikapitalistischer Block<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Auf der Suche nach Alternativen zu einem Szenespektakel verst\u00e4ndigte sich ein kleines B\u00fcndnis darauf, einen explizit <a title=\"Antikapitalistischer Block Freiburg\" href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/\">antikapitalistischen Block<\/a> auf der Gewerkschaftsdemo am 1. Mai durchzuf\u00fchren. Der <a href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/aufruf\/\">Aufruf <\/a>dazu war auf der einen Seite darauf bedacht, eine scharfe Kritik am sozialpartnerschaftlich ausgerichteten Kurs der Gewerkschaftsf\u00fchrungen <a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344347.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" style=\"margin: 10px;\" alt=\"344347\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344347.jpg\" width=\"257\" height=\"197\" \/><\/a>zu formulieren, zugleich aber in die richtige Richtung weisende Forderungen innerhalb der Gewerkschaften aufzugreifen (contra Leiharbeit; pro politisches Streikrecht) und diese zu st\u00e4rken, um schlie\u00dflich dar\u00fcber hinausgehende Forderungen zu formulieren und antikapitalistische Akzente zu setzen. Am Vorbereitungskreis beteiligten sich die <a title=\"Antifaschistische Linke Freiburg\" href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/\">ALFR<\/a>, die <a title=\"DKP Freiburg\" href=\"http:\/\/www.dkp-freiburg.de\/\">Freiburger Ortsgruppen von DKP<\/a>, <a title=\"SDAJ Freiburg\" href=\"http:\/\/www.freiburg.sdaj-netz.de\/\">SDAJ<\/a>, <a title=\"Linksjugend Freiburg\" href=\"http:\/\/s144731316.online.de\/wp-solid-fr\/\">Linksjugend [\u00b4solid]<\/a> sowie das Freiburger <a title=\"Blockupy B\u00fcndnis Freiburg\" href=\"http:\/\/blockupyfreiburg.blogsport.eu\/\">Blockupy-B\u00fcndnis<\/a> nebst zahlreichen Einzelpersonen. Wir m\u00fcssen an dieser Stelle eingestehen, dass wir uns eine breitere Beteiligung erhofft hatten. Dennoch wurde der Block breit und kreativ beworben [<a title=\"1\" href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/2013\/04\/01\/termin-ubersicht\/\">1<\/a>, <a href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/2013\/04\/23\/fr-transpi-aktion-zum-1-mai\/\">2<\/a>, <a href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/2013\/04\/26\/fr-mobi-aktion-fur-den-antikapitalistischen-block-im-seepark\/\">3<\/a>, <a href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/files\/2013\/04\/flyer-out-klein.jpg\">4<\/a>, <a href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/files\/2013\/04\/flyer-in-klein.jpg\">5<\/a>, <a href=\"http:\/\/antikapfreiburg.blogsport.eu\/files\/2013\/04\/1.mai-sw.jpg\">6<\/a>]. Wie auch schon im Jahr 2012 haben wir uns im Vorfeld des 1. Mai auch an der \u00fcberregionalen Kampagne <a title=\"Kampagne &quot;Gemeinsam stark&quot;\" href=\"http:\/\/gemeinsamstark.noblogs.org\/\">\u201eGemeinsam Stark!<\/a>\u201c beteiligt, die im vergangenen Jahr neben uns noch von der LIBA (Linke Initiative B\u00fchl-Achern) getragen wurde. In diesem Zusammenhang ver\u00f6ffentlichten wir zusammen mit der LIBA eine Neuauflage der gleichnamigen <a title=\"Neuauflage 2013 der Brosch\u00fcre\" href=\"http:\/\/gemeinsamstark.noblogs.org\/files\/2013\/04\/Brosch%C3%BCre_gs_20131.pdf\">Brosch\u00fcre<\/a>, die sich in ihrer Konzeption von anderen Heften durch das konkrete Aufgreifen lokaler K\u00e4mpfe abheben sollte, um eine radikale Kapitalismuskritik anschlussf\u00e4higer zu formulieren.<\/p>\n<p>Am 1. Mai selbst beteiligten sich rund 100 Menschen am Antikapitalistischen Block. Das ist nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel, dennoch bewerten wir das auf jeden Fall als Erfolg, zumal sich spontan zahlreiche Teilnehmer der Demo bewusst dem Block anschlossen. Viele Schilder und Transparente trugen explizit antikapitalistische Positionen nach au\u00dfen. Generell wurde der Block in der gesamten Demonstration \u00e4u\u00dferst positiv aufgenommen, insbesondere bei gesondert in Bl\u00f6cken laufenden Gruppierungen wie der Partei <a title=\"Die Linke Freiburg\" href=\"http:\/\/www.dielinke-freiburg.de\/]\">Die Linke<\/a> <a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/85388.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-2822\" style=\"margin: 10px;\" alt=\"85388\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/85388.jpg\" width=\"301\" height=\"225\" \/><\/a>oder den Teilnehmern aus den t\u00fcrkischen und kurdischen Vereinen. Zudem bleibt festzustellen, dass eine Beteiligung aus der alternativen Szene in weiten Teilen ausblieb \u2013 die konfrontativen Diskussionen in Folge unseres Positionspapiers, die unsachliche Stimmungsmache seitens anonymer Internetkommentatoren gegen das B\u00fcndnis und die ALFR sowie der konkrete Aufruf der Initiatoren der libert\u00e4ren Demonstration, sich nicht am antikapitalistischen Block zu beteiligen, wirkten sich eventuell mobilisierungshemmend aus. Im Anschluss an die Demonstration war das <a title=\"Linkes Zentrum Freiburg\" href=\"http:\/\/www.liz-freiburg.org\/]\">Linke Zentrum Adelante<\/a> nebst vielen anderen Organisationen und Initiativen aus dem b\u00fcrgerlichen, linken und linksradikalen Spektrum mit einem eigenen Info-Stand auf dem 1. Mai-Fest des DGB vertreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>3. Die libert\u00e4re Demo \u201eNieder mit der Arbeit\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Andere Teile des urspr\u00fcnglichen Vorbereitungskreises entschieden sich, wohl auch motiviert durch unsere heftige Kritik an Freiburgs alternativer Szene und unsere Ank\u00fcndigung, einen antikapitalistischen Block auf der Gewerkschaftsdemo aufzustellen, eine eigene explizit \u201eanarchistische\u201c Demonstration durchzuf\u00fchren. Jedoch wollte sich noch nicht einmal das gesamte organisierte anarchistische Spektrum Freiburgs dem Aufruf anschlie\u00dfen &#8211; so entscheid sich z.B. die r\u00e4tekommunistisch-anarchistische Gruppe <a href=\"http:\/\/labandavaga.org\/\">La Banda Vaga<\/a>, nicht daran teilzunehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Demonstration w\u00e4hlten die Veranstalter das Motto \u201eNieder mit der Arbeit\u201c. Der Schein von Radikalit\u00e4t, der dieser Parole innewohnt, sollte also ganz offen der Abgrenzung gegen\u00fcber dem vorgeblichen \u201eReformismus\u201c der Teilnehmer der Gewerkschaftsdemo dienen. Dabei unterschied sich der <a href=\"http:\/\/01maifreiburg.blogsport.de\/aufruf\/\">Aufruf<\/a> in seiner Sto\u00dfrichtung kaum von dem zum Antikapitalistischen Block. Letztlich war man sich wohl uneinig, ob man sich den Gewerkschaften gegen\u00fcber feindlich oder nicht positionieren solle. Das Konzept schien jedoch relativ erfolgreich: Es gelang den Initiatoren der libert\u00e4ren Demo mit 400 Leuten einen recht gro\u00dfen Teil von Freiburgs alternativer Szene zu mobilisieren. Zugleich hat sich unsere Prophezeiung eines um sich selbst drehenden hedonistischen Szenespektakels bewahrheitet. Die libert\u00e4re Demonstration bot kaum einen Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr Akteure au\u00dferhalb der \u201eSzene\u201c. Nicht zuletzt die Wahl des Mottos offenbart, dass auch keinerlei Interesse bestand, aus dieser Szenehaftigkeit auszubrechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>4. Das Stra\u00dfenfest im Gr\u00fcn<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Das Stra\u00dfenfest im Gr\u00fcn hat sich als Teil des 1. Mai in Freiburg schon seit langem fest etabliert und ist f\u00fcr viele Menschen, aus der Szene und dar\u00fcber hinaus, nicht mehr wegzudenken. Das Fest selbst hat durch seinen selbstorganisierten Charakter vor allem stadtteilpolitische Relevanz. Dazu geh\u00f6ren auch die Aushandlungsprozesse wie sie im Rahmen des \u201eRunden Tischs\u201c stattfanden. Dieser hatte sich aufgrund Streitigkeiten bez\u00fcglich des Charakter des Festes innerhalb des Viertels gegr\u00fcndet. Zum anderen geh\u00f6rt es dem Selbstverst\u00e4ndnis nach auch in den Kontext des 1. Mai als Kampftag der Arbeiter. Auch wenn explizit politische Inhalte hier nicht im Vordergrund stehen bzw. mitunter kaum wahrnehmbar sind, ist das Fest als Form der selbstbestimmten Aneignung des \u00f6ffentlichen Raumes ein wichtiger Teil des 1. Mai in Freiburg. Seit langem findet es ohne Anmeldung statt. Vor allem in den letzten beiden Jahren wurde es jedoch von Seiten der Stadtverwaltung und der Polizei, vor allem mit dem Mittel der Allgemeinverf\u00fcgung, zunehmend beschr\u00e4nkt und geg\u00e4ngelt. Im vergangenen Jahr f\u00fchrte dies dazu, dass sich alle Menschen auf das <a href=\"http:\/\/www.syndikat.org\/gg\/\">Grether-Gel\u00e4nde<\/a> zur\u00fcckzogen und die Polizei alle Versuche, das Fest wie in den vergangenen Jahren auf die Stra\u00dfen des Viertels auszuweiten, mit einem martialischen Aufgebot verhinderte. Wir waren in den letzten Jahren immer freudige Besucher des Fests, auch wenn wir uns an der konkreten Gestaltung nur wenig beteiligt haben. 2013 waren Aktive aus dem Linken Zentrum wie bereits zuvor beim DGB mit einem Infotisch anwesend. F\u00fcr 2014 w\u00fcnschen wir uns ein lautes und buntes Fest, in dem auch explizit politische Inhalte ihren Platz haben. Eine (Re)politisierung w\u00fcrden wir sehr begr\u00fc\u00dfen. Nicht zuletzt angesichts der Angriffe der Stadt scheint es notwendiger denn je, dass sich alle Teilnehmer dem besonderen Charakter und Wert dieses Festes bewusst sind und daraus gegebenenfalls die Konsequenzen in Form kreativer Konfliktbereitschaft ziehen. Die diesj\u00e4hrige <a href=\"http:\/\/www.rechtaufstadt-freiburg.de\/2014\/01\/heraus-zum-1-mai\/\">Erkl\u00e4rung<\/a> zum Fest im Gr\u00fcn stellt f\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis zumindest einen kleinen Schritt in die richtige Richtung dar.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>5. Fazit<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im Nachhinein hat es sich als richtig herausgestellt, im vergangenen Jahr von Beginn an Abstand zu einer \u201erevolution\u00e4r\u201c firmierenden 1. Mai-Demonstration genommen zu haben. Eine szenehafte, gesellschaftlich isolierte 1. Mai-Mobilisierung, die von einem anti-gewerkschaftlichen Konsens getragen ist und keinen tats\u00e4chlichen Bezug auf Interessen Marginalisierter oder Lohnabh\u00e4ngiger, geschweige denn auf eine Klasse nimmt, macht eine Beteiligung unsererseits unm\u00f6glich. Inhaltsleerer Verbalradikalismus ersetzt nun mal nicht best\u00e4ndige und kontinuierliche politische Arbeit. Mit revolution\u00e4rer Politik hat das nach unserem Verst\u00e4ndnis nichts zu tun. Das Aufstellen eines antikapitalistischen Blocks auf der gewerkschaftlichen 1. Mai-Demo hat sich als richtig erwiesen, auch wenn unser Agieren hier sicherlich noch stark ausbauf\u00e4hig ist. Insbesondere muss es uns gelingen, breitere B\u00fcndnisse unter antikapitalistischer Pr\u00e4misse bilden zu k\u00f6nnen, da ein entsprechendes Potential in unserer Stadt durchaus vorhanden ist. Zu den positiven Aspekten z\u00e4hlen wir, dass es uns gelungen ist, Handlungsf\u00e4higkeit zu beweisen und dass sich auch nicht organisierte Einzelpersonen an den Vorbereitungen beteiligten. Darauf l\u00e4sst sich hoffentlich auch dieses Jahr aufbauen. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, mit unserem \u2013 wenn auch provokantem \u2013 Positionspapier eine Debatte in Freiburg au\u00dferhalb der Kommentarspalten von <a href=\"http:\/\/de.indymedia.org\/\">Indymedia<\/a> anzusto\u00dfen, die wir dieses Jahr weiterf\u00fchren wollen. Ausdr\u00fccklich wollen wir uns an dieser Stelle bei der Gruppe Viel zu viel Arbeit f\u00fcr ihre Kritik an dem Papier und bei der Workers Center Initiative Freiburg f\u00fcr die darauffolgende Veranstaltung unter dem Titel <a href=\" http:\/\/www.fau.org\/ortsgruppen\/freiburg\/art_130504-130936\">\u201eSzene &#8211; Klasse- Klassenkampf!?\u201c<\/a> am 18. Juli 2013 im <a href=\"http:\/\/susi-projekt.de\/\">SUSI-Caf\u00e9<\/a> bedanken.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 festzuhalten, dass auf den ersten Schritt auch ein zweiter folgen sollte. Das bedeutet, in Freiburg von einer Diskussion zu einer vern\u00fcnftigen Praxis zu kommen, wie es zum 1. Mai in vielen anderen St\u00e4dten m\u00f6glich ist. In diesem Sinne m\u00f6chten wir zum Schluss betonen, dass wir \u00fcber den Antikapitalistischen Block hinaus ein gemeinsames Vorgehen aller revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte auf einer gemeinsamen revolution\u00e4ren Demonstration sehr begr\u00fc\u00dfen w\u00fcrden. Dieser Zeitpunkt ist unserer Ansicht nach erst dann gekommen, wenn die bereits skizzierten Bedingungen, n\u00e4mlich eine vern\u00fcnftige organisatorische Basis, eine in inhaltlichen Grundz\u00fcgen geteilte Gesellschaftsanalyse und daraus abgeleitet \u00e4hnliche Vorstellungen einer gelungenen Intervention erf\u00fcllt sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344345.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" style=\"margin: 5px 10px;\" alt=\"344345\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344345.jpg\" width=\"248\" height=\"200\" \/><\/a>\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344346.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" style=\"margin: 5px 10px;\" alt=\"344346\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/344346.jpg\" width=\"248\" height=\"200\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden m\u00f6chten wir unsere Reflexion und Auswertung des 1. Mai 2013 in Freiburg ver\u00f6ffentlichen und damit unsere Mobilisierung 2014 starten. Wir leben in bewegungsarmen Zeiten. Die Schw\u00e4che der Linken ist seit Jahren offensichtlich. Eine starke, kontinuierlich arbeitende antikapitalistische Bewegung, die in der Lage w\u00e4re, sich gesellschaftlich Geh\u00f6r zu verschaffen und auf \u00f6ffentliche Debatten einzuwirken, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,6,4],"tags":[424,580,582,83,584,474,585,13,583,581,586,587,588],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2816"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2816\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}