{"id":5816,"date":"2018-10-26T20:21:59","date_gmt":"2018-10-26T18:21:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5816"},"modified":"2019-01-18T12:29:37","modified_gmt":"2019-01-18T11:29:37","slug":"zusammenstehen-gegen-reaktionaere-burschenschaften-in-freiburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=5816","title":{"rendered":"#Zusammenstehen gegen reaktion\u00e4re Burschenschaften in Freiburg"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Beteiligt euch an den Protesten gegen den geplanten <i>Festakt<\/i> am 17.11. in Freiburg<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 17. November rufen verschiedene Burschenschaften aus Freiburg zu einem gro\u00df angelegten Festakt, anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndung der ersten Burschenschaft in Freiburg vor 200 Jahren auf. Die Organisatoren der Veranstaltung setzen sich aus den Freiburger Burschenschaften der <i>Teutonia<\/i>, <i>Franconia<\/i> und <i>Saxo-Silesia <\/i>zusammen. Wir rufen dazu auf, sich dem reaktion\u00e4ren und elit\u00e4ren Treiben der Burschen entschlossen entgegenzustellen!<\/p>\n<p align=\"justify\">Eines ist klar. Mitglieder dieser M\u00e4nnerb\u00fcnde stehen f\u00fcr ein reaktion\u00e4res, nationalistisches, sexistisches und elit\u00e4res Weltbild. Sie ergehen sich in ihrer Deutscht\u00fcmelei und verbinden dies oftmals mit besonders marktradikalen und neoliberalen Positionen. Sie verherrlichen ihre \u00fcberholten patriarchalen Vorstellungen, schanzen sich gegenseitig gute Jobs zu und stehen ein f\u00fcr eine weitere soziale Spaltung der Gesellschaft. Bundesweit gibt es belegte \u00dcberschneidungen zwischen Burschenschaftlern, neurechten Organisationen und Parteien bis hin zu Verbindungen mit offenen Neofaschisten. Gerade in Freiburg sind diese \u00dcberschneidungen besonders gut zu beobachten.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Reaktion\u00e4ren, Rassisten und Faschisten&#8230; <\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Hauptorganisatoren aus Freiburg weisen deutliche Schnittmengen zur organisierten Rechten in der BRD auf. Nicht zuf\u00e4llig zitierte beispielsweise die Freiburger Burschenschaft Teutonia in ihrem Semesterprogramm aus dem Jahre 2012 die Neonazi-Szenegr\u00f6\u00dfe Michael Regener, ehemals S\u00e4nger der verbotenen Neonaziband Landser und titulierte ihn lapidar als einen \u201edeutschen Liedermacher\u201c. Ein schlechter Scherz, der allerdings tief blicken l\u00e4sst. Teile ihrer Mitglieder sind eng mit rechten oder neofaschistischen Kreisen vernetzt.<\/p>\n<p align=\"justify\">So betrieb beispielsweise der \u201ealter Herr\u201c der Teutonia, Klaus Harsch zusammen mit Nicole Schneiders, Steffen Hammer und Alexander Heinig eine gemeinsame Anwaltskanzlei in Rastatt. Schneiders war nicht nur stellvertretende NPD-Vorsitzende in Jena sondern auch mit dem NSU-M\u00f6rder Ralf Wohleben pers\u00f6nlich bekannt, gut befreundet und daher konsequenterweise auch dessen Verteidigerin im NSU-Prozess vor Gericht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Steffen Hammer lieferte mit seiner Band Noie Werte passenderweise den Soundtrack, den der NSU auf seiner Bekenner-DVD verwendete. Zudem war und ist Hammer ein wichtiges Mitglied in der verbotenen Blood&amp;Honour-Struktur innerhalb der BRD. Und auch Heinig ist kein harmloser Anwalt, sondern wie sein Kollege Teil der deutschen Blood&amp;Honour-Struktur, rechter Szeneanwalt und offensichtlich ebenfalls musikalisch interessiert, als Teil der Nazi Band Ultima Ratio. Zwar trennte sich Harsch von den Kollegen, um dem steigenden \u00f6ffentlichen Druck vorzubeugen; seine Gesinnung \u00e4nderte er aber wohl nicht. Bis heute scheint die Teutonia offensichtlich kein Problem mit den fragw\u00fcrdigen Bekanntschaften ihres \u201ealten Herren\u201c Harsch zu haben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch andere Mitglieder der Teutonia haben Schnittmengen mit der politischen Rechten, so betreibt beispielsweise der Teutone Andre Knapp zusammen mit dem AfD Hardliner und Rassisten Dubravko Mandic eine gemeinsame Anwaltskanzlei in Freiburg. Dessen AfD-Parteifreund Detlef Huber ist ebenfalls ein alter Herr der Teutonia und umgibt sich gerne mit dem Saxo-Silesen Andreas Schumacher, AfD-Kreissprecher und stellvertretendem Landesvorsitzenden der Jungen Alternative.<\/p>\n<p align=\"justify\">Noch offensichtlicher sind die Verbindungen zwischen der Saxo-Silesia und der organisierten rechten Szene in Freiburg. Eines der prominenteren Mitglieder der Saxo-Silesia ist der Anwalt Dubravko Mandic. Mandic ist ein umtriebiges Mitglied der ersten Stunde innerhalb der AfD, rechter Hardliner und ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Aufbau der Jungen Alternative-Struktur in Freiburg verantwortlich. Ihm ist es zu verdanken, dass die JA in Freiburg starknach rechts r\u00fcckt. Hierzu nutzte er seinen Rolle innerhalb der Saxo-Silesia. Auff\u00e4llig viele Mitglieder dieser Burschenschaft sind daher gleichzeitig aktive Mitglieder der Jungen Alternative, der AfD, sowie der neurechten Identit\u00e4ren Bewegung. Mandic l\u00e4sst zudem keine M\u00f6glichkeit aus daf\u00fcr zu werben, die Zusammenarbeit zwischen der AfD und der Identit\u00e4ren Bewegung weiter auszubauen. Zudem trat er in der Vergangenheit mit wichtigen Mitgliedern der Identit\u00e4ren Bewegung offen auf, hielt hetzerische Reden bei PEGIDA, gilt als Anh\u00e4nger und Vertrauter Bj\u00f6rn H\u00f6ckes und steht auch innerhalb der AfD ganz rechts.<\/p>\n<p align=\"justify\">Viele der rechten Hardliner innerhalb der AfD weisen Verbindungen zur Saxo-Silesia auf, waren oder sind Mitglieder oder zumindest mit den Silesen rund um Mandic pers\u00f6nlich und politisch eng verbunden. Die Saxo-Silesia ist dabei nicht einfach nur eine reaktion\u00e4re Burschenschaft sondern erf\u00fcllt als Rekrutierungsfeld, Kaderschule und Bindeglied zwischen Burschenschaften und der neuen Rechten eine wichtige Funktion in Freiburg und dar\u00fcber hinaus. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es auch in der Vergangenheit immer wieder Berichte \u00fcber ausgeartete Feiern innerhalb der R\u00e4umlichkeiten der Saxo-Silesia gab. Hier kam es neben den obligatorischen Drogen- und Alkoholexzessen auch zu Hitlergr\u00fc\u00dfen, Naziparolen und dem lautstarken Abspielen von Nazimusik.<\/p>\n<p align=\"justify\">Im Streit zwischen den sogenannten liberal-konservativen Burschenschaften und den offen nationalistisch auftretenden Verbindungen positionierte sich die Saxo-Silesia erwartenswerter Weise auf Seiten der rechten Hardliner\/ am rechten Rand. Als einzige Burschenschaft in Freiburg ist sie noch Teil des rechten Burschenschaftsdachverbandes \u201eDeutsche Burschenschaft\u201c. Im kommenden Jahr \u00fcbernimmt sie dar\u00fcber hinaus sogar deren Vorsitz.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Deutsche Burschenschaft ist, ebenso wie die Saxo-Silesia in Freiburg, darum bem\u00fcht ein Bindeglied zwischen den einzelnen Burschenschaften, Rechtsintelektuellen, neurechten Organisationen aber auch zur AfD darzustellen. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der neurechte Vordenker und selbsternannte Chefideologe, IB-Sympathisant und Netzwerker G\u00f6tz Kubitschek auf dem Festkommers der Deutschen Burschenschaft im Jahre 2015 v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich eine Rede halten konnte. Inhaltlich passt ohnehin kaum ein Blatt zwischen die Vorstellungen eines Kubitscheks und die Mitglieder der Deutschen Burschenschaft. Dementsprechend wurde die Rede Kubitscheks auch von den Anwesenden honoriert.<\/p>\n<p align=\"justify\">Doch nicht nur Reden werden bei solch gro\u00dfen burschenschaftlichen Veranstaltungen gerne geschwungen. Vielmehr sind derartige Anl\u00e4sse auch ein hervorragendes Feld zur Vernetzung, zum politischen Austausch und zur weiteren strategischen Planung und Ausrichtung. Auch wenn in Freiburg nicht nur Burschenschaften der Deutschen Burschenschaft zu Gast sein werden, es kann davon ausgegangen werden, dass ein solches Zusammentreffen auch hier dazu genutzt werden wird, nationalistische, patriarchale und reaktion\u00e4re Vorstellungen offen auszuleben, zu verfestigen und sich dar\u00fcber hinaus inhaltlich zu vernetzen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>&#8230;entschlossen entgegentreten!<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">Am Samstag, den 17.11. wollen diverse Burschenschaften der Einladung der vorgestellten Akteure folgen und nach Freiburg kommen, um ihre reaktion\u00e4ren Vorstellungen in der \u00d6ffentlichkeit zu zelebrieren. Dabei steht f\u00fcr die Burschen in Freiburg einiges auf dem Programm: Von 11 bis 13 Uhr wollen die Teilnehmer im Historischen Kaufhaus den Tag beginnen. Am Abend treffen sich die Burschen dann wieder im Historischen Kaufhaus um gemeinsam zu feiern und rechte Reden zu schwingen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Burschenschaften stehen als sexistische und reaktion\u00e4re M\u00e4nnerb\u00fcnde f\u00fcr ein rechtskonservatives, nationalistisches und elit\u00e4res Weltbild. Es kann nicht sein, dass offensichtliche Rechte in Freiburg zu einem gro\u00dfen Festakt in st\u00e4dtische R\u00e4umlichkeiten einladen, um ihre \u00fcberholten Vorstellungen zu propagieren. Daher rufen wir dazu auf, sich dem rechten Treiben am 17. November in Freiburg entschlossen in den Weg zu stellen! Beteiligt euch an den Protesten, achtet auf Ank\u00fcndigungen, sagt euren FreundInnen und KollegInnen Bescheid und zeigt den Burschen was ihr von ihnen haltet!<\/p>\n<p align=\"justify\">Am 17. November \u2013 #Zusammenstehen gegen Reaktion, Patriarchat und Faschismus!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Antifaschistische Linke Freiburg (IL)<br \/>\nFeministische Linke Freiburg<br \/>\nOAT &#8211; offenes Antifatreffen Freiburg und Region<br \/>\nSJD &#8211; Falken OV Freiburg<br \/>\nRealit\u00e4tenwerkstatt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Termine<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">15.11.2018 Vortrag zu Burschenschaften ab 19:30 Uhr im Linken Zentrum<\/p>\n<p align=\"justify\">16.11.2018 Offenes Antifatreffen ab 18.30 Uhr im Linken Zentrum<\/p>\n<p align=\"justify\">17.11.2018 ab 10.15 Uhr Kundgebung vor dem Historischen Kaufhaus (M\u00fcnsterplatz)<\/p>\n<p align=\"justify\">ab 19 Uhr Vortrag OAT zur Identit\u00e4ren Bewegung im Wheit Rabbit<\/p>\n<p align=\"justify\">ab 21 Konzert Always Antifascist im Wheit Rabbit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beteiligt euch an den Protesten gegen den geplanten Festakt am 17.11. in Freiburg Am 17. 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