{"id":5088,"date":"2017-02-10T19:05:15","date_gmt":"2017-02-10T18:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5088"},"modified":"2017-02-10T19:05:15","modified_gmt":"2017-02-10T18:05:15","slug":"frauenkampftag-8-maerz-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5088","title":{"rendered":"Frauen*kampftag 8. M\u00e4rz 2017"},"content":{"rendered":"<p>Auch wir sind in diesem Jahr Teil des B\u00fcndnis 8. M\u00e4rz in Freiburg. Gemeinsam mit vielen anderen organisieren wir eine Demonstration anl\u00e4sslich des internationalen Frauen*kampftages. Weitere Informationen zum B\u00fcndnis, Aufrufe in verschiedensten Sprachen, sowie das Plakat und den Flyer findet ihr <a href=\"http:\/\/8maerzfr.tk\/\">hier.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Heraus zum internationalen Frauen*kampftag 2017<\/strong><\/p>\n<p><strong>8. M\u00e4rz | 18h | Rathausplatz Freiburg<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unser Feminismus bleibt\u2026\u00a0<a href=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/plakat-8maerz-a2-212x300.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-5089\" src=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/plakat-8maerz-a2-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz gehen Frauen* seit \u00fcber 116 Jahren auf die Stra\u00dfen. In dieser Tradition werden auch wir 2017 in Freiburg demonstrieren, denn es zeigt sich immer noch deutlich, wie notwendig eine konsequente feministische Perspektive und ein gemeinsamer solidarischer Kampf sind und bleiben.<\/p>\n<p><strong>\u2026 antirassistisch<br \/>\n<\/strong><em>Sexismus wird nicht importiert<\/em><br \/>\nSchon seit vielen Jahrzehnten k\u00e4mpfen Frauen* und LGBTIQ-Bewegungen in Deutschland und international gegen Sexismus, strukturelle Ausbeutung und sexualisierte Gewalt. Diese Ph\u00e4nomene sind fester Bestandteil einer jeden kapitalistischen und patriarchalen Gesellschaft.\u00a0Frauen* sind t\u00e4glich betroffen von sexualisierter Gewalt, sei es auf der Stra\u00dfe, am Arbeitsplatz oder im eigenen Zuhause. 25% der in Deutschland lebenden Frauen* haben k\u00f6rperliche oder sexualisierte Gewalt durch ihren (Ex-) Partner erfahren oder erfahren sie noch. Allein 2015 wurden 331 Frauen* Opfer von Mord und Totschlag. Die Rate der Anzeigen bei Vergewaltigung liegt bei knapp 5%, wovon jedoch lediglich ein Bruchteil zur tats\u00e4chlichen Verurteilung kommen. In 99% der F\u00e4lle sind die T\u00e4ter*innen m\u00e4nnlich. Die Ursache hierf\u00fcr ist eine Gesellschaft, in der Gewalt an Frauen* eine Normalit\u00e4t darstellt. Diese Normalit\u00e4t, in welcher M\u00e4nner* \u00fcber Frauen* herrschen, nennt sich Patriarchat. Klingt altmodisch, ist aber auch heute noch eine globale Struktur, in der Frauen* weltweit ausgebeutet und unterdr\u00fcckt werden. Zur Aufrechterhaltung dieses Systems wird psychische, k\u00f6rperliche, sexualisierte, politische und strukturelle Gewalt gegen Frauen* und M\u00e4dchen* ausge\u00fcbt.<\/p>\n<p><em>Wir lassen uns nicht instrumentalisieren!<\/em><br \/>\nGewalt und \u00dcbergriffe gegen Frauen* sind immer zu verurteilen. Egal von wem sie ausgehen. Sexismus kommt nicht durch Migration in diese Gesellschaft. Wer das behauptet, verurteilt nicht nur pauschal Menschen anhand rassistischer Merkmale, er ignoriert auch allt\u00e4gliche Erfahrungen von Frauen* und empirische Zahlen! Ignoriert werden die Erfahrungen wei\u00dfer Frauen*, die den Sexismus ihrer wei\u00dfen Freunde, Verwandten und Arbeitskollegen erleben m\u00fcssen, genauso wie die Erfahrungen aller Frauen*, die sowohl rassistisch diskriminiert, als auch sexistisch angegriffen werden. Dies betrifft auch gefl\u00fcchtete Frauen*, die in Unterk\u00fcnften oder auf der Stra\u00dfe mit sexistischen wei\u00dfen M\u00e4nnern konfrontiert sind. Frauen brauchen keine Besch\u00fctzer \u2013 schon gar nicht, wenn diese \u201eBesch\u00fctzer\u201c nur f\u00fcr Gleichberechtigung und Frauenrechte sind, wenn sie sie f\u00fcr antimuslimische Hetze instrumentalisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u2026 antikapitalistisch<br \/>\n<\/strong><em>Prekarit\u00e4t trifft Frauen* besonders hart<\/em><br \/>\nDie meisten Frauen* arbeiten im Niedriglohnsektor, in sogenannten Frauenberufen und unsicheren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen. In der BRD verdienen Frauen* im Durchschnitt 21% weniger als M\u00e4nner*. Diese Tatsache ist nicht nur dadurch zu erkl\u00e4ren, dass sie weniger Gehalt f\u00fcr die selbe Arbeit erhalten, sondern ergibt sich auch durch Faktoren wie Berufswahl, Verdienstl\u00fccken durch Elternzeit, aber auch Teilzeitbesch\u00e4ftigungen aufgrund von Kinderbetreuung. Deshalb sind Frauen* beispielsweise besonders von Altersarmut oder durch den Abbau des Sozialstaates betroffen.<\/p>\n<p><em>Kein Ende der Doppelbelastung in Sicht<\/em><br \/>\nDar\u00fcber hinaus erledigen Frauen* auch heute noch den gro\u00dfen Teil der nicht entlohnten Haus- und Sorgearbeit und sind deshalb doppelt belastet. Das kapitalistische Wirtschaftssystem profitiert von der unbezahlten Arbeit, die Frauen* leisten, da sie notwendige Voraussetzung zur Reproduktion der Arbeitskraft ist. Die private Haus- und Sorgearbeit, die Familien in reicheren L\u00e4ndern nicht machen k\u00f6nnen oder wollen, wird nicht unter den Geschlechtern aufgeteilt, sondern zunehmend an Frauen* aus \u00e4rmeren L\u00e4ndern verschoben.<\/p>\n<p><strong>\u2026 international<br \/>\n<\/strong><em>Gegen Faschismus und Krieg<\/em><br \/>\nWir wollen jedoch nicht bei der Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter stehen bleiben. F\u00fcr uns ist der 8. M\u00e4rz gleichzeitig ein Kampftag gegen Faschismus und Krieg. Wir beobachten, dass sich verschiedene Staaten weltweit zunehmend mit rassistischer und faschistischer Tendenz radikalisieren. Insbesondere denken wir an die Menschen, die in der T\u00fcrkei und in Kurdistan von religi\u00f6sen Fundamentalisten bek\u00e4mpft und von der t\u00fcrkischen Regierung inhaftiert, gefoltert und ermordet werden. Noch immer werden aus der BRD Waffen an die T\u00fcrkei oder in Kriegsgebiete exportiert, womit sie von den brutalen Auseinandersetzungen profitiert. Dies ist einer der Gr\u00fcnde, weshalb sich 2015 weltweit \u00fcber 50 Millionen Menschen auf der Flucht befanden. Insbesondere Frauen* sind in kriegerischen Auseinandersetzungen, und auch auf der<br \/>\nFlucht, weltweit von Vergewaltigung als Kriegswaffe und sexualisierter Gewalt betroffen.<\/p>\n<p><em>Die Welt r\u00fcckt nach rechts<\/em><br \/>\nNicht nur in der T\u00fcrkei, auch in Deutschland, Europa und den USA ist ein starker Rechtsruck sp\u00fcrbar. Diese Bewegungen und Regierungen zeichnen sich nicht nur durch Rassismus und Demokratiefeindlichkeit aus, machen Grenzen dicht und wollen Staatsoberh\u00e4upter mit unbegrenzter Macht ausstatten. Sie sind immer auch antifeministisch, versuchen die Rechte von Frauen* zu beschneiden und verteidigen sexistische Verhaltensweisen und m\u00e4nnliche Vorherrschaft.<br \/>\nDoch Frauen* auf der ganzen Welt lassen sich das nicht einfach gefallen.<\/p>\n<p><strong>\u2026 solidarisch<br \/>\n<\/strong><em>Frauen* (nicht nur) gegen Trump<\/em><br \/>\nKurdische Frauen* beteiligen sich ma\u00dfgeblich am Kampf gegen das autokratische Regime Erdogans und den islamistischen Terror des IS. Gefl\u00fcchtete Frauen* schlie\u00dfen sich zusammen und stehen f\u00fcr ihre Rechte ein. Feminist*innen in L\u00e4ndern des Nahen Ostens verschaffen sich selbstbewusst Geh\u00f6r und in Argentinien finden lautstarke Demonstrationen gegen die fortdauernden Morde an Frauen* statt. Auch das Vorhaben der polnischen Regierung, das Recht auf Abtreibung auszuh\u00f6hlen, stie\u00df im vergangenen Jahr auf entschlossenen Protest. Beim Women\u2019s March gegen Trump gingen hunderttausende rosa bem\u00fctzte Demonstrant*innen auch gegen dessen Antifeminismus auf die Stra\u00dfe und hierzulande werden Feminist*innen durch alte Nazis und Neue Rechte in Form von AfD und Co herausgefordert. Auch in anderen Bereichen werden Frauen* aktiv, streiken f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen oder setzen sich f\u00fcr die gesellschaftliche Anerkennung und gerechte Verteilung von Sorgearbeit ein.<\/p>\n<p><em>Sexismus hat viele Gesichter<\/em><br \/>\nSexismus betrifft nicht nur Frauen*. Trotz \u201ceingetragener Lebenspartnerschaften\u201c f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare, sind Lebensweisen, die nicht dem Bild von Frau+Mann-Beziehungen entsprechen, noch immer nicht voll anerkannt. Diskriminierung wird dabei nicht nur auf pers\u00f6nlicher Ebene erfahren, sondern zeigt sich auch auf struktureller Ebene, wie z.B. durch h\u00f6here Adoptionshindernisse f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare. Ebenfalls berichten ca. 90% der Trans*- Menschen in Europa von Gewalterfahrungen und Bel\u00e4stigungen in der \u00d6ffentlichkeit, sowie von einer unangemessenen Behandlung durch Polizei und Justiz. Noch immer wird intergeschlechtlichen Menschen nach der Geburt durch Operationen ein biologisches Geschlecht aufgezwungen, was lebenslang Auswirkungen hat. Insbesondere auch die homo-, bi-, inter- und transfeindliche Politik von konservativen Parteien und die \u201eDemos f\u00fcr alle\u201c, welche gegen einen geschlechtergerechten Bildungsplan protestieren, zeigen, wie an konservativen und traditionell religi\u00f6sen Bildern von Familie und Geschlecht festgehalten wird.<\/p>\n<p><em>Unsere Solidarit\u00e4t endet nicht an europ\u00e4ischen Grenzen!\u00a0<\/em><br \/>\nDenn nur wenn wir gemeinsam agieren und globale Netzwerke und Bewegungen aufbauen, sind wir gemeinsam stark!<br \/>\nLasst uns deshalb am 8. M\u00e4rz mit allen Frauen*- und LGBTIQ*-Bewegungen, weltweit auf die Stra\u00dfe gehen: f\u00fcr eine Weltgesellschaft, in der Menschen jenseits von Ausbeutungs- und Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnissen leben k\u00f6nnen. In der Menschen nicht nach \u00f6konomischer Verwertbarkeit eingeteilt werden. In der die Bed\u00fcrfnisse aller Menschen den Weg bereiten f\u00fcr ein solidarisches Miteinander!<br \/>\nDeshalb: lasst uns unsere Errungenschaften feiern und uns f\u00fcr kommende Auseinandersetzungen wappnen.<\/p>\n<p><strong>Zum 8. M\u00e4rz auf die Stra\u00dfe!\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em><br \/>\n* Der Genderstern symbolisiert alle Geschlechterentw\u00fcrfe, die sich nicht an dem Femininum oder Maskulinum zuordnen. Er soll au\u00dferdem symbolisieren, dass die benannten Gruppen in Bezug auf Faktoren wie Herkunft, Alter, Gesundheit, finanzielle Mittel, oder Bildung unterschiedliche Bedingungen haben.<br \/>\n** LGBTIQ: Lesbisch, Gay, Bisexuell, Transgeschlechtlich, Intergeschlechtlich, Queer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wir sind in diesem Jahr Teil des B\u00fcndnis 8. M\u00e4rz in Freiburg. Gemeinsam mit vielen anderen organisieren wir eine Demonstration anl\u00e4sslich des internationalen Frauen*kampftages. Weitere Informationen zum B\u00fcndnis, Aufrufe in verschiedensten Sprachen, sowie das Plakat und den Flyer findet ihr hier. &nbsp; Heraus zum internationalen Frauen*kampftag 2017 8. 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