{"id":5178,"date":"2017-05-05T16:45:36","date_gmt":"2017-05-05T14:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5178"},"modified":"2017-05-17T14:48:48","modified_gmt":"2017-05-17T12:48:48","slug":"kein-tag-der-deutschen-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5178","title":{"rendered":"Aufruf des B\u00fcndnisses #noTddZ"},"content":{"rendered":"<p><strong>Termine: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Mobikneipe + Infovortrag |\u00a0Freitag, 2. Juni | 19:30 Uhr | Linkes Zentrum \u00a1adelante!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gemeinsame Zugfahrt ab Freiburg zu den Protesten | Samstag, 3. Juni | Treffpunkt 8:45 Uhr Gleis 2 | Freiburg Hauptbahnhof<\/strong><\/p>\n<p><strong>_____________________________________________________________________________<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir sind angetreten, den Naziaufmarsch zu verhindern!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/NoTddZ_Poster_Web.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-5100 size-medium\" src=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/NoTddZ_Poster_Web-212x300.png\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/NoTddZ_Poster_Web-212x300.png 212w, https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/NoTddZ_Poster_Web-724x1024.png 724w, https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/NoTddZ_Poster_Web.png 2000w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a>Am 3. Juni 2017 wollen Nazis aus ganz Deutschland und dar\u00fcber hinaus versuchen, sich in Karlsruhe zu versammeln. Anlass soll der mittlerweile neunte sogenannte \u201eTag der deutschen Zukunft\u201c (\u201eTddZ\u201c) sein, den die Nazis von der faschistischen Partei \u201eDie Rechte\u201c dieses Jahr nach Karlsruhe bringen wollen.<\/p>\n<p><strong>\u201eTddZ\u201c \u2013 hausieren mit v\u00f6lkischer Ideologie<\/strong><\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet von der \u201eInitiative gegen \u00dcberfremdung\u201c fand der \u201eTag der deutschen Zukunft\u201c seit 2009 in verschiedenen St\u00e4dten statt und hat sich als eines der wichtigsten Events f\u00fcr deutsche Faschisten etabliert. Mit um die 1000 Teilnehmenden hat der \u201eTddZ\u201c dabei beim letzten Aufmarsch in Dortmund noch einmal deutlich an Gr\u00f6\u00dfe und damit auch an Bedeutung zugelegt. Inhaltlich ist die Veranstaltung nicht nur von einem \u00fcberdeutlich zur Schau gestellten Nationalismus und Faschismus sowie eine Propagierung der Blut-und-Boden-Ideologie gepr\u00e4gt, auch ein positiver Bezug zum historischen deutschen Faschismus wird immer wieder sichtbar.<\/p>\n<p>Qualitativ unterscheiden sich der Faschismus und auch faschistische Organisationen stark von neueren Akteuren der Rechten wie der \u201eAfD\u201c oder \u201ePegida\u201c. So widerlich und gef\u00e4hrlich diese auch sind, so sehr es Verzahnungen dieser mit der klar faschistischen Rechten gibt, so stellt sich der Faschismus dennoch als eine Ideologie und Bewegung dar, die gesch\u00fcrte Ressentiments konsequent zu Ende denkt und deren gewaltsame Umsetzung vertritt. Dabei bedeutet Faschismus nicht nur extremer v\u00f6lkischer Nationalismus, sondern in der Zielvorstellung der Faschisten vor allem Terror und Tod f\u00fcr seine Gegner und ausgeschlossene Menschengruppen. Dazu z\u00e4hlen alle, die nicht in ihr Weltbild passen, weil sie eine andere Hautfarbe, Nationalit\u00e4t, Religion oder sexuelle Orientierung haben, ebenso FeministInnen, Menschen mit Behinderungen und Linke, geh\u00f6ren zum Feindbild der Neonazis. Dabei ist die derzeitige faschistische Rechte noch weit von diesem Ziel entfernt. Ihr Rassismus zielt auch heute auf eine Spaltung der Gesellschaft ab und ist anschlussf\u00e4hig an andere neuere rechte Gruppen, die dasselbe Ziel verfolgen aber keine konkrete faschistische Diktatur anstreben. Bei Gro\u00dfereignissen wie dem geplanten \u201eTddZ\u201c in Karlsruhe sind die Nazis zwar zum gr\u00f6\u00dftem Teil aus dem gesamten Bundesgebiet herbeigekarrt, dennoch dient die Verlagerung dieses Gro\u00dfevents nach S\u00fcddeutschland letztlich dazu, die Aktionsf\u00e4higkeit hier vor Ort zu demonstrieren, die faschistische Szene f\u00fcr die Teilnehmenden erlebbar zu machen und lokal zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Karlsruhe als Aufmarschort der extremen Rechten<\/strong><\/p>\n<p>Seit mehreren Jahrzehnten fand in Karlsruhe durch gemeinsamen Gegenprotest bis auf eine Ausnahme kein Aufmarsch von Nazis statt, wenn gleich es immer mal wieder Versuche gab, zeigte sich der Erfolg immer im gemeinsamen solidarischen Protest. Zuletzt konnte am 25. Mai 2013 ein bundesweiter Naziaufmarsch durch Protest und antifaschistische Massenblockaden verhindert werden. Damals blieb den Nazis nach einem kurzen Stelldichein und Gerangel mit der Polizei auf dem Karlsruher Bahnhofsvorplatz nichts anderes \u00fcbrig, als wieder in den Zug zu steigen und unverrichteter Dinge abzureisen. Zuvor hatte die rechte Szene einen wichtigen Veranstaltungsort im nahe gelegenen Rheinm\u00fcnster-S\u00f6llingen verloren und ein Nazizentrum in Durlach konnte durch antifaschistische Intervention verhindert werden.<\/p>\n<p>Mit dem Aufkommen der \u201ePegida\u201c-Bewegung hat sich diese Situation dann drastisch ge\u00e4ndert. Im Februar 2015 fand unter dem Label \u201eKargida\u201c der erste rechte Aufmarsch seit langer Zeit in Karlsruhe statt. Doch dabei sollte es nicht bleiben. In den Jahren 2015 und 2016 marschierten im Schnitt alle zwei Wochen \u201eWutb\u00fcrger\u201c und Nazis durch die Karlsruher Innenstadt. Kommunale Politik und Beh\u00f6rden verharmlosen die Nazis als besorgte B\u00fcrgerInnen obwohl von Beginn an bekannte und organisierte Gruppen von Nazis das Bild bestimmten. Dar\u00fcber hinaus arbeiteten die Repressionsorgane von Polizei bis Justiz Hand in Hand zusammen, um den antifaschistischen Protest zu kriminalisieren und einzusch\u00fcchtern.<\/p>\n<p><strong>Kapitalistische Krisenzeit \u2013 Chance und Gefahr<\/strong><\/p>\n<p>In Zeiten kapitalistischer Krisen, setzen die Rechten verst\u00e4rkt auf eine Spaltung entlang ethnischer Merkmale und v\u00f6lkischer Zugeh\u00f6rigkeit. Dabei nutzen und befeuern sie \u00c4ngste und Verunsicherung der Menschen in dem sie ein schuldf\u00e4higes Fremdes konstruieren. Das Ergebnis dieser Strategie ist, dass diejenigen, die am st\u00e4rksten von der zugespitzten sozialen Konkurrenz betroffen sind, gegeneinander ausgespielt werden. Nicht nur an den R\u00e4ndern Europas sondern auch hierzulande versch\u00e4rfen sich die Lebensbedingungen. Die Kluft zwischen arm und reich nimmt zu. Wir wissen, dass wir dem zunehmenden Rechtsruck auf Dauer nur begegnen k\u00f6nnen, wenn auch die gesellschaftlichen Ursachen von sozialer Spaltung, Verelendung, Verunsicherung und Angst entschieden bek\u00e4mpft werden. Dies kann nur durch die \u00dcberwindung des Kapitalismus mit seiner Grundlage des Privateigentums von Produktionsmitteln funktionieren. Dennoch wird das kapitalistische Wirtschaftssystem, mit seinem Selbstzweck des rastlosen Strebens nach Profit, von der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung als alternativlos angesehen. Sollte sich aber an diesem Zustand jedoch etwas \u00e4ndern und die Bourgeoisie derma\u00dfen in Erkl\u00e4rungsnot kommen, dass sie ihren eigenen Status gef\u00e4hrdet sieht, wird sie sich auf die Suche nach neuen B\u00fcndnispartnern machen. Dabei ist sie in der Auswahl nicht auf demokratische Parteien und den Parlamentarismus beschr\u00e4nkt. Eine ausreichend starke faschistische Bewegung, die bereit ist (oder dies zumindest vorgibt) die Interessen der besitzenden Klasse durchzusetzen stellt dabei stets eine Option dar.<\/p>\n<p><strong>Der rechte Rand<\/strong><\/p>\n<p>Reaktion\u00e4re Think-Tanks und Netzwerke, die sonst schon immer im Hintergrund ihre Hetze und faschistoide Ideologien sponnen, sehen jetzt ihre historische Chance gekommen. Offen agieren sie im vorpolitischen Raum und erreichen nicht mehr nur die rechten Hardliner, sondern stellen parlamentarische Machtverh\u00e4ltnisse her. Vom j\u00fcngsten gesellschaftlichen Rechtsruck profitiert zurzeit die \u201eAfD\u201c am meisten. So gelang es ihr in den letzten Jahren sich als rechtspopulistische Partei und partieller Vertreterin der Neuen Rechten zu etablieren und mit zweistelligen Wahlergebnissen in eine Vielzahl von Landtagen einzuziehen. Sie verschieben den Diskurs nachhaltig nach rechts, um sich irgendwann in Regierungen wiederzufinden. Es ist unsere Aufgabe klar und deutlich zu zeigen, dass rassistische Parolen niemals akzeptiert werden, dass wir ihnen konsequent begegnen, egal in welchem Gewand sie daher kommen.<\/p>\n<p>Was jedoch nicht passieren darf, ist faschistische Akteure, denen zurzeit weniger \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird, au\u00dfen vor zu lassen. Denn auch am rechten Rand hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Nachdem das Bundesverfassungsgericht der NPD eine \u201egef\u00e4hrliche Harmlosigkeit\u201c unterstellte, und deren weitere strategische Ausrichtung noch nicht absehbar ist, machen sich bereits weitere Akteure wie \u201eDie Rechte\u201c und \u201eDer III. Weg\u201c auf, sich zu formieren und die Landkarte unter sich aufzuteilen.<\/p>\n<p><strong>Der \u201eTddZ\u201c als Teil des Rechtsrucks<\/strong><\/p>\n<p>Der Widerstand und Protest gegen die menschenverachtende Propaganda der rechten Populisten und Faschisten geht uns alle an. Wenn RassistInnen und FaschistInnen marschieren k\u00f6nnen, schaffen sie mit jedem Aufmarsch weiter Stimmung f\u00fcr rechte Gewalt, Ausgrenzung und Unterdr\u00fcckung. Schaffen wir B\u00fcndnisse gegen Rechts, die den Menschenfeinden ganz konkreten Widerstand entgegensetzen. Mischen wir uns ein, stellen wir uns den Rechten \u00fcberall entgegen wo wir es k\u00f6nnen. Gehen wir ihre Veranstaltungsr\u00e4ume an, thematisieren wir Verquickungen mit der faschistischen Bewegung, verhindern wir ihre \u00f6ffentlichen Auftritte! Deshalb gilt es den v\u00f6lkisch-nationalistischen Aufmarsch in Karlsruhe mit direkten Aktionen und Blockaden zu stoppen. Unsere Waffe ist die Solidarit\u00e4t, unsere St\u00e4rke liegt in breiten antifaschistischen B\u00fcndnissen genauso wie die Kombination vielf\u00e4ltiger Widerstandsformen. Aus diesem Grund rufen wir alle AntifaschistInnen auf, gegen den faschistischen Aufmarsch in Karlsruhe auf die Stra\u00dfe zu gehen.<\/p>\n<p><strong>Es darf keine Zukunft f\u00fcr Nazis geben \u2013 Verhindern wir den \u201eTddZ\u201c am 3. Juni 2017!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Termine: Mobikneipe + Infovortrag |\u00a0Freitag, 2. Juni | 19:30 Uhr | Linkes Zentrum \u00a1adelante! Gemeinsame Zugfahrt ab Freiburg zu den Protesten | Samstag, 3. Juni | Treffpunkt 8:45 Uhr Gleis 2 | Freiburg Hauptbahnhof _____________________________________________________________________________ Wir sind angetreten, den Naziaufmarsch zu verhindern! Am 3. 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