{"id":5335,"date":"2017-09-04T20:48:16","date_gmt":"2017-09-04T18:48:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5335"},"modified":"2017-09-04T20:48:16","modified_gmt":"2017-09-04T18:48:16","slug":"demonstration-gesundheit-ist-keine-ware-fuer-ein-solidarisches-gesundheitssystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5335","title":{"rendered":"Demonstration: Gesundheit ist keine Ware! F\u00fcr ein solidarisches Gesundheitssystem!"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-5330 alignleft\" src=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/Entlastung-Plakat-213x300.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/Entlastung-Plakat-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/Entlastung-Plakat-727x1024.jpg 727w, https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/wp-content\/uploads\/Entlastung-Plakat.jpg 1067w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><strong>Demonstration: Gesundheit ist keine Ware! F\u00fcr ein solidarisches Gesundheitssystem!<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Donnerstag, 21.09. | 18h | Platz der alten Synagoge<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Mehr Infos <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/EntlastungJetzt\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">\nDie Zust\u00e4nde in deutschen Krankenh\u00e4usern sind erschreckend: Patient_innen m\u00fcssen unn\u00f6tige Schmerzen aushalten, da nach Operationen die regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen unterbleiben. Das schier endlose Warten auf eine Pflegekraft geh\u00f6rt zur Normalit\u00e4t. Fehlende Zeit f\u00fcr die Einhaltung von Hygienestandards f\u00fchrt zu vermeidbaren Todesf\u00e4llen. Immer h\u00e4ufiger m\u00fcssen pflegende Angeh\u00f6rige einspringen, um Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Patient_innen pro Pflegekraft in rasantem Tempo zu: mit durchschnittlich \u00fcber 10 zu versorgenden Patient_innen geh\u00f6rt das deutsche Gesundheitssystem europaweit zu den Schlusslichtern. Die Arbeitsverdichtung sorgt massenhaft f\u00fcr physische und psychische \u00dcberlastung. Folge sind psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depression und k\u00f6rperliche Sch\u00e4den wie Bandscheibenverletzungen, weil nicht genug Personal vorhanden ist, um schwere k\u00f6rperliche Aufgaben gemeinsam zu bew\u00e4ltigen. Der Personalmangel schadet damit der Gesundheit der Patient_innen wie der Besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ursache f\u00fcr die Zust\u00e4nde ist der Umbau der Krankenh\u00e4user zu Wirtschaftsunternehmen. In den letzten 20 Jahren wurde die Krankenhauslandschaft nach dem Prinzip \u201eMehr \u00f6konomischer Wettbewerb\u201c zu einem Markt f\u00fcr Gesundheit umgebaut, der nicht den Menschen dienen, sondern Profit erwirtschaften soll. Seit der Einf\u00fchrung des Abrechnungssystems nach Fallpauschalen (DRG &#8211; Diagnosis Related Groups) wird jeder Diagnose ein Wert und damit ein \u201ePreis\u201c zugeordnet. Bestimmte OP\u2018s sind dadurch lukrativer als andere, Patient_innen werden entlassen, wenn die berechnete Verweildauer \u00fcberschritten wurde. Die Konsequenz ist, dass \u00fcber Behandlungen und Dauer des Krankenhausaufenthaltes nicht nach medizinischen Kriterien entschieden wird, sondern danach, was sich gewinnbringend abrechnen l\u00e4sst. Krankenh\u00e4user werden in Konkurrenz zueinander gesetzt und m\u00fcssen profitorientiert wirtschaften. Deswegen muss am Personal gespart und die Arbeit immer weiter verdichtet werden \u2013 in den Krankenh\u00e4usern herrscht daher Personalnot, Unter- und Fehlversorgung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Gegen die Verh\u00e4ltnisse regt sich aber bundesweit Widerstand: 2016 haben die Besch\u00e4ftigten der Berliner Charit\u00e9 erstmals einen Tarifvertrag mit verbindlichen Personalschl\u00fcsseln erk\u00e4mpft. Bemerkenswert war, dass die Besch\u00e4ftigten wiederholt erkl\u00e4rt haben, dass sie eben nicht auf Kosten der Patient_innen streiken \u2013 wie dies die Krankenhausleitungen streikenden Besch\u00e4ftigten gerne vorhalten \u2013 sondern im Sinne der Patient_innen. Im Saarland schlossen sich bereits Anfang des Jahres viele Besch\u00e4ftigte zusammen, um ihren Protest lautstark zu \u00e4u\u00dfern. Der Personalmangel in der Pflege wurde so zu einem bundesweit diskutierten Thema. Der Widerspruch der Pflegenden gegen Personalmangel, Arbeitsverdichtung und \u00d6konomisierung des Gesundheitssystems wird immer lauter. Parallel dazu haben sich wie in Freiburg viele Solidarit\u00e4tsgruppen gegr\u00fcndet, die die Besch\u00e4ftigten bei ihren Auseinandersetzungen aktiv unterst\u00fctzen und die gesellschaftliche Dimension dieses Konflikts deutlich machen wollen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Herrschenden m\u00fcssen langsam erkennen, dass sich die Kommerzialisierung der Krankenh\u00e4user nicht ohne Widerstand durchsetzen l\u00e4sst. So musste das Bundesgesundheitsministerium reagieren und plant die Einf\u00fchrung von Personaluntergrenzen ab 2019 \u2013 allerdings nur in sogenannten \u201epflegesensitiven Bereichen\u201c. Diese ersten Erfolge gehen auf k\u00e4mpferische Bewegungen zur\u00fcck, denen es gelungen ist, das Thema in den medialen Fokus zu tragen. Zugleich zeigt sich, dass durch partielle Zugest\u00e4ndnisse versucht wird, den Druck der Bewegung abzufedern. Kein Wunder, denn im Herbst stehen Bundestagswahlen an. Da kommen soziale Themen wie Untergrenzen f\u00fcr Krankenhauspersonal den Herrschenden ungelegen, denn lieber w\u00fcrde man \u00fcber Obergrenzen gegen Fl\u00fcchtlinge sprechen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Doch wir \u00fcberlassen das Feld weder den Rassist_innen von AfD und Pegida noch den Herrschenden der ganz Gro\u00dfen Koalition, die uns ihre neoliberale Politik als alternativlos verkaufen wollen! Wir setzen die Frage nach einem solidarischen Gesundheitswesen und einem w\u00fcrdevollen Leben f\u00fcr alle auf die politische Agenda! Die miserablen Bedingungen in Krankenh\u00e4usern sind kein Naturgesetz, sondern Ergebnis kapitalistischer Gesundheitspolitik! Krankenh\u00e4user sind keine Fabriken, in denen immer mehr Menschen in immer k\u00fcrzerer Zeit repariert werden k\u00f6nnen! Gesundheit ist ein zentrales Gut, auf das jede_r Anrecht hat! Die Gesundheitsversorgung geht uns alle an \u2013 egal ob Pflegende, die unter schlechten Arbeitsbedingungen leiden und wegen Personalmangel Patient_innen nicht angemessen versorgen, oder (zuk\u00fcnftige) Patient_innen, die nicht nach ihren Bed\u00fcrfnissen versorgt werden, sondern so wie sich am besten damit verdienen l\u00e4sst. Mit den K\u00e4mpfen f\u00fcr ein bedarfsgerechtes, gemeinwohlorientiertes Gesundheitssystem stellt sich gleichzeitig insgesamt die Frage nach einem besseren, gerechteren und w\u00fcrdevolleren Leben f\u00fcr alle. Gesundheit ist keine Ware! Gesundheitsversorgung vergesellschaften!<\/p>\n<p align=\"justify\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nWas bedeutet der Unterstrich_?<\/p>\n<p align=\"justify\">Mit dem Unterstrich wollen wir in unseren Texten auch all den Menschen Raum geben, die sich nicht den Kategorien Mann oder Frau zuordnen. Damit meinen wir explizit Personen die sich als Transgender, Intersexuell und Queer verstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demonstration: Gesundheit ist keine Ware! F\u00fcr ein solidarisches Gesundheitssystem! Donnerstag, 21.09. | 18h | Platz der alten Synagoge Mehr Infos hier. Die Zust\u00e4nde in deutschen Krankenh\u00e4usern sind erschreckend: Patient_innen m\u00fcssen unn\u00f6tige Schmerzen aushalten, da nach Operationen die regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen unterbleiben. 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