Wem gehört die Stadt… wenn nicht denen die darin leben?!

Weil bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist, sind steigende Mieten, hohe Wohnkosten und die daraus folgende Verdrängung von Menschen in vielen europäischen Städten zum gravierenden Problem geworden. Vielerorts ist daher der Wunsch nach einem selbstbestimmten, bezahlbaren Wohnen und Leben zum alltäglichen Überlebenskampf geworden! Allein in Freiburg fehlen für 72% der ärmeren Bevölkerung leistbare Wohnungen, was bei den vierthöchsten Mietpreisen Deutschlands kaum verwunderlich ist!

Dabei müsste es selbstverständlich sein, dass die Städte denen gehören, die darin leben! Stattdessen hat sich die Logik des freien Marktes durchgesetzt, in der die Profitmaximierung der Immobilienbesitzer_innen und Investor_innen sehr viel mehr Wert ist, als das Grundbedürfnis und Grundrecht auf ein würdevolles Wohnen und Leben. Diese Wohnpolitik des freien Marktes hat auf ganzer Linie versagt!

Anstatt dass der sogenannte Sozialstaat diesem Ausverkauf der Städte Grenzen setzt, beteiligt er sich daran, wo er nur kann und erklärt anschließend, dass diese Politik alternativlos wäre.

Das Ergebnis ist: Wohnraum für Reiche, Verdrängung von Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen, die Schließung von Freiräumen sowie der Versuch der sozialen und rassistischen Spaltung von Städten und den Menschen, die darin leben!

Wenn eins nicht geht dann das! Und zweitens wir!

Das alles können und wollen wir nicht länger hinnehmen! Überall werden daher die Rufe nach Mietenstopps, gemeinnütziger Rekommunalisierung und Enteignung lauter. Auch in Freiburg müssen wir zusammenstehen, damit unsere Stadt endlich wieder sozial, demokratisch und solidarisch wird!

Dafür haben wir zum Beispiel begonnen uns als Mieter_innen zu organisieren. In vielen Vierteln gibt es bereits Initiativen und Gruppen, wie die Wiehre für Alle oder die Metzgergrün-Initiative, die sich der Verdrängung widersetzen und für den Erhalt von bezahlbaren Wohnungen kämpfen.

Oder aber wir holen uns den Wohnraum zurück, der seit Jahren ungenutzt bleibt, weil den Eigentümer_innen die Wohnungsnot egal ist. Die WG (WohnraumGestalten) besetzt seit einigen Monaten Häuser, um die Ungerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt sichtbar zu machen, Wohnraum zurück zu erobern und ihn den Menschen zur Verfügung zu stellen, die ihn brauchen.

Auch im Freiburger Mietenbündnis kommen wir seit einigen Monaten zusammen, um uns gegen die herrschende Ausverkaufslogik in der Stadt zu wehren. Veranstaltungen werden organisiert, Mieter_innen vernetzen sich und es wird fleißig diskutiert, wie man Druck auf die Stadtpolitik ausüben kann. Wichtige stadtpolitische Forderungen und Ideen wurden dabei bereits im Mieten-Manifest verschriftlicht.

Eine Stadt für Alle, heißt für uns auch eine Stadt frei von Rassismus und sozialer Ausgrenzung. Deshalb kämpfen wir für die Umsetzung einer SolidarityCity-Freiburg: in Freiburg sollen alle Einwohner_innen unabhängig von Herkunft, Aufenthalts- und sozialem Status den gleichen Zugang z.B. zu öffentlichen Einrichtungen, zu Bildung, menschenwürdigem Wohnraum, medizinischer Versorgung haben und die Möglichkeit zur kulturellen und politischen Teilhabe bekommen.

Eine Stadt für Alle, nicht für Profite!

So wie es ist, kann es nicht bleiben! Lasst uns daher gemeinsam ein Zeichen setzen, denn Freiburg reicht‘s: Wir sind die Stadt und wollen zurückholen, was allen gehört! Die Spirale der Mietpreise, der Aufwertung, Verdrängung und Ausgrenzung wird sich immer weiterdrehen, wenn wir nicht dagegen aktiv werden!

Deshalb rufen wir gemeinsam zur Demonstration am 18. Mai auf: Wir lassen uns nicht länger einschüchtern und werden keine Ruhe geben! Wir fordern eine solidarische und demokratische Stadt, die ein gutes Leben für Alle ermöglicht!

Demo 18. Mai 2019 / 15 Uhr / Platz der Alten Synagoge