{"id":3074,"date":"2014-05-13T13:57:24","date_gmt":"2014-05-13T11:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3074"},"modified":"2014-05-13T13:57:24","modified_gmt":"2014-05-13T11:57:24","slug":"der-krieg-um-die-koepfe-beginnt-hier-sie-nennen-es-adventskonzert-wir-nennen-es-kriegspropaganda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3074","title":{"rendered":"Der Krieg um die K\u00f6pfe beginnt hier! Sie nennen es Adventskonzert &#8211; Wir nennen es Kriegspropaganda!"},"content":{"rendered":"<p>Der Krieg um die K\u00f6pfe beginnt hier!<br \/>\nSie nennen es Adventskonzert &#8211; Wir nennen es Kriegspropaganda!<\/p>\n<p>Die Bundeswehr hat l\u00e4ngst einen Krieg um die K\u00f6pfe begonnen &#8211; und die Bundewehr wird alles tun um ihn f\u00fcr sich zu entscheiden. Zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung lehnt deutsche Beteiligung am Afghanistankrieg ab; die Kriegsbegeisterung l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Umfrageergebnisse wie diese zeigen, dass die Bundeswehr auf einen Krieg der besonderen Art angewiesen ist. Auf einen Krieg um Zustimmung und Sympathie. Sie startet einen Werbefeldzug im gro\u00dfen Stil und will sich sympathisch pr\u00e4sentieren. Sie braucht willige RekrutInnen, die sich als Kanonenfutter hergeben; RekrutInnen die aus freiwilliger Bereitschaft f\u00fcr sogenannte &#8222;deutsche Interessen&#8220; in den<br \/>\nKrieg ziehen. Sie braucht deshalb vor allem Akzeptanz und R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nDoch nicht mit uns!<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWir sind heute hier, weil auch Konzerte wie dieses nichts anderes sind als Kriegspropaganda. Sie wollen f\u00fcr diese Akzeptanz und Zustimmung werben indem sie den wahren Charakter der Armee und ihrer Taten verschleiern. Mit der Bundeswehr mischt die BRD weltweit in Kriegen mit und versucht eigene &#8211; die &#8222;deutschen&#8220; &#8211; Interessen durchzusetzen.<br \/>\nDeutlich und unerm\u00fcdlich rufen wir hier, heute: &#8222;Unsere Interessen sind das nicht!&#8220;<br \/>\nDas sch\u00f6n verpackte Gerede von humanit\u00e4ren Interventionen, von M\u00e4dchenschulen, von b\u00f6sen Islamisten und vom Brunnenbau kommt uns zu den Ohren raus. Es tritt im Anzug, in glitzernder Paradeuniform statt im Tarn-Camouflage Kampfausr\u00fcstung auf und spricht davon unsere Freiheit am Hindukusch zu verteidigen. Doch wir rufen heute dem entgegen: &#8222;Haut ab!&#8220;<\/p>\n<p>Jedoch; Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Werbemaschinerie der Bundesewehr bestehen l\u00e4ngst nicht mehr nur aus solchen Phrasen und Lippenbekenntnissen. Die Bundeswehr dr\u00e4ngt ins Innere und zeigt vermehrt Pr\u00e4senz in der \u00d6ffentlichkeit. So werden \u00f6ffentliche Appelle, feierliche Gel\u00f6bnisse oder die Parade in Breisach letzten Juni mitten in den Innenst\u00e4dten veranstaltet und nicht mehr auf den Kasernenh\u00f6fen. Gleichzeitig werden eben diese Kasernenh\u00f6fe f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ge\u00f6ffnet. Am Tag der offenen T\u00fcr auf dem Panzer rumklettern; ein Event<br \/>\nf\u00fcr die ganze Familie und eine M\u00f6glichkeit in ungezwungener Athmosph\u00e4re die Soldaten von nebenan kennenzulernen, um dann festzustellen, dass die eigentlich ganz nett sind. Die Bundeswehr will sich so als ganz normalen Teil der Gesellschaft inszenieren, der sich aus dem zivilen Alltagsleben nicht mehr wegdenken l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der Werbefeldzug der Bundeswehr ist dabei l\u00e4ngst keine Randerscheinung mehr, sondern wird professionell und umfassend gef\u00fchrt: Auf jeder Art von Messen wird versucht junge Leute f\u00fcr den Dienst an der Waffe zu gewinnen. Durch Kooperationen mit Medien, Promis oder im Internet, mit gezielter Werbung, und in Radio- und Fernsehsendern mit Jugendformaten; \u00dcberall wirbt die Bundeswehr um junge Menschen und geht auf Nachwuchsfang.<\/p>\n<p>Wozu das Alles? Die vielf\u00e4ltigen Bem\u00fchungen um Nachwuchs sind eingebettet in den Versuch, die Rolle der Bundeswehr neu zu definieren. Der Umbau der Bundeswehr Von einer Verteidigungsarmee in eine moderne hochtechnologisierten Eingreifftruppe soll so ideologisch untermauert werden; Die Akzeptanz f\u00fcr Auslandseins\u00e4tze soll erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Konsequenterweise ist daher die Werbung im Inneren von einer beispiellosen Verharmlosung der Rolle der BRD und der Bundeswehr gepr\u00e4gt. Emp\u00f6rung ging durch die Medien, als der sch\u00f6ngeredete Afghanistan-Einsatz als das benannt wurde was er ist: Ein Kriegseinsatz!<br \/>\nAber wir wollen uns durch diese Betitelung nicht mit Soldatenverb\u00e4nden gemein machen, die mit einem Verweis<br \/>\nauf das Leiden von Soldaten auf die ehrenvolle Anerkennung der Leistungen deutscher Soldaten dr\u00e4ngen. Wir wollen daraufhinweisen dass die BRD Kriege f\u00fchrt mit einem klaren Zweck: Ihre Interessen in anderen Teilen der Welt milit\u00e4risch durchzusetzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Legitimierung ihrer Kriegsf\u00fchrung wird der Bundeswehr ein Werbeetat von fast 20 Millionen Euro im Jahr zur Verf\u00fcgung gestellt. Somit bestens ausgestattet versucht sie im Inland die Deutungshoheit \u00fcber Begriffe wie Friedens- oder Sicherheitspolitik zu gewinnen und mischt sich dabei mit besonderer Vorliebe in die Bildung junger Menschen ein. Sie entsendet Jugendoffiziere an Schulen und sie wirkt bei der Erstellung von Schulb\u00fcchern und Unterrichtsmaterialien mit. Wie werden dort Inhalte dargestellt? &#8211; Da hei\u00dft es, &#8222;nat\u00fcrlich ist die<br \/>\nBundeswehr nicht perfekt &#8211; aber wir arbeiten daran.&#8220; &#8211; Da hei\u00dft es, die unbeteiligte Bundesrepublik werde in Konflikte hineingezogen. Oder es hei\u00dft sie werde geradezu zur Intervention gezwungen; Vielleicht gar, um<br \/>\nSchlimmeres zu verhindern.<\/p>\n<p>&#8211; In krassester Weise wird hierdurch entstellt wo die Ursachen von Konflikten liegen.<br \/>\n&#8211; In ebenso widerlicher Weise wird hierdurch verschwiegen und verharmlost  wozu die Bundeswehr eigentlich dient: N\u00e4mlich zur Durchsetzung deutscher Macht- und letztlich Wirtschaftsinteressen.<\/p>\n<p>In eine \u00e4hnliche Kerbe haut auch der aktuelle Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, der die Bundeswehr als eine &#8222;Armee im Einsatz&#8220; die sich &#8222;f\u00fcr Frieden und Freiheit weltweit&#8220; einsetze, definiert.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zum heutigen abend. Warum stehen wir nun hier?<br \/>\nAuch das Konzert des Luftwaffenmusikkorps 2 aus Karlsruhe, das heute hier stattfindent verdeutlicht dieses Dr\u00e4ngen der Bundeswehr ins Innere. Hier kann sie sich ein weiteres Mal als ganz normalen Teil der Gesellschaft inszenieren. Perfiderweise wird es der Bundeswehr sogar zugestanden, sich bei einem solchen Adventskonzert als die harmlose Blaskapelle von nebenan darzustellen, die ganz uneigenn\u00fctzig f\u00fcr wohlt\u00e4tige Zwecke Weihnachtsmusik zum Besten gebe.<\/p>\n<p>Das ist eine Farce!<br \/>\nDieses Konzert verfolgt einen klaren Zweck: Es soll zur Legitimation laufender und k\u00fcnftiger Kriege dienen. Die Bundeswehr gibt sich nicht einmal M\u00fche ihre Propaganda zu verbergen. Unter anderem ist es bei solchen Konzerten vorgesehen, dass man sich an Infotischen mit Informationen \u00fcber das Luftwaffenmusikkorps und die Bundeswehr im<br \/>\nAllgemeinen versorgen kann. Hier wird Soldaten die M\u00f6glichkeit gegeben, als Zitat &#8222;klingende Visitenkarte der Bundeswehr&#8220; am Bild einer Armee in der \u00d6ffentlichkeit und deren Stellung in der Gesellschaft zu feilen. Hier<br \/>\nspielen keine Musikanten, hier spielen Soldaten! Und zwar in Uniform! Hier k\u00f6nnen Soldaten<br \/>\nauf eine Zustimmung zu Milit\u00e4reins\u00e4tzen, im Innern wie im \u00c4u\u00dferen, hinarbeiten. Das ist f\u00fcr uns nicht akzeptabel!<\/p>\n<p>Wir wollen es da eher mit Kurt Tucholsky halten: &#8222;Soldaten sind M\u00f6rder!&#8220;. Basta!<br \/>\nAntifaschistische Linke Freiburg, Dezember 2013.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg um die K\u00f6pfe beginnt hier! Sie nennen es Adventskonzert &#8211; Wir nennen es Kriegspropaganda! Die Bundeswehr hat l\u00e4ngst einen Krieg um die K\u00f6pfe begonnen &#8211; und die Bundewehr wird alles tun um ihn f\u00fcr sich zu entscheiden. Zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung lehnt deutsche Beteiligung am Afghanistankrieg ab; die Kriegsbegeisterung l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. 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