{"id":3571,"date":"2014-11-07T12:43:16","date_gmt":"2014-11-07T11:43:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3571"},"modified":"2014-11-07T12:44:05","modified_gmt":"2014-11-07T11:44:05","slug":"solidaritaet-mit-rojava-fuer-eine-welt-frei-von-ausbeutung-und-unterdrueckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=3571","title":{"rendered":"Redebeitrag: Solidarit\u00e4t mit Rojava \u2013 F\u00fcr eine Welt frei von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung!"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Sommer 2012 baut die kurdische PYD im Norden Syriens ein selbstbestimmtes und demokratisches Leben auf. Das autonome Rojava steht f\u00fcr den Versuch, alternative Ans\u00e4tze in der Organisation einer Gesellschaft zu verwirklichen. Jenseits von herk\u00f6mmlichen Staatsstrukturen, Unterdr\u00fcckung und patriarchalen Machtstrukturen soll in Rojava ein anderer Weg eingeschlagen werden.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer Aufbruch in Rojava hat nicht nur Auswirkungen auf die kurdischen Gebiete in Nordsyrien, der T\u00fcrkei und dem Irak. Vielmehr k\u00f6nnten die fortschrittlichen Entwicklungen in der Region eine Strahlkraft auf weitere Teile des Mittleren Ostens entfalten. Dabei geht es nicht nur um den milit\u00e4risch notwendigen Widerstand gegen die M\u00f6rderbanden des IS, sondern auch um das Signal einer m\u00f6glichen alternativen Gesellschaftsordnung, frei von Unterdr\u00fcckung und Patriarchat, in der Selbstbestimmung und ein basisdemokratisches Verwaltungsmodell zu den Grundpfeilern dieser neuen Ordnung geh\u00f6ren. Den ethnischen S\u00e4uberungen und dem Terror der Islamisten von IS und Al-Nusra-Front stellt die PYD eine s\u00e4kulare, multiethnische und multikonfessionelle Gesellschaft entgegen, die s\u00e4mtliche Volks- und Religionsgruppen in die Verwaltung miteinbezieht. Nicht zuletzt aus diesem Grund flohen seit der Entfachung des syrischen B\u00fcrgerkriegs hunderttausende von den Islamisten vertriebene Christen zun\u00e4chst in die kurdischen Teile Syriens und des Iraks.<\/p>\n<p>Doch das freie Rojava hat viele Gegner in der Region. Der Ansatz einer freien Gesellschaftsordnung steht nicht nur der Politik der barbarischen IS-M\u00f6rder diametral entgegen. Auch der T\u00fcrkei und ihrer repressiven AKP-Regierung ist die kurdische Selbstverwaltung in der Region im Hinblick auf den Konflikt mit der PKK in eigenen Land ein Dorn im Auge. Es scheint so, als ob es ihr nur recht ist, dass das alternative und fortschrittliche Projekt in Rojava geschw\u00e4cht oder zerst\u00f6rt wird, damit es nicht zum Vorbild einer funktionierenden und gerechten Ordnung in der Region werden kann. Offensichtlich l\u00e4sst sich der t\u00fcrkische Staat hierbei die Drecksarbeit vom IS abnehmen.<br \/>\nBis heute unterst\u00fctzt deshalb das NATO-Mitglied T\u00fcrkei die M\u00f6rderbanden des IS logistisch und finanziell. Und die restlichen NATO-Staaten tragen diese Politik zumindest mit. Das muss aufh\u00f6ren!<br \/>\nZumal haben f\u00fcr den Westen und die T\u00fcrkei die eigenen geopolitischen Interessen in der Region Vorrang. Und kaum hatte der Aufbruch in Rojava begonnen, schon gingen die vom Westen gegen den syrischen Pr\u00e4sidenten Baschar al-Assad aufger\u00fcsteten Islamisten auch gegen die kurdischen Autonomiegebiete vor. Doch bereits hier wurde deutlich, dass die Menschen in Rojava bereit sind, ihre fortschrittlichen Errungenschaften gegen den fundamentalistischen Terror mit aller Kraft erfolgreich zu verteidigen.<\/p>\n<p>Auch der deutsche Staat tr\u00e4gt seinen Teil dazu bei, Rojava im Stich zu lassen, mehr noch, es den Islamisten auszuliefern: Erst Anfang Oktober wurde bekannt, dass die Bundesregierung erneut Exporte von Maschinengewehren und Panzern an Saudi-Arabien und Katar bewilligt hat, jenen Staaten, welche die Djihadisten unterst\u00fctzen. Und das vor dem Hintergrund des drohenden Massakers an tausenden Menschen in Kobane sowie der fortdauernden Verfolgung und Ermordung tausender Yeziden, Christen, Schiiten und anderer Menschen.<br \/>\nUnd nachwievor sind die kurdische Partei PYD und ihre bewaffneten Einheiten YPG und YPJ, die vor Ort in Kobane gegen den IS k\u00e4mpfen, ein rotes Tuch f\u00fcr die Bundesregierung. Waffenlieferungen hingegen gibt es f\u00fcr die mit der T\u00fcrkei verbandelten Peschmerga im Irak. Diese Unterscheidung in \u201egute und schlechte Kurden\u201c macht f\u00fcr die BRD durchaus Sinn, ist doch der NATO-Partner T\u00fcrkei ein entschiedener Gegner kurdischer Autonomiebestrebungen in Rojava. So wird auch eine m\u00f6gliche St\u00e4rkung der PKK im Zusammenhang mit einer Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kobani gebetsm\u00fchlenartig wiederholt.<br \/>\nWeiterhin wird die PKK d\u00e4monisiert. Unsere notwendige Forderung muss hingegen lauten, das Verbot der Kurdischen Arbeiterpartei PKK in der BRD und Europa endlich aufzuheben um eine effektive Unterst\u00fctzung der kurdischen K\u00e4mpferinnen und K\u00e4mpfer in der Region zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Wir erkennen die Relevanz und die Einmaligkeit der Entwicklungen in Rojava an. Unsere Solidarit\u00e4t gilt den Menschen, welche die Revolution in Rojava verteidigen.<\/p>\n<p>Wir sagen deshalb:<br \/>\nWeg mit dem PKK Verbot!<br \/>\nSolidarit\u00e4t mit dem kurdischen Aufbruch in Rojava!<br \/>\nHoch die internationale Solidarit\u00e4t!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Sommer 2012 baut die kurdische PYD im Norden Syriens ein selbstbestimmtes und demokratisches Leben auf. Das autonome Rojava steht f\u00fcr den Versuch, alternative Ans\u00e4tze in der Organisation einer Gesellschaft zu verwirklichen. Jenseits von herk\u00f6mmlichen Staatsstrukturen, Unterdr\u00fcckung und patriarchalen Machtstrukturen soll in Rojava ein anderer Weg eingeschlagen werden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,4],"tags":[714,12,14,194,204,339],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3571"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3571"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3571\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}