{"id":3315,"date":"2014-09-18T16:49:24","date_gmt":"2014-09-18T14:49:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3315"},"modified":"2014-09-18T19:52:05","modified_gmt":"2014-09-18T17:52:05","slug":"dran-bleiben-antifaschistische-demonstration-in-goeppingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3315","title":{"rendered":"Dran bleiben! Antifaschistische Demonstration in G\u00f6ppingen"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>++++Auf <\/strong><strong>nach G\u00f6ppingen!++++Antifaschistische Demonstration<\/strong><strong> am 11. Oktober um 16 Uhr++++Wir bleiben <\/strong><strong>dran!++<\/strong><strong>++<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/cropped-dokument-1-seite001.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3328 alignleft\" style=\"margin: 5px;\" alt=\"cropped-dokument-1-seite001\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/cropped-dokument-1-seite001.jpg\" width=\"532\" height=\"111\" \/><\/a><\/strong><em><em><\/em><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><em>Dran bleibe<\/em><em>n! Faschistische Umtriebe konsequent bek\u00e4mpfen! Antifaschismus ist und bleibt legitim! ist das Motto der antifaschistischen Demonstration die am 11. Oktober in G\u00f6ppingen stattfinden wird. In den Jahren<a title=\"G\u00f6ppingen 2012\" href=\"http:\/\/blocknazisgp.blogsport.eu\/rueckblick\/beispiel-seite\/\"> 2012<\/a> und <a title=\"12.Oktober in G\u00f6ppingen\" href=\"http:\/\/blocknazisgp.blogsport.eu\/2013\/10\/13\/gp-12-oktober-vielfaeltige-antifaschistische-aktionen-kurzbericht\/\">2013<\/a> beteiligten sich Antifaschisten aus ganz Baden-W\u00fcrttemberg und <a title=\"Freiburg goes G\u00f6ppingen\" href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=1955\">auch aus Freiburg<\/a> an den Protesten gegen die Aufm\u00e4rsche der &#8222;Autonomen Nationalisten&#8220;. Daf\u00fcr sahen sich die antifaschistischen Gegendemonstranten mit einem \u00e4u\u00dferst brutalem Vorgehen seitens der Polizei und mit massiver Repression im Nachhinein konfrontiert. Auch ein <a title=\"Freiburger Antifa in G\u00f6ppingen vor Gericht!\" href=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3045\">Aktivist aus Freiburg<\/a> wurde f\u00fcr sein Engagement verurteilt. Zwar haben die Faschisten um die Gruppierung der <a href=\"http:\/\/antifagp.blogsport.eu\/2012\/12\/19\/infos-zu-den-nazis-im-kreis-goppingen\/\">&#8222;Autonomen Nationalisten G\u00f6ppingen&#8220;<\/a> im Zuge der zahlreichen <a href=\"http:\/\/antifagp.blogsport.eu\/2014\/02\/28\/verfahren-wegen-bildung-einer-kriminellen-vereinigung-gegen-die-autonomen-nationalisten-goeppingen\/\">Hausdurchsuchungen<\/a> wegen der \u201eBildung einer kriminellen Vereinigung\u201c nach \u00a7 129 die Anmeldung f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Aufmarsch zur\u00fcckgenommen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass den faschistischen Umtrieben in der Region endg\u00fcltig ein Ende gesetzt wurde. Verschiedene antifaschistische Gruppen rufen dazu auf am 11. Oktober gegen die Kriminalisierung der antifaschistischen Protese zu demonstrieren und zu zeigen, dass antifaschistisches Engagement wichtig, legitim und notwendig ist.<br \/>\nWir unterst\u00fctzen den Aufruf der Kampagne &#8222;Dran bleiben!&#8220;, den wir im Folgenden dokumentieren.<br \/>\nWeitere Infos unter: <a title=\"Dran bleiben!\" href=\"http:\/\/dran-bleiben.tk\/\">www.dran-bleiben.tk<\/a><\/em><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Seit mehreren Jahren ist die Region G\u00f6ppingen Schwerpunkt faschistischer Aktivit\u00e4ten. Rund um eine Gruppe insbesondere junger Neonazis, die sich selbst als \u201eAutonome Nationalisten (AN)\u201c bezeichnen, hatte sich eine der aktionistischsten und umtriebigsten Nazigruppierungen in Baden-W\u00fcrttemberg herausgebildet. Rechte Propaganda, \u00f6ffentliche Auftritte und \u00dcbergriffe auf Andersdenkende und MigratInnen sorgten f\u00fcr eine un\u00fcbersehbare faschistische Pr\u00e4senz in und um G\u00f6ppingen. Die offensichtlichsten Augenblicke f\u00fcr die wachsenden rechten Strukturen im Landkreis waren die faschistischen Aufm\u00e4rsche im Oktober 2012 und 2013 mit jeweils etwa 150 Nazis.<!--more--><\/p>\n<p>Seit dem Aufkeimen neuer rechter Strukturen 2010 wurde die Region G\u00f6ppingen zum Schwerpunkt antifaschistischer Aktivit\u00e4ten, gerade weil das Wegschauen der \u00f6rtlichen Stadtverwaltung und Polizei die Nazis in ihrem Tun sprichw\u00f6rtlich best\u00e4rkte. Es waren antifaschistische Gruppen und B\u00fcndnisse die mit ihrer allt\u00e4glichen Pr\u00e4senz und den Gro\u00dfmobilisierungen gegen die Oktoberaufm\u00e4rsche f\u00fcr wahrnehmbaren Gegenwind sorgten. Ann\u00e4hernd 1500 Menschen beteiligten sich in beiden Jahren an den Mobilisierungen zur Verhinderung der rechten Demonstrationen und sahen sich dabei mit einem massiven Polizeiaufgebot konfrontiert. Polizeilichen Angriffen mit vielen Verletzten und den Ingewahrsamnahmen mehrerer hundert AntifaschistInnen folgten im Nachgang unz\u00e4hlige Verfahren, Verurteilungen und horrende Geldstrafen.<br \/>\nZwar sorgten die Durchsuchungen des Landeskriminalamtes gegen die \u201eAutonomen Nationalisten\u201c wegen der \u201eBildung einer kriminellen Vereinigung\u201c nach \u00a7129 im Fr\u00fchjahr 2014 f\u00fcr die Abmeldung ihres f\u00fcr den 11. Oktober 2014 geplanten Aufmarsches in G\u00f6ppingen. Das Naziproblem in der Region ist damit dennoch keinesfalls gel\u00f6st, allenfalls verschoben \u2013 das zeigen nicht zuletzt die faschistischen Aktivit\u00e4ten der vergangenen Monate im benachbarten Landkreis Esslingen. Grund genug f\u00fcr die antifaschistischen Kr\u00e4fte am Thema dran zu bleiben!<\/p>\n<p><strong>Dran bleiben: Den Nazis entgegentreten!<\/strong><br \/>\nRechte Umtriebe sind im Landkreis G\u00f6ppingen kein neues Ph\u00e4nomen. Bereits Mitte der 90er Jahre existierte in der schw\u00e4bischen Stadt neben einem aktiven NPD-Kreisverband und einer JN-Struktur mit dem \u201eStauffersturm\u201c auch eine lokale Kameradschaft. Die Rechtsrockbands \u201eDivision Staufen\u201c aus Donzdorf und \u201eTobsucht\u201c aus Kirchheim\/Teck erg\u00e4nzten das Potential der rechten Szene. Nach dem Brandanschlag auf das \u00f6rtliche autonome Zentrum, f\u00fcr den einige der f\u00fchrenden Kader in den Knast wanderten, wurde es eine zeitlang ruhig um die rechten Kr\u00e4fte in der Region. Zuletzt marschierten die Faschisten 2006 durch die G\u00f6ppinger Innenstadt. Mit dem Jahr 2010 stie\u00df dann eine Clique junger Neonazis rund um Manuel Ganser, einem gerade aus dem Knast entlassenen Neonazi, in das organisatorische Vakuum und etablierten relativ rasch mit den selbsternannten \u201eAutonomen Nationalisten\u201c eine eigenst\u00e4ndige Struktur. Neben dem bereits existenten Potential in Rechtsrock, NPD und JN, gelang es der Gruppe auch rechtsoffene Jugendliche zu organisieren. Kleinkundgebungen zu tagespolitischen Themen, St\u00f6rversuche bei Veranstaltungen gegen Rechts, Spontandemonstrationen, \u201eHeldengedenken\u201c, rechte Spr\u00fchereien und massenhaft Aufkleber bis hin zu konkreten Angriffen auf AntifaschistInnen und Aktionen gegen Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete \u2013 die Liste an Aktivit\u00e4ten der G\u00f6ppinger Nazis l\u00e4sst sich beliebig erweiten. Unterst\u00fctzung erhielten die Jungnazis dabei zumindest teilweise von dem mittlerweile verbotenen \u201eFreien Netz S\u00fcd\u201c, einem bayernweiten Kameradschaftszusammenschluss. Und auch der G\u00f6ppinger NPD-Kreisverband f\u00fcgte sich alsbald dem F\u00fchrungsanspruch der \u201eAutonomen Nationalisten\u201c und unterst\u00fctzte ihre Aktionen. Dar\u00fcber hinaus beteiligten sich die G\u00f6ppinger Nazis an verschiedenen \u00fcberregionalen Projekten., so beispielsweise an den als \u201eUnsterbliche\u201c betitelten rassistischen n\u00e4chtlichen Spontanaufm\u00e4rschen, und wirkten auf die Entstehung aktionistischer Neonazizusammenh\u00e4nge in anderen Regionen Baden-W\u00fcrttembergs hin.<br \/>\nVorbild der Gruppe, aus der sich neben Ganser bald Daniel Reusch als F\u00fchrungsfigur heraus kristallisierte, war die Dortmunder Neonaziszene, zu der praktisch seit Gr\u00fcndung gute Kontakte bestanden. In Dortmund hatte sich der faschistische \u201eNationale Widerstand Dortmund (NWDO)\u201c mit kontinuierlicher Stra\u00dfenpr\u00e4senz, Aufm\u00e4rschen und \u00dcbergriffen einen Freiraum geschaffen den auch die G\u00f6ppinger Nazis anstrebten. Die Gr\u00fcndung einer G\u00f6ppinger Gliederung der Partei \u201eDie Rechte\u201c lie\u00df dementsprechend nicht lange auf sich warten. \u201eDie Rechte\u201c ist der Versuch Dortmunder Neonazis eine faschistische Kraft im rechten Lager zu etablieren, die sich wesentlich offener an die Politik und Praxis der NSDAP orientiert wie etwa die NPD. Zudem dient sie seit dem Verbot des \u201eNWDO\u201c praktisch als dessen Folgeorganisation.<br \/>\nDer Aufbau neuer rechter Strukturen in G\u00f6ppingen blieb von antifaschistischen Kreisen weder unbemerkt noch unbeantwortet. W\u00e4hrend die G\u00f6ppinger Stadtverwaltung das Problem totschwieg, waren es antifaschistische Gruppen und Zusammenschl\u00fcsse, die \u00fcber Jahre hinweg kontinuierlich zu dem Erstarken der rechten Kr\u00e4fte in G\u00f6ppingen arbeiteten.<br \/>\nDer praktische Widerstand gegen die \u00f6ffentlichen Auftritte der \u201eAutonomen Nationalisten\u201c stand hierbei im Fokus. Nicht zuletzt seit der aufgrund von antifaschistischen Protesten, abgebrochenen Kundgebungstour der Nazis im Fr\u00fchjahr 2012 gewann die antifaschistische Arbeit an Fahrt. Die im Zuge der Arbeit gegen die AN entstandenen regionalen antifaschistischen Netzwerke organisierten eine Vielfalt an Aktivit\u00e4ten.Infoveranstaltungen sorgten in G\u00f6ppingen f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Auseinandersetzung mit dem Naziproblem. Immer wieder entfernten AntifaschistInnen gemeinsam die rechte Propaganda im Stadtbild und organisierten Infost\u00e4nde, Kundgebungen und andere \u00f6ffentlichkeitswirksame Aktionen. Hinzu kam der konkrete Widerstand gegen die vermeintliche Selbstsicherheit der Nazis.<br \/>\nSo zerrten Outingaktionen praktisch alle in den LKA Ermittlungen benannten Nazis und weitere, schon lange vor den Durchsuchungen an die \u00d6ffentlichkeit.Einige davon zogen sich im Anschluss an die Aktionen aus den rechten Strukturen zur\u00fcck, oder wechselten den Wohnort. Mal um Mal erlitten die Nazis obendrein auf der Stra\u00dfe erhebliche R\u00fcckschl\u00e4ge. \u00d6ffentlich angek\u00fcndigte Aktionen der Faschisten konnten, wenn \u00fcberhaupt, nur durch gro\u00dfe Polizeieins\u00e4tze erm\u00f6glicht werden. So auch die beiden Oktoberaufm\u00e4rsche 2012 und 2013.<\/p>\n<p><strong>Dran bleiben: Zusammenstehen bei Polizeigewalt und Repression!<\/strong><br \/>\nIn beiden Jahren waren es jeweils \u00fcber 2000 Polizisten, die versuchten mit Reiterstaffeln, Hunden, Hubschraubern und schwerem Ger\u00e4t die Aufm\u00e4rsche der Faschisten durchzusetzen. Bezeichnend f\u00fcr den \u201eAusnahmezustand\u201c waren sicherlich die hunderte Meter Hamburger Gitter und Bauz\u00e4une, die in beiden Jahren Teile der G\u00f6ppinger Innenstadt in eine durch einen Schutzwall umgebene Festung verwandelte und so je etwa 150 Nazis eine Route erm\u00f6glichte.<br \/>\nIm Gegensatz zum \u201eroten Teppich\u201c f\u00fcr die aus der ganzen BRD angereisten Nazis, die mit Parolen wie \u201eEin Baum, ein Strick, ein Judengenick!\u201c oder \u201eNie wieder Israel\u201c unbehelligt ihre Aufm\u00e4rsche durchf\u00fchren konnten, sahen sich die AntifaschistInnen sowohl 2012 als auch 2013 mit massiven Angriffen der Polizei konfrontiert. Mindestens 100 AntifaschistInnen wurden durch Pfefferspray und Schlagstockeins\u00e4tze in beiden Jahren verletzt. 2013 kam es zu Knochenabsplitterungen, mehrere AktivistInnen erlitten Kopfplatzwunden und Gehirnersch\u00fctterungen. Das gewaltt\u00e4tige Vorgehen der Hunderschaften und BFE-Truppen erg\u00e4nzte die Diskreditierung und die versuchte Spaltung des Protestes. Die Warnungen vor \u201egewaltt\u00e4tigen Linksextremisten\u201c und dem Aufruf des G\u00f6ppinger Oberb\u00fcrgermeisters keinen konkreten Widerstand gegen die rechten Demonstrationen zu leisten, schufen ein Klima in dem die enormen Polizeikontingente nahezu unhinterfragt agieren konnten.<br \/>\nSo verwundert es kaum, dass schon 2012 mehrere hundert anreisende AntifaschistInnen am G\u00f6ppinger Bahnhof in einem extra daf\u00fcr aufgebauten \u201eK\u00e4fig\u201c kontrolliert und \u00fcber Stunden schikaniert wurden. Die \u00fcber 500 Ingewahrsamahmen von NazigegnerInnen 2013 stellten dann eine neue Qualit\u00e4t staatlicher Repression gegen die antifaschistische Bewegung in Baden-W\u00fcrttemberg dar. Unz\u00e4hlige Videow\u00e4gen, gro\u00dfr\u00e4umige Gefangenentransporter sowie die gezielten Angriffe und Kesselungen durch BFE-Trupps lie\u00dfen auf ein von langer Hand geplantes Vorgehen schlie\u00dfen.<br \/>\nDen Widerstand gegen die faschistischen Aufm\u00e4rsche bekam die Polizei dennoch nicht in den Griff. Mehrere tausend Menschen folgten den Aufrufen antifaschistischer B\u00fcndnisse und beteiligten sich in beiden Jahren an den Blockadeversuchen und antifaschistischen Demonstrationen. Erg\u00e4nzt wurde die spektren\u00fcbergreifende Mobilisierung durch das entschlossene und stellenweise militante Agieren mehrerer hundert AntifaschistInnen, die trotz milit\u00e4rischer \u00dcbermacht der Polizei 2012 eine enorme zeitliche Versp\u00e4tung der Nazidemonstration und 2013 eine Routenverk\u00fcrzung der Nazis erreichten.<br \/>\nDie staatlichen Angriffe auf die antifaschistischen AktivistInnen ebbten auch nach dem Ende der Proteste nicht ab. Staatsschutz und Staatsanwaltschaft \u00fcberzogen AntifaschistInnen aus ganz Baden-W\u00fcrttemberg mit Verfahren und verh\u00e4ngten unter Anderem horrenden Geldstrafen, die sich insgesamt auf mehreren 10.000 Euro summierten. Der \u00dcbereifer der Ermittlungsbeh\u00f6rden zeigt sich dabei nicht nur an den letztlichen Einstellungen und Freispr\u00fcchen in einigen von ihnen forcierten Verfahren. Mit der Einleitung eines \u00a7129- Verfahrens durch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen unbekannte UrheberInnen eines antifaschistischen Mobilisierungsvideos wegen \u201eBildung einer kriminellen Vereinigung\u201c lie\u00dfen die Beh\u00f6rden kein Versuch aus den antifaschistischen Protest zu kriminalisieren. Das Instrument \u00a7 129, urspr\u00fcnglich zum Kampf des b\u00fcrgerlichen Staates gegen die revolution\u00e4re Linke geschaffen, bildete dann auch die Grundlage des staatliche Vorgehens gegen die AN.<\/p>\n<p><strong>Dran bleiben: LKA &#8211; Weder Freund noch Helfer!<\/strong><br \/>\nUnter Federf\u00fchrung des Landeskriminalamts Baden-W\u00fcrttemberg durchsuchten, kurz nach dem allj\u00e4hrlichen Naziaufmarsch in Pforzheim, mehrere Dutzend Polizisten am 26. Februar 2014 insgesamt 19 Wohnungen in den Landkreisen G\u00f6ppingen und Esslingen und nahmen dabei vier Nazis vorl\u00e4ufig in Untersuchungshaft. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft gegen die vermeintlichen R\u00e4delsf\u00fchrer, darunter auch Daniel Reusch, wegen \u201eBildung einer kriminellen Vereinigung\u201c Anklage erhoben.<br \/>\nSicherlich hat der immer gr\u00f6\u00dfer werdende antifaschistische Druck in G\u00f6ppingen und die generelle Sensibilit\u00e4t in der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr rechte Umtriebe nach dem Auffliegen des NSU-Komplexes mit dazu beigetragen, dass die Ermittlungsbeh\u00f6rden sich zum Handeln gegen die \u201eAutonomen Nationalisten\u201c gezwungen sahen \u2013 auch um sich ein letztes F\u00fcnkchen Glaubw\u00fcrdigkeit zu wahren. Daraus jedoch auf ein antifaschistisches Interesse des Staates zu schlie\u00dfen, w\u00e4re zu kurz gegriffen.<br \/>\nDer entschiedene Kampf gegen Rechts liegt nicht im Interesse des b\u00fcrgerlichen Staates. Einzelne Verbote und Verfahren gegen faschistische Strukturen k\u00f6nnen dar\u00fcber nicht hinwegt\u00e4uschen \u2013 schlie\u00dflich sind die staatlichen Beh\u00f6rden weit davon entfernt die faschistische Bewegung wirklich nachhaltig zu zerschlagen.Faschisten waren und sind in Krisensituationen des kapitalistischen Systems immer eine Option der Besitzenden, um bestehenden Eigentums- und Abh\u00e4ngigkeisverh\u00e4ltnisse unangetastet zu lassen und gleichzeitig entschieden gegen fortschrittliche Kr\u00e4fte vorzugehen. Das antikapitalistische und rebellische Antlitz, das sich insbesondere die selbsternannten \u201eAutonomen Nationalisten G\u00f6ppingen\u201c oder \u201eDie Rechte\u201c zu geben versuchen, hat dementsprechend wenig mit der eigentlichen Rolle der Nazis zu tun.<\/p>\n<p><strong>Dran bleiben: Antifaschismus selbst in die Hand nehmen \u2013 die antifaschistische Aktion aufbauen!<\/strong><br \/>\nEs liegt also an uns den faschistischen Umtrieben entgegenzutreten und einem rassistischen Klima in der BRD vorzubeugen. Dabei k\u00f6nnen und d\u00fcrfen wir uns nicht auf leere Worte des Staates verlassen, sondern m\u00fcssen den Kampf gegen Faschisten und rassistische Hetze selbst in die Hand nehmen. Ein Staat, der jahrelang dabei zuschaut, wie eine faschistische Terrorzelle Menschen ermordet, der einer faschistischen Partei wie der NPD finanzielle Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt und Naziaufm\u00e4rsche brutal durchpr\u00fcgeln l\u00e4sst, kann hierbei nicht unser Ansprechpartner sein. Im Gegenteil: vielmehr muss es unsere Aufgabe sein selbst aktiv zu werden, antifaschistische Strukturen aufzubauen und uns zu organisieren. Denn nur so wird es uns langfristig gelingen, eine breite und handlungsf\u00e4hige Bewegung gegen die Faschisten zu schaffen.<br \/>\nDabei gilt es auch die staatlichen Angriffe auf die antifaschistische Bewegung gemeinsam zur\u00fcck zuschlagen. Es sind Einzelne, die im Nachgang von Protesten herausgegriffen und verurteilt werden. Dennoch zielt die Repression auf die Teile der antifaschistischen Bewegung, die sich unabh\u00e4ngig von staatlichen Institutionen zusammenschlie\u00dfen und agieren. Dass einzelne Aktionsformen dabei nicht von vorne herein ausgeschlossen werden ist ebenso Ursache f\u00fcr staatliche Repression, wie Garant f\u00fcr erfolgreichen antifaschistischen Protest. So war es auch in G\u00f6ppingen die Vielfalt der Widerstandsformen die \u00fcber die Jahre hinweg f\u00fcr einen erfolgreichen Kampf gegen die \u201eAutonomen Nationalisten\u201c gesorgt hat.<br \/>\nMit den Durchsuchungen vom Fr\u00fchjahr 2014 sind diese zwar strukturell weiter geschw\u00e4cht worden und auch die G\u00f6ppinger Stadtverwaltung kann das Problem nicht mehr von der Hand weisen. Dennoch w\u00e4re es der falsche Weg, sich auf der vermeintlichen Inaktivit\u00e4t der Nazis auszuruhen \u2013 das faschistische Potential in der Region ist nach wie vor vorhanden. Das zeigen nicht zuletzt die Aktivit\u00e4ten der \u201eFreien Nationalisten Esslingen\u201c, einem \u2018Ableger\u2019 der G\u00f6ppinger Nazis.<br \/>\nDas Wochenende im Oktober war die vergangenen beiden Jahre das Wochenende des Widerstands und der Reaktion auf die faschistischen Umtriebe. Am 11. Oktober 2014 holen wir uns in G\u00f6ppingen die Stra\u00dfe zur\u00fcck und setzten ein Zeichen f\u00fcr selbstbestimmten Antifaschismus und gegen die Kriminalisierung der legitimen und notwendigen antifaschistischen Proteste. Trotz st\u00e4dtischem Wegschauen, staatlicher Repression und Spaltungsversuchen: Wir bleiben dran!<\/p>\n<p><strong>Kommt am 11. Oktober 2014 nach G\u00f6ppingen!<\/strong><br \/>\n<strong> Gemeinsam gegen faschistische Umtriebe und staatliche Repression!<\/strong><br \/>\n<strong> Die antifaschistische Aktion aufbauen!<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Infos und Material: www.dran-bleiben.tk&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0++++Auf nach G\u00f6ppingen!++++Antifaschistische Demonstration am 11. Oktober um 16 Uhr++++Wir bleiben dran!++++ &nbsp; Dran bleiben! Faschistische Umtriebe konsequent bek\u00e4mpfen! Antifaschismus ist und bleibt legitim! ist das Motto der antifaschistischen Demonstration die am 11. 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