{"id":675,"date":"2009-03-19T05:24:13","date_gmt":"2009-03-19T03:24:13","guid":{"rendered":"http:\/\/alfr.blogsport.de\/2009\/03\/19\/spiessige-brandstifter\/"},"modified":"2009-03-19T05:24:13","modified_gmt":"2009-03-19T03:24:13","slug":"spiessige-brandstifter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/?p=675","title":{"rendered":"Spie\u00dfige Brandstifter\u2026"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/Bilder\/afalogogross.png\" width=\"90\" align=\"left\" alt=\"Antifaschistische Aktion\" \/>Im Folgenden dokumentieren wir eine inhaltliche Auseinandersetzung der <a href=\"http:\/\/aufbau.redio.de\/antifa\/\">Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Stuttgart<\/a> mit dem Thema &#8222;Rechtspopulismus&#8220;, die im Juni 2011 anl\u00e4sslich eines <a href=\"http:\/\/noracismstgt.blogsport.de\/\">&#8222;Islamkritischen Wochenendes&#8220;<\/a> der &#8222;B\u00fcrgerbewegung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrgerbewegung_Pax_Europa\">Pax Europa<\/a> e.V.&#8220; und des ersten Landesparteitages der rechtspopulistischen Partei <a href=\"http:\/\/www.netz-gegen-nazis.de\/artikel\/die-freiheit-2415\">&#8222;Die Freiheit&#8220;<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurde. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.antifaschistische-linke.de\/Bilder\/trennstrich.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><strong>Hintergr\u00fcnde und Gefahren der rechtspopulistischen Bewegung.<\/strong><\/p>\n<p>Eine inhaltliche Auseinandersetzung anl\u00e4sslich des anstehenden Rassistenwochenendes vom 2. &#8211; 5. Juni in Stuttgart.<\/p>\n<p>Vom 2. bis zum 5. Juni plant die rassistische Vereinigung \u201eB\u00fcrgerbewegung Pax Europa e.V.\u201c ein bundesweites \u201eIslamkritisches Wochenende\u201c mit Seminaren und mehreren \u00f6ffentlichen Aktionen in Stuttgart durchzuf\u00fchren. Zeitgleich, am 5. Juni und ebenfalls in Stuttgart, laden zahlreiche Regionalverb\u00e4nde der jungen rechtspopulistischen Partei \u201eDie Freiheit\u201c zu einem ersten Landesparteitag in Baden-W\u00fcrttemberg ein.<!--more--><\/p>\n<p>Diese Strukturen und Aktivit\u00e4ten aus dem Spektrum einer neuaufkeimenden rechten Str\u00f6mung in Deutschland gilt es genauer zu betrachten, um ihre Ursachen aufzudecken und effektive Gegenstrategien zu entwickeln &#8211; Auf der Stra\u00dfe, in den K\u00f6pfen und in den Parlamenten.<\/p>\n<p>Schon seit einiger Zeit gewinnt eine anwachsende Sparte rechter Gruppierungen und Parteien in ganz Europa an Fahrtwasser: die populistische Rechte.<br \/>\nDie Front National in Frankreich, Die SVP in der Schweiz, die FP\u00d6 in \u00d6sterreich, die Lega Nord in Italien, die Schwedendemokraten in Schweden, oder die Partei der Freiheit mit ihrem Vorzeige-Agitator Geert Wilders in den Niederlanden: All diese Parteien gewinnen an W\u00e4hlerstimmen und Relevanz und schaffen es, die Koordinaten der jeweiligen politischen Systeme allm\u00e4hlich nach rechts zu verschieben. Trotz der unterschiedlichen Schwerpunkte und Einflussbereiche finden sich bei allen gleiche ideologische Grundannahmen und Argumentationsmuster wieder, die sich auch in der BRD langsam aber sicher in politischen Strukturen niederschlagen.<\/p>\n<p><strong>Rassistisch, konservativ und liberal<\/strong><\/p>\n<p>Der kulturell begr\u00fcndete, islamophobe Rassismus der Rechtspopulisten kn\u00fcpft an erstarkende Positionen aus der gesellschaftlichen Mitte an, die MigrantInnen nach ihrer N\u00fctzlichkeit f\u00fcr die deutsche Wirtschaft sortieren und die gesamte Migrationspolitik immer konsequenter nach dieser Vorgabe ausrichten. Die st\u00e4ndigen Forderung nach Einb\u00fcrgerungstests, eine restriktive Abschiebepolitik, ein vollkommen ausgeh\u00f6hltes Asylrecht, sowie eine Bildungspolitik und ein Sozialsystem, welche die strikte Aussonderung von sozial schw\u00e4cheren MigrantInnen forcieren, bilden eine solide Grundlage f\u00fcr alle weitergehenden rassistischen Ausgrenzungsbestrebungen.<br \/>\nDie Rechtspopulisten nutzen diesen diskriminierenden Normalzustand, um MigrantInnen vor allem aus dem arabischen Raum zu S\u00fcndenb\u00f6cken f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der gesellschaftlichen Probleme zu machen. Der Islam wird dabei zur gr\u00f6\u00dften und gef\u00e4hrlichsten Bedrohung f\u00fcr alle westlichen Gesellschaften und Kulturen hochstilisiert. Die paranoide Angst vor dieser \u201ekulturellen \u00dcberfremdung\u201c ist der zentrale Ausgangspunkt ihrer Propaganda. In ihrer angeblichen Kritik an der Religion finden sich schlie\u00dflich all die altbekannten rassistischen Vorurteile wieder, die den biologistischen Rassismus auch schon gekennzeichnet haben. Den Fremden wird intellektuelle und soziale R\u00fcckst\u00e4ndigkeit, Unmenschlichkeit und eine zersetzende Rolle in der Gesellschaft zugeschrieben, w\u00e4hrend der eigene Kulturraum h\u00f6herwertig und \u00fcberlegen sein soll.<\/p>\n<p>Allein aufgrund ihrer Sprache, ihrem Aussehen, oder ihrer Herkunft, werden Menschen als St\u00f6renfriede und unberechenbare Bedrohung eingestuft und damit zum Abschuss freigegeben. \u00dcber sie ergie\u00dft sich eine Flut an Vorurteilen, Beleidigungen und Horrorgeschichten.<\/p>\n<p>Alle weiteren Punkte der rechtspopulistischen Politik sind \u00e4hnlich diffus und vermischen sich mit den rassistischen Grundannahmen. Neben dem Islam als \u201etotalit\u00e4rer Bedrohung\u201c, sehen die in der BRD noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen rechten Gruppierungen den zweiten gro\u00dfen Feind in der hier herrschenden Politik. Ganz egal, wie sehr sich ihre Positionen auch mit denen aus Parlamenten und Regierungen \u00fcberschneiden, wird die herrschende Politik gerne als \u201eGesinnungsdiktatur\u201c beschrieben, die das Geld der B\u00fcrger verschwende und generell eine \u201esozialistische Umerziehung\u201c der Bev\u00f6lkerung anstrebe. Die Rechten versuchen erst gar nicht, derartig absurde Behauptungen genauer zu belegen, sondern bleiben in ihrer Argumentation bewusst schwammig und unklar. Ihnen geht es dabei schlichtweg um das Aufgreifen des anwachsenden Unmuts breiter Bev\u00f6lkerungsteile gegen\u00fcber politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die ihre Lebensbedingungen zunehmend verschlechtern. Diese Stimmungen sollen mit antikommunistischer und rassistischer Hetze aufgeladen und auch gegen \u201edie da oben\u201c, die angeblich immer zu weit links stehen, in Stellung gebracht werden. Was die ungerechten Eigentumsverh\u00e4ltnisse dieser Gesellschaft angeht, wollen die neuen Rechten nat\u00fcrlich nichts \u00e4ndern, sondern hetzen ganz im Gegenteil vor allem gegen die \u00c4rmsten der Armen: gegen Arbeitslose, Sozialhilfeempf\u00e4ngerInnen und Obdachlose. Diese werden als Abschaum pr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend das System der privaten Konkurrenzwirtschaft verteidigt und gepriesen wird.<br \/>\nAuf internationaler Ebene sind die US-amerikanische Rechte und der israelische Staat zentrale Bezugspunkte f\u00fcr die deutschen Rechtspopulisten. Insbesondere die US-amerikanisch dominierten imperialistischen Kriege gegen Afghanistan und den Irak, sowie die Kriegs- und Besatzungspolitik Israels gegen pal\u00e4stinensisch besiedelte Gebiete, werden von ihnen als westliche Offensiven gegen den arabischen Kulturraum begeistert abgefeiert. Das hat mit einem echten Kampf gegen Antisemitismus, den sie so gerne als Begr\u00fcndung f\u00fcr Kriegshandlungen heranziehen, selbstverst\u00e4ndlich nichts zu tun. Auch ihre engen Kontakte zu christlichen Fundamentalisten, die mit judenfeindlichen \u00c4u\u00dferungen um sich werfen, l\u00e4sst an ihrem vorgeblichen Engagement gegen Antisemitismus zweifeln.<br \/>\nObwohl ihre Positionen sich immer weiter in die mediale \u00d6ffentlichkeit dr\u00e4ngen und schon lange kein Tabuthema mehr sind, ist ein wichtiger Bestandteil der rechtspopulistischen Propaganda die Selbstdarstellung als Opfer. Neben der herbeiphantasierten islamistischen Bedrohung, sehen sie sich unentwegt einer angeblichen Ausgrenzung durch Medien und Politik ausgesetzt. So wird der Kampf um gesellschaftlichen Einfluss von ihnen zum angeblichen Kampf f\u00fcr \u201eDemokratie und Freiheit\u201c umgedeutet.<\/p>\n<p>Die Rechtspopulisten stehen f\u00fcr nichts anderes, als die reaktion\u00e4re Zuspitzung der herrschenden Verh\u00e4ltnisse. Die Verachtung von MigrantInnen und sozial Schwachen, das Eingrenzen von Frauenrechten durch geforderte Abtreibungsverbote und Forderungen nach einem hart durchgreifendem Law-and-Order Staat werden mit Phrasen von \u201ej\u00fcdisch-christlichen\u201c Traditionen, B\u00fcrgerrechten, Freiheit und Demokratie in einen Topf geworfen, um sich ein modernes und fortschrittliches Antlitz zu verschaffen. Real machen diese selbsternannten \u201eKulturk\u00e4mpfer\u201c nicht anderes, als den aktuellen Entwicklungen hin zu einem immer repressiveren und unbegrenzten Kapitalismus vorauszueilen. Alle Menschen, die diese Tendenz in irgendeiner Form hemmen, werden als Ausschussware unbrauchbar und genauso behandelt&#8230;<\/p>\n<p><strong>Im Wes(t)en nichts Neues&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Diese gef\u00e4hrliche Mischung aus altbekannten diskriminierenden Denkmustern und dem Streben, die gesamte Gesellschaft radikal nach Verwertungsinteressen umzugestalten, ist alles andere als neu.<br \/>\nVor 20 Jahren, Anfang bis Mitte der 1990er Jahre, erlebte die konservative Rechte schon einmal einen massiven Aufschwung, der katastrophale Auswirkungen hatte.<br \/>\nKurz nach der Eingliederung der DDR in die BRD machten sich in der gesamten Republik rassistische und nationalistische Stimmungen breit, die sich vor allem gegen AsylbewerberInnen richteten. Eine unsichere Zukunft f\u00fcr gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung in den neuen Bundesl\u00e4ndern, die jahrzehntelange Verharmlosung und Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber aufkeimendem rechten Gedankengut in beiden deutschen Staaten und vor allem ein neuer, staatlich gepredigter Nationaltaumel lie\u00dfen damals das Fass zum \u00dcberlaufen bringen.<br \/>\nDie aufbrodelnden Stimmungen entluden sich in brutalen Progromen gegen Fl\u00fcchtlingsheime und in ansteigender Gewalt gegen MigrantInnen. Politisch profitierten unter anderem die rechtskonservativen und rassistischen Republikaner davon, die den grassierenden Unmut aufzugreifen wussten und zahlreiche Sitze in Landes- und Kommunalparlamenten gewannen (1992: 10,9% der W\u00e4hlerstimmen und 15 Sitze im baden-w\u00fcrttembergischen Landtag). Auch die CDU Regierung nutzte die aufgeheizte Stimmungen schnell f\u00fcr sich, punktete mit rechter Rhetorik und schaffte gemeinsam mit der FDP das Asylrecht faktisch ab.<br \/>\nDamals wurde erst zu sp\u00e4t und von zu wenigen eingegriffen, als rechtes Gedankengut aus allen Ecken der Gesellschaft hervorspross und auf verschiedenen Ebenen zu einer Kraft wurde, die den gewaltsamen Tod zahlreicher Menschen mit sich brachte und die Lebensbedingungen f\u00fcr tausende unertr\u00e4glich machte.<\/p>\n<p>In anderer Form zeigt sich heute in Ungarn besonders krass die Gefahr eines gesellschaftlichen Rechtsrucks: Die v\u00f6lkische und proklerikale Regierungspartei FIDESZ mit einer zweidrittel Mehrheit im Parlament und die faschistische Partei \u201eJobbik\u201c mit immerhin 17% der W\u00e4hlerstimmen bestimmen dort die politischen Entwicklungen. Alle anderen politischen Kr\u00e4fte verschwinden entweder in der Bedeutungslosigkeit, oder biedern sich bei den Rechtsparteien an. Der Regierungschef Orb\u00e0n spricht selber von einer \u201enationalen Revolution\u201c, deren j\u00fcngste Schritte die politische Gleichschaltung der ungarischen Massenmedien und eine Verfassungs\u00e4nderung zur St\u00e4rkung des Parteieinflusses und zur Schw\u00e4chung des Verfassungsgerichts waren. Unter der Herrschaft der Rechten breitet sich in Ungarn ein \u00fcbel antiziganistisches und antisemitisches Klima aus. Vorher schon vorhandene diskriminierende Vorurteile und S\u00fcndenbock-Ideologien werden nun v\u00f6llig ungeniert zu Teilen \u00f6ffentlicher Auseinandersetzungen: Die soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung, abwertende \u00c4u\u00dferungen und pogromartige Gewalt gegen Sinti und Roma sind dort inzwischen an der Tagesordnung, w\u00e4hrend vor allem aus christlichen Kreisen antisemitische Verschw\u00f6rungstheorien offen propagiert werden.<br \/>\nDer ungarische Staat l\u00e4sst die Opfer dieser Hetze im Stich und versucht vielmehr, die rassistischen Stimmungen m\u00f6glichst gewinnbringend aufzufangen und zu nutzen.<\/p>\n<p>Aktuell sind die Rechtspopulisten in der BRD noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schwach. Ihnen fehlen schlagkr\u00e4ftige \u00fcberregionale Strukturen, klare politische Strategien, einflussreiche Unterst\u00fctzerkreise und vor allem charismatische F\u00fchrungspersonen, die das gew\u00fcnschte Bild der St\u00e4rke und Aufrichtigkeit erzeugen.<br \/>\nEs ist jedoch abzusehen, dass sich daran in den n\u00e4chsten Jahren noch einiges \u00e4ndern wird und der direkte und indirekte Einfluss dieser Str\u00f6mung auf die bundesdeutsche Politik zunehmend auch im Interesse gr\u00f6\u00dferer Fraktionen der wirtschaftlich und politisch Herrschenden sein wird. Nicht umsonst werden schon heute Theoretiker der neuen Rechten wie Uwe Backes oder Eckhart Jesse  zur Ideologiebildung im Rahmen von Programmen des Verfassungsschutzes herangezogen. Ebensowenig Zufall ist es, dass Thilo Sarrazin mit seinen rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen von kaum einem aus den Reihen der politischen und \u00f6konomischen Elite wirklich grundlegend kritisiert wurde. Vielmehr wurden die Diskussionen um die Verteidigung und die Relativierung seiner Hetze zu einem zentralen Bestandteil der \u00f6ffentlichen Berichterstattung.<\/p>\n<p><strong>Den ganzen Sumpf trockenlegen!<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir uns den Rechtspopulisten heute effektiv entgegenstellen wollen, m\u00fcssen wir uns zuerst dar\u00fcber bewusst sein, dass wir es hier nicht mit klassischen Faschisten im Sinne der deutschen Nazis zu tun haben. Die neuen rechten Kreise rekrutieren sich zwar zu Teilen aus Personal, das schon immer am \u00e4u\u00dfersten Rand der politischen Rechten aktiv war, grenzen sich als Str\u00f6mung jedoch klar von den offenen Faschisten der NPD und der militanten Kameradschaften ab und distanzieren sich auch vom historischen Faschismus in Deutschland.<br \/>\nViele ihrer VertreterInnen und SympathisantInnen kommen vielmehr aus der Mitte der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. Wir stehen hier einem seltsamen Gemisch aus Ex-CDUlern, fundamentalistischen Christen, rechten Liberalen und altgedienten Rassisten gegen\u00fcber, das ebenso heterogen, wie gef\u00e4hrlich ist.<br \/>\nDie Rechtspopulisten sind in verschiedenen Formen organisiert: In Vereinen, B\u00fcrgerinitiativen und Kleinstparteien, insbesondere jedoch in Internet-Blogs, Foren und und social-communities.<br \/>\nIhre Hetze pr\u00e4sentieren sie mal religi\u00f6s angehaucht, mal klar politisch, oder auch als moralische Drohgeb\u00e4rden. In der \u00d6ffentlichkeit treten sie meist unter den Fahnen von Demokratie und Freiheit auf und geben sich als besorgte Sch\u00fctzer von Verfassung und Recht. Frei nach dem Motto \u201eDas wird man ja wohl noch sagen d\u00fcrfen\u201c wollen sie den Schein einer neuen B\u00fcrgerbewegung erwecken &#8211; eine Selbstdarstellung, die noch als blo\u00dfe Propaganda und ma\u00dflose Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung abgetan werden kann.<\/p>\n<p>Um gegen diese neu aufkeimende Str\u00f6mung vorzugehen, m\u00fcssen zwei Ebenen beachtet werden:<br \/>\nEinerseits ist es unerl\u00e4sslich, ihnen den Schleier aus leeren Worth\u00fclsen wie \u201eFreiheit, Demokratie und Menschenrechte\u201c zu entrei\u00dfen, um ihre eigentlich zutiefst rassistische und antisoziale Politik offenzulegen. Dem angeblichen Kulturkampf \u201ewestliche Zivilisation vs. Islam\u201c und der platten Agitation gegen \u201edie da oben\u201c m\u00fcssen wir den realen sozialen Kampf um die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Ausgebeuteten gegen die Klasse der Besitzenden und Herrschenden entgegenstellen. Das Eintreten gegen Rassismus, Sozialdarwinismus und Sexismus ist ein unbedingter Teil davon.<br \/>\nAuf der anderen Seite d\u00fcrfen wir es nicht zulassen, dass die Rechtspopulisten als v\u00f6llig normale politische und soziale Bewegung wahrgenommen werden. Genau diese schleichende Eingliederung in den politischen Normalbetrieb w\u00fcnschen sie sich.<br \/>\nJeder \u00f6ffentliche Auftritt muss mit Protest beantwortet werden. Protest aus der antifaschistischen Bewegung, aus der gewerkschaftlichen und parlamentarischen Linken, aus der Bleiberechtsbewegung f\u00fcr die Rechte der Fl\u00fcchtlinge und aus den verschiedenen Spektren der migrantischen Linken. Protest auf verschiedenen Ebenen: von direkten und kreativen Aktionen, parlamentarischen Anfragen und inhaltlicher Kritik bis hin zur \u00f6ffentlichen Bekanntmachung der Funktion\u00e4re und dem Entzug von R\u00e4umlichkeiten.<br \/>\nEgal wo sie auch sind &#8211; wir m\u00fcssen sicht-, h\u00f6r- und sp\u00fcrbar dagegen sein!<br \/>\nGegen den aktuellen Rechtstrend gilt es Druck von unten aufzubauen. Nur wenn wir uns breit aufstellen und unseren Widerstand gegen das neue rechte Potenzial fr\u00fchzeitig b\u00fcndeln, k\u00f6nnen wir mit unserem Protest auch reale Erfolge erzielen.<\/p>\n<p><strong>Wir lassen uns nicht spalten!<br \/>\nRassismus und Sozialdarwinismus bek\u00e4mpfen!<\/strong><\/p>\n<p><strong>BPE und PI<\/strong><\/p>\n<p>Der rechtspopulistische Verein \u201eB\u00fcrgerbewegung Pax Europa e.V.\u201c hat sich 2008 gegr\u00fcndet. Einer der Gr\u00fcnder war Udo Ulfkotte, ein islamophober Journalist und Autor, der sich aufgrund einer enormen Rechtsentwicklung des Vereins selbst jedoch wieder aus diesem zur\u00fcckzog. BPEs politisches Programm besteht vor allem aus anti-islamischer Propaganda z.B. gegen Moscheebauten durch Kundgebungen und Plakatieraktionen. \u201ePolitically Incorrect &#8211; News\u201c ist ein hochfrequentierter islamophober Blog, der gegen jegliche nicht-rechte Politik und mediale Berichterstattung Stellung bezieht und diese als \u201eManipulation\u201c und \u201eMainstream\u201c abtut. Aktuelle Ereignisse werden hier kommentiert und in das Weltbild der Rechtspopulisten eingeordnet.<\/p>\n<p><strong>Die Freiheit<\/strong><\/p>\n<p>Die Partei \u201eDie Freiheit &#8211; B\u00fcrgerrechtspartei f\u00fcr mehr Freiheit und Demokratie\u201c wurde Ende Oktober 2010 von dem Ex-CDUler und BPE-Vorstandsmitglied Ren\u00e9 Stadtkewitz in Berlin gegr\u00fcndet. Von Beginn an arbeitete sie eng mit Rechtsparteien aus den Niederlanden, \u00d6sterreich, Belgien, Schweden zusammen. Die junge Partei hat sich rasant entwickelt und arbeitet inzwischen in 14 Bundesl\u00e4ndern am bundesweiten Strukturaufbau.<\/p>\n<p><strong>Die Republikaner<\/strong><\/p>\n<p>Die Partei \u201eDie Republikaner (REP)\u201c wurde Ende 1983 von ehemaligen Mitgliedern des rechten Fl\u00fcgels der CSU gegr\u00fcndet. Sie erlebte Anfang der 1990er einen bundesweiten Aufschwung.<br \/>\nVon 1992 bis 2001 war sie im baden-w\u00fcrttembergischen Landtag vertreten. Sie ist durchweg rassistisch, nationalistisch und sozialdarwinistisch ausgerichtet und setzt in ihrer Propaganda auf den \u201edeutschen Mittelstand\u201c. Aktuell distanziert sie sich jedoch klar von den Faschisten der NPD und der freien Kameradschaften. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden dokumentieren wir eine inhaltliche Auseinandersetzung der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Stuttgart mit dem Thema &#8222;Rechtspopulismus&#8220;, die im Juni 2011 anl\u00e4sslich eines &#8222;Islamkritischen Wochenendes&#8220; der &#8222;B\u00fcrgerbewegung Pax Europa e.V.&#8220; und des ersten Landesparteitages der rechtspopulistischen Partei &#8222;Die Freiheit&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. Hintergr\u00fcnde und Gefahren der rechtspopulistischen Bewegung. Eine inhaltliche Auseinandersetzung anl\u00e4sslich des anstehenden Rassistenwochenendes vom 2. 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