{"id":5316,"date":"2017-08-20T00:38:12","date_gmt":"2017-08-19T22:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5316"},"modified":"2017-08-22T11:27:55","modified_gmt":"2017-08-22T09:27:55","slug":"wir-lassen-uns-nicht-spalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5316","title":{"rendered":"Wir lassen uns nicht spalten! Kampagne gegen falsche Alternativen und f\u00fcr eine solidarische Perspektive"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Der Blick aufs Ganze<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sp\u00e4testens die Reform des deutschen Sozialsystems und Arbeitsmarkts unter SPD und Gr\u00fcnen \u2013 besser bekannt als Agenda 2010 \u2013 hat die deutsche Politik vollends der neoliberalen Logik unterworfen. Als alternativlos pr\u00e4sentiert und allein auf die Interessen des Kapitals R\u00fccksicht nehmend, bleibt das einzige Ziel die Profitmaximierung eines enthemmten Marktes. Die Interessen, Bed\u00fcrfnisse und N\u00f6te von uns Lohnabh\u00e4ngigen haben sich dem voll und ganz unterzuordnen. W\u00e4hrend so ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung in prek\u00e4ren Lohnverh\u00e4ltnissen, Zeitarbeit und der Unsicherheit eines immer weiter schrumpfenden Sozialsystems um das t\u00e4gliche Auskommen zu bangen hat, rollt schon die n\u00e4chste Privatisierungswelle auf uns zu. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gespart wird da, wo es sowieso schon fehlt, und was sich nicht rentiert, wird nicht finanziert. Der Mangel an Sozialwohnungsbau und die gleichzeitige Aufwertung ganzer Stadtteile verdr\u00e4ngt alle aus den St\u00e4dten, die es sich nicht mehr leisten k\u00f6nnen horrende Preise f\u00fcr noch so kleine Wohnungen zu zahlen. Denn auch in Freiburg wird gentrifiziert. Sei es durch den sogenannten sozialen Stadtbau,der die Mieten in Viertel wie Landwasser und Haslach in die H\u00f6he treibt, oder durch Prestige Projekte am G\u00fcterbahnhof und bei den Gutleutmatten, bei denen Sozialwohnungsbau ausgesetzt und nur eine Aufwertung der Stadtteile angestrebt wird.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Krankenh\u00e4usern herrscht derweil akute Unterbesetzung: das Personal ist \u00fcberlastet und wer sich keine Privatversicherung leisten kann, bleibt sowieso Patient_in zweiter Klasse. Die ach so unantastbare Menschenw\u00fcrde scheint pl\u00f6tzlich verhandelbar, wenn effektive Behandlungen den zu knapp bemessenen finanziellen Rahmen sprengen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Ellbogen ist im Kampf um die verknappten Ressourcen das wichtigste Gut. Die bitter notwendige Solidarit\u00e4t hat es schwer in der Armut der herrschenden \u201eRealpolitik\u201c. Das Ergebnis ist eine zunehmende Vereinsamung in dieser Konkurrenz-Gesellschaft. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Stand der rechten Dinge <\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Derweil erweitert sich der Raum des Sag- und Denkbaren stetig weiter nach Rechts. Rassistische und frauenfeindliche Hetzer_innen finden immer gr\u00f6\u00dfere Plattformen, um ihre Ideologie \u00f6ffentlichkeitswirksam zu pr\u00e4sentieren. Viele ihrer menschenverachtenden Parolen scheinen nun in der medialen Wahrnehmung eine legitime politische Meinung geworden zu sein, was unsere ach so tolerante Stadt bei Diskussionen \u00fcber Eintrittsverbote f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Clubs oder rassistischen Kommentaren im Mordfall der Studentin Maria eindrucksvoll bewies. Menschen werden aufgrund ihres Aussehen, ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts kollektive Eigenschaften zugeschrieben. Vorurteile werden bewusst gesch\u00fcrt. Die Spaltung von uns Lohnabh\u00e4ngigen ist und bleibt das Resultat dieser perfiden Logik.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und auf Worte folgen Taten. Anschl\u00e4ge auf Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete sind so allt\u00e4glich geworden, dass sie nicht einmal eine Randnotiz in der Tageszeitung wert sind. Jede Person, die nicht in das Idealbild der neuen-alten propagierten Leitkultur passt, erf\u00e4hrt am eigenen Leib die Gewaltt\u00e4tigkeit rechter Ideologien. Homosexuelle, vermeintliche \u201eAusl\u00e4nder\u201c und Menschen, die sich nicht in traditionelle Geschlechterrollen einordnen lassen, werden als \u201edie Anderen\u201c zum Ziel von aufgestauter Wut. Jede Meldung in sozialen Medien, die die eigenen Vorurteile best\u00e4tigt, findet dann tosende Zustimmung. Ganz egal, wie absurd sie auch klingen mag.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Von Hetze und falschen Alternativen<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In die Kerbe der allgemeinen Verunsicherung schl\u00e4gt die Hetze von AfD und Konsorten. Wer um die Zukunft bangt, kann gegen Gefl\u00fcchtete wettern. Wen das marode Sozialsystem \u00e4ngstigt, darf sich eine traditionelle Familie f\u00fcr den sozialen R\u00fcckhalt w\u00fcnschen. Und wem gerade schon wieder die Rente oder Sozialleistungen gek\u00fcrzt wurden, soll sich \u00fcber jede sp\u00e4rliche Ausgabe \u00e4rgern, die Andere noch so dringend ben\u00f6tigen. Die AfD deutet die Ursachen unserer allt\u00e4glichen Missst\u00e4nde um. Probleme der Verteilung und Prekarisierung, die aus dem bestehenden Wirtschaftssystem resultieren, finden in dieser rechten Argumentation andere S\u00fcndenb\u00f6cke. Nationale Identit\u00e4t wird parallel dazu zum h\u00f6chsten Gut \u00fcberhaupt verkl\u00e4rt und verstellt den Blick auf die tats\u00e4chlichen Ursachen unserer Probleme. Schuld sind dann pl\u00f6tzlich \u201edie Anderen\u201c und nicht die tats\u00e4chlich Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die angebotenen Alternativen von Rechts bleiben Scheinl\u00f6sungen, die keine Probleme beheben, sondern uns nur gegeneinander ausspielen. Einem globalisierten Kapitalismus wird ein national-abgeschotteter entgegen gesetzt. Beide bedeuten jedoch neoliberale Verwerfung, Privatisierung und Sozialabbau. F\u00fcr unsere Lage als Lohnabh\u00e4ngige bleibt die Perspektive: eine zutiefst gespaltene Gesellschaft, ein immer autorit\u00e4rer agierender Staat und Hass auf alles \u201eFremde\u201c.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Gemeinsam gegen die Alternativlosigkeit<\/b> <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir d\u00fcrfen uns nichts vormachen lassen. Anstatt uns entlang rechter Demagogie in Gruppen spalten zu lassen, m\u00fcssen wir zusammenstehen und f\u00fcr unsere gemeinsamen Interessen eintreten. Weder die herrschende Politik noch die \u201eAlternativen\u201c von Rechts sind f\u00fcr uns! Sie reduzieren uns zu lohnabh\u00e4ngigen Humanressourcen, um dann von der Alternativlosigkeit der Ma\u00dfnahmen zu schwadronieren oder S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr die Verwerfungen ihrer Politik zu suchen. An den bestehenden Verh\u00e4ltnissen, die uns zu schaffen machen, wollen sie aber nichts \u00e4ndern. Ihrer Politik und niemandem sonst muss daher unsere Wut und Ablehnung gelten!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was wir brauchen ist eine solidarische Gesellschaft! Dazu m\u00fcssen wir uns organisieren und zusammenstehen. Die neue Leiharbeiterin ist dann nicht die Konkurrentin um den eigenen Job, sondern eine Leidensgenossin, mit der man gemeinsam f\u00fcr das selbe Ziel k\u00e4mpft. Der Gefl\u00fcchtete ist dann nicht eine weitere Person, die angeblich dem Sozialstaat auf der Tasche liegt, sondern ein Mensch, der genauso mit den Entbehrungen eben dieses Sozialstaats zu k\u00e4mpfen hat, wie jede_r von uns.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir haben ein gemeinsames Interesse und wir d\u00fcrfen uns nicht spalten lassen! Eine solidarische Gesellschaft und ein gutes Leben f\u00fcr alle sind machbar. Zusammen und entschlossen m\u00fcssen wir daf\u00fcr einstehen: Gegen die falschen \u201eAlternativen\u201c von Rechts und f\u00fcr eine antikapitalistische Perspektive!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zusammenstehen. Organisieren. K\u00e4mpfen. &#8211; Wir lassen uns nicht spalten!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Serif,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Antifaschistische Linke Freiburg (IL)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Blick aufs Ganze Sp\u00e4testens die Reform des deutschen Sozialsystems und Arbeitsmarkts unter SPD und Gr\u00fcnen \u2013 besser bekannt als Agenda 2010 \u2013 hat die deutsche Politik vollends der neoliberalen Logik unterworfen. Als alternativlos pr\u00e4sentiert und allein auf die Interessen des Kapitals R\u00fccksicht nehmend, bleibt das einzige Ziel die Profitmaximierung eines enthemmten Marktes. 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